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Hier kracht es immer noch oft

Löbaus Theaterplatz bleibt trotz Umbau ein Problem. Auch die B 178 n macht Sorgen. An anderer Stelle geht‘s voran.

© Matthias Weber

Von Anja Beutler und Gabriel Wandt

Dass Löbau in der Mitte des Kreises liegt, kann man kaum verkennen: Viele Bundes- und Staatsstraßen schneiden sich durch die Stadt und bringen viel Verkehr mit sich. Einiges hat sich durch die neue B 178 n verändert. Entspannt hat sich die Lage aber keineswegs in allen Punkten. Die Polizei und das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) geben einen Überblick über die Knackpunkte in und um Löbau:

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Crash am 22.Oktober am Sachsenfreund bei Großschweidnitz. Solche Unfälle, die oft durch Vorfahrtsfehler entstehen, soll der geplante Kreuzungsumbau vermeiden helfen.
Crash am 22.Oktober am Sachsenfreund bei Großschweidnitz. Solche Unfälle, die oft durch Vorfahrtsfehler entstehen, soll der geplante Kreuzungsumbau vermeiden helfen. © Christian Essler/xcitePRESS

Problem 1: Theaterplatz ist in Unfallstatistik weiter stark auffällig

Die Schlagzeile im Sommer 2013 ließ hoffen: „Gefahr am Löbauer Theaterplatz beseitigt“ titelte auch die SZ zum Abschluss der Umbauarbeiten an diesem zentralen Verkehrsknotenpunkt in Löbau. Denn vor allem das Landesamt für Straßenbau und Verkehr und auch die Polizei wollten an dieser unübersichtlichen Kreuzung mit sieben Straßen, die aufeinander zulaufen, endlich Ruhe schaffen. Sie hofften, durch das Abhängen einiger Seitenstraßen etwas mehr Ruhe in den Verkehr zu bringen. Leider ist dies offenbar nicht gelungen: Denn der Theaterplatz bleibt nach wie vor ein Sorgenkind in der Löbauer Unfallstatistik. Das zeigen Zahlen der Polizeidirektion Görlitz: 2012 waren hier acht Unfälle gezählt worden, ein Jahr später, als im Sommer der Umbau erfolgte, nur vier. Doch schon im Jahr darauf standen wieder acht Unfälle zu Protokoll und im vergangenen Jahr erreichte die Statistik mit zwölf Fällen sogar einen noch höheren Stand.

Woran liegt es? Polizeisprecher Tobias Sprunk verweist auf eine hohe Zahl von Vorfahrtsfehlern und Auffahrunfällen, zum Teil durch Unachtsamkeit verursacht. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Doppelampel, die zum einen vor dem Theaterplatz für die Nebenstraßen den Verkehr regelt und dann kurz danach den Fußgängern eine sichere Querung ermöglicht. Allerdings stauen sich mitunter zwischen den Ampeln die Autos, sodass es nicht selten zu Missverständnissen kommt, wenn es darum geht, dass die Fahrer aus den verschiedenen Straßen einander Platz machen sollen. Die Stadt Löbau, die eine eigene Unfallkommission unterhält, hat trotz mehrfacher Anfrage keine Stellungnahme zu dem trotz Umbau bestehenden Problem abgeben wollen und konnte die aktuelle Lage weder bestätigen noch einordnen.

Problem 2: Kreuzung Sachsenfreund könnte 2017 umgebaut werden

Bewegung zeichnet sich an der Kreuzung bei der früheren Gaststätte Sachsenfreund in Großschweidnitz ab. Auf diesem Abschnitt der S 148 von Löbau nach Kottmarsdorf gibt es immer wieder schwere Unfälle, zuletzt am 22. Oktober 2015, als ein Autofahrer einen Linksabbieger überholen wollte. Bürgermeister Jons Anders (parteilos) erklärte jetzt, dass für das Jahr 2017 ein Baustart für die seit Jahren geplante Kreuzungserweiterung realistisch sei. Das Projekt funktioniert nur, wenn die Gemeinde gemeinsam mit dem Lasuv dort baut. Großschweidnitz muss für den Ablauf des Regenwassers sorgen und will dabei auch die Straße der Jugend erneuern. Dafür waren bislang keine Fördermittel in Aussicht.

Nun ist der Ort aber in ein spezielles Programm für Straßen und Brücken aufgenommen worden. Daraus könnte das notwendige Geld fließen. Mit den Anwohnern sei auch schon gesprochen und Zweifel ausgeräumt worden. „Wenn wir das dieses Jahr gut vorbereiten, könnte 2017 Baustart sein und dann dieses Endloskapitel beendet sein“, so der Bürgermeister. Das bestätigt auch Lasuv-Sprecherin Isabell Siebert.

Bei den Bauarbeiten soll die Kreuzung räumlich auseinandergezogen, quasi gestreckt werden. Zudem sind Linksabbiegerspuren vorgesehen. Denn gerade wegen der Linksabbieger gebe es an dieser Unfallhäufungsstelle laut Polizei vier bis sechs Unfälle pro Jahr. Für diese Ausweitung soll die Fläche der 2009 abgerissenen Gaststätte Sachsenfreund genutzt und zudem ein Stück Hügelkuppe abgetragen werden. Aktuell werden die Baupläne aus dem Jahr 2013 überarbeitet.

Problem 3: Auf der neuen B 178 gibt es Probleme durch unangepasstes Tempo

Die Bilanz ist deutlich: 23 Unfälle auf den 16 Kilometern zwischen Löbau und Großhennersdorf sind auf der neuen B 178 seit 2013 gezählt worden. Wie Polizeisprecher Sprunk betont, blieb es dabei zwar in den meisten Fällen bei Sachschäden. Allerdings lässt aufhorchen, dass es in allen Fällen nur Unfälle mit einzelnen Autos waren. „Das spricht für zu hohe oder unangepasste Geschwindigkeit“, erklärt der Polizeioberkommissar. Aus diesem Grund misst die Polizei gerade auf diesem Abschnitt auch immer wieder die Geschwindigkeiten. Diese Blitz-Aktionen sollen die Fahrer disziplinieren, um Raserei generell Einhalt zu gebieten. Allerdings ist auch noch zu klären, ob beispielsweise ein Fehler beim Trassenbau ebenfalls zu den Problemen führt: Auf der vierspurigen Strecke nahe Löbau sammelt sich in einer Senke häufig Wasser, was vor allem im Winter zu Glätte führt und auch bei langsamer Fahrweise zu Problemen führt. Laut Polizei ist diese Stelle als ein schwieriger Punkt auf der B 178 n bekannt. Die zuständige Unfallkommission der Stadt Löbau war zu diesen Themen leider nicht zu sprechen.

Problem 4: Innenstadt hofft auf mehr Sicherheit durch Kreisverkehre

Nach Angaben von Isabel Sieber vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr könnte im besten Fall der Bau der Kreisverkehre am Löbauer Neumarkt und am Promenadenring im Juni beginnen. Damit erhofft sich auch der Freistaat bei der aktuellen Verkehrsbelastung in Löbau mehr Sicherheit vor allem an diesen Knotenpunkten. Das sieht auch die Polizei so. Kreisverkehre könnten eine Lösung schaffen, die mit einer Ampelregelung hingegen nicht zu stemmen wären, betont Polizeisprecher Sprunk. Auf diese Weise minimieren sich auch die derzeit noch nötigen Umwege und Einbahnstraßenregelungen in der Stadt. Vor allem für Fahrzeuge, die in die Innenstadt wollen und über die B 6 oder aus Kittlitz kommen.