merken

Hier geht’s um die Weißwurst

An der Dresdner Straße in Pirna hat ein Biergarten mit besonderer Speisekarte eröffnet. Das Gelände hat eine tragische Vergangenheit.

© Daniel Schäfer

Von Mareike Huisinga

Pirna. Lange Zeit war die Pforte zum Grundstück Dresdner Straße 7 neben dem Lidl-Markt verschlossen. Viele Pirnaer fragten sich, was sich wohl hinter dem hohen Holzzaun verbirgt. Jetzt gibt es Klarheit. Vor Kurzem eröffnete hier Paula Renothova mit ihrem Mann Frank Renoth einen Biergarten mit spezieller Speisekarte. Sie stammt aus Tschechien, er ist gebürtiger Münchner. So erstaunt es nicht, dass typische bayrische Klassiker wie Weißwurst mit süßem Senf, Hendl, Nürnberger Rostbratwürstchen und Obazda im Angebot sind. Für die tschechischen Gerichte ist die Chefin zuständig, sie zaubert unter anderem Palatschinken und panierten Käse mit Kartoffeln und Sauerkraut.

Anzeige
„njumii hat mein Leben verändert“
„njumii hat mein Leben verändert“

Von der Verkäuferin zur Personalrecruiterin: Bianka Leipert hat mit Mitte 30 ihren Abschluss als kaufmännische Fachwirtin gemacht.

Die Hauptgerichte kosten bis zu sieben Euro. Passend zur Speisekarte weht auf dem eingezäunten Grundstück die bajuwarische Landesflagge, die Tischdecken sind in Weiß und Blau gehalten. Es gibt 20 Außenplätze im Hof, wo auch ein Springbrunnen plätschert, und in einem beheizbaren Zelt finden ebenfalls bis zu 20 Personen Platz.

Paula Renothova hat das Gelände langfristig gepachtet. Insgesamt investierte das Ehepaar nach eigener Aussage rund 35 000 Euro in den Biergarten mit Imbissangebot. Frank Renoth gibt zu, dass momentan noch wenig Gäste kommen. „Es muss sich erst herum sprechen“, sagt der Freitaler, der auch ein Baugeschäft führt.

Keine Parkplatzsorgen

Um die dunkle Vergangenheit des Grundstückes wissen die Eheleute. Im August 2015 wurde hier eine Passantin von herabstürzenden Fassadenteilen eines abrissreifen Hauses erschlagen. Das Gebäude wurde nach dem tragischen Unglück abgebrochen. Bei der Beräumung half auch Frank Renoth mit seinem Betrieb. So lernte er den Verwalter des Grundstückes kennen und kam auf den Gedanken, das Gelände für eine Gastronomie zu pachten. „Obwohl die Frau nicht auf dem Grundstück, sondern an der Bushaltestelle, ums Leben kam, ist es manchmal doch ein komisches Gefühl“, gibt Frank Renoth offen zu. Deshalb überlegt er auch zusammen mit seiner Frau, einen Gedenkstein für die Verunglückte aufzustellen.

Noch ist der Biergarten an der Dresdner Straße ein Zwei-Personen-Betrieb. „Aber wenn es gut läuft, dann planen wir, einen Mitarbeiter einzustellen“, informiert Paula Renothova.

Um Parkplätze müssen sich die Kunden übrigens keine Sorgen machen. Zum Biergarten gehört auch das angrenzende Grundstück, das das Ehepaar ebenfalls gepachtet hat. Hier gibt es genug Stellflächen und einen Plan. Denn das Freitaler Unternehmer-Ehepaar beabsichtigt, auf dieser Fläche in regelmäßigen Abständen einen Flohmarkt zu veranstalten, an dem jeder teilnehmen kann. Die Standgebühr beträgt pauschal 25 Euro.

Noch hängt allerdings nur ein Plakat mit der Aufschrift Flohmarkt an der Einfahrt zum Grundstück. „Wir gehen davon aus, dass der Flohmarkt spätestens im Sommer startet“, berichtet Frank Renoth. Dann soll jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 10 bis 16 Uhr nach Herzenslust getrödelt werden.

Informationen und Anmeldungen Flohmarkt: Telefon 0152 24416018

Öffnungszeiten Biergarten täglich außer sonntags von 9 bis 18 Uhr, im Sommer von 8 bis 20 Uhr.