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Bischofswerda

Hilfe für die kranke Galle

Das SZ-Gesundheitsforum widmet sich einem Organ, das vielen Menschen Beschwerden bereitet. Zwei Oberärzte geben in Bischofswerda dazu Auskunft.

Die Ursachen für Gallensteine sind vielfältig, Große und Formen ebenso. © Archivfoto: Robert Michael

Bischofswerda. Etwa 15 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer haben Gallensteine. Die meisten von ihnen wissen nichts davon bzw. haben keinerlei Beschwerden. Dann ist alles gut. Doch bei etwa einem Viertel der Gallensteinträger kommt es mehr oder weniger regelmäßig zu Koliken, Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch, Blähungen und anderen Beschwerden. Gallensteine können unter anderem dazu führen, dass sich die Gallenblase entzündet oder dass ein Stein in den Hauptgallengang „rutscht“ und die Mündung des Gallenganges in den Zwölffingerdarm blockiert, was neben starken Schmerzen zu gefährlichen Infektionen und Bauchspeicheldrüsenentzündungen führen kann, sagt Dr. Dirk Heimerl, Oberarzt in der Medizinischen Klinik des Krankenhauses Bischofswerda.

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Dem Thema „Gallenblasen- und Gallenwegs-Erkrankungen“ widmet sich das erste Gesundheitsforum dieses Jahres in Bischofswerda, welches die Oberlausitz-Kliniken und die Sächsische Zeitung gemeinsam ausrichten. Es geht dabei auch um Gallensteine. Aber nicht ausschließlich. Man gehe das Thema bewusst breit an, sagte Dr. Dirk Heimerl im SZ-Gespräch. Auch von der Besetzung der Referenten her. Neben ihm, dem Internisten, wird auch Dr. Andreas Manthey, Leitender Oberarzt in der Chirurgischen Klinik des Krankenhauses, über Erkrankungen informieren und Behandlungsmöglichkeiten vorstellen.

Vielfältige Krankheitsbilder

Erkrankungen der Gallenblase und Gallenwege können auf unterschiedliche Art auftreten. Dazu gehört zum Beispiel eine Entzündung der Gallenblase, die akut oder auch chronisch sein kann. Wird eine Entzündung der Gallenblase nicht rechtzeitig erkannt oder behandelt, kann sich Eiter in der Gallenblase ansammeln bzw. die Gallenblasenwand einreißen, was lebensbedrohlich werden kann. Auch mit Entzündungen der Gallengänge werden die Krankenhausärzte immer wieder konfrontiert. Entzündungen können durch Verstopfungen der Gallenwege durch Gallensteine, durch bösartige Tumore der Bauchspeicheldrüse mit nachfolgender Infektion mit Bakterien hervorgerufen werden. Zu möglichen Behandlungsformen gehören Medikamente gegen die Schmerzen, Therapien mit Antibiotika, aber auch endoskopische Eingriffe (ERCP), mit denen Ärzte der Medizinsichen Klinik der Galleabfluss wiederherstellen und Gallensteine zerstören können. Ähnlich einer Magenspiegelung wird dafür eine Sonde über den Mund in den Körper eingeführt, erläutert Dr. Dirk Heimerl. Ein solcher Eingriff dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten; drei bis fünf Tage bleibt ein Patient im Schnitt im Krankenhaus. Wo letztendlich die Gallenblase entfernt werden muss, beginnt der Part der Chirurgen.

Das Risiko, an Galle und Gallenwegen zu erkranken, steigt mit dem Alter. Trotzdem handelt es sich um keine Alterskrankheit, betont Dr. Dirk Heimerl. Auch jüngeren Menschen, beispielsweise Frauen während oder nach der Schwangerschaft, kann die Galle Probleme bereiten. Wenn Koliken länger anhalten oder in Verbindung mit Fieber auftreten und/oder sich Augen und Haut gelb färben (Anzeichen einer Gelbsucht), sollte man unverzüglich einen Arzt konsultieren. Das kann zunächst der Hausarzt sein. Außerhalb seiner Sprechstunden sollte man sich im Krankenhaus melden. (SZ/ir)

SZ-Gesundheitsforum am 24. April 17 Uhr im Krankenhaus Bischofswerda, Kamenzer Straße 55, Eintritt frei