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Hexenfeuerfeier mit Haufen Nummer zwei

Unbekannte zünden den Haufen in Bremenhain in der Nacht zu Sonnabend an. Gefeiert wird dennoch – mit Feuer und Hexe.

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© privat

Von Katja Schlenker

Eine böse Überraschung haben die Bremenhainer am Wochenende erlebt. Statt entspannt ins Wochenende zu starten, klingelt kurz nach 2 Uhr das Telefon bei Ortsvorsteher Volker Altus. „Der Hexenhaufen brennt“, ruft eine Anwohnerin aufgeregt ins Telefon. Also raus aus den Federn und hin zum Haufen. „Wehrleiter Christian Lachmann und ich standen zehn Minuten später wie begossene Pudel am brennenden Haufen“, erzählt Volker Altus. Sie informieren die Leitstelle kurz und knapp über den Vorfall. Ein Einsatz wird nicht ausgelöst. Wozu? Es hat keinen Sinn, den Haufen zu löschen. Menschen sind nicht in Gefahr. Warum also die Kameraden, die ihren Job freiwillig tun, aus dem Bett holen.

„Mit gemischten Gefühlen gingen wir wieder schlafen“, sagt Volker Altus. Kurz nach 4 Uhr erhält er erneut einen Anruf. Der Anrufer will dem Ortsvorsteher ebenfalls mitteilen, dass der Haufen für das Hexenfeuer brennt. „Ich weiß – lass mich schlafen“, erhält der Anrufer als Antwort. War nicht böse gemeint, sagt der Ortsvorsteher im Nachhinein. Und ist froh, dass es solche Leute gibt, die Bescheid sagen, wenn sie etwas beobachten. Volker Altus ist selbst bei der Feuerwehr aktiv. Der Rest der Nacht verläuft ruhig.

Die Kunde vom brennenden Haufen macht schnell die Runde und stachelt Bremenhainer an. „Trotz kommt auf – zeigen wir es den Feuerteufeln“, formuliert Volker Altus die Stimmung. „Alle packen an und ein neuer Haufen entsteht. Ein schöner, großer Haufen mit der Hexe, die am Vorabend noch nicht da war.“

Die Feuerteufel sollen erfahren, dass ihr schändliches Treiben umsonst gewesen ist. „Wir sind den Feuerteufeln nicht böse“, sagt Volker Altus. Denn die Bremenhainer erleben ein Hexenfeuer wie noch nie zuvor. „Es war ein toller Abend mit vielen Gästen“, erzählt der Ortsvorsteher. „Ganz nebenbei erzählte man mir, dass alles ausverkauft war. So etwas gab es noch nie.“ Nebenbei ist das Dorf mit seinem Schlosspark nun blitzsauber. Kein Ast liegt mehr herum. Insofern hat das Treiben der Unbekannten auch etwas Gutes.

Aus Sicht der Polizei kam es zu keinen größeren Zwischenfällen bei den Hexenfeuern in diesem Jahr, berichtet die Polizeidirektion Görlitz. Wenn doch, habe es sich meist um Körperverletzungen gehandelt. Im Landkreis Görlitz seien zwölf derartige Anzeigen in Verbindung mit den genannten Veranstaltungen bekannt.