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Hilfsarbeiten als Perspektive für Langzeitarbeitslose?

Für einfache Tätigkeiten in Logistik, Gastronomie und Pflegebranche werden händeringend Arbeitskräfte gesucht.

© Symbolfoto: Frank May/dpa

Potsdam. Brandenburg will Langzeitarbeitslose wieder stärker auf den Arbeitsmarkt zurückholen. Sie benötigten jedoch Unterstützung und besondere Förderung, sagte Arbeitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) am Donnerstag in Potsdam. Tätigkeiten, für die keine besondere Qualifikation notwendig sei, könnte da eine Chance sein. Mitarbeiter müssten nur angelernt und eingewiesen werden. Im Januar waren im Land noch knapp 32.000 Menschen länger als zwei Jahre ohne Job, 2013 betraf es 55.000.

Die Arbeitgeber sollten auch stärker angeregt werden, an anschließende Weiterbildung und Qualifizierung der Mitarbeiter denken, sagte Karawanskij. Bei gering qualifizierten Beschäftigten sei das Risiko größer, arbeitslos zu werden.

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Üblicherweise stehe der Bereich der Helfertätigkeiten weniger im Fokus, sagte Gerald Wagner vom Hallenser Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung (isw). Er hatte im Auftrag des Ministeriums das Potenzial solcher Tätigkeiten untersucht. Viele Unternehmen benötigten inzwischen nicht nur qualifizierte Fachkräfte, sondern auch Hilfskräfte, die immer schwerer zu finden seien, sagte Wagner. Ihr Anteil am Arbeitsmarkt liege derzeit bei 20 Prozent.

In Brandenburg gibt es ein Förderprogramm zur Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose. Im Zeitraum August 2015 bis Juli kommenden Jahres stehen dafür 40 Millionen Euro EU-Fördermittel bereit. In den ersten zweieinhalb Jahren wurden 3.700 Menschen unterstützt, von denen gut ein Drittel eine Erwerbstätigkeit aufnehmen konnte.

Es sei gelungen, sie als Reinigungskräfte, Hauswirtschafter oder Betreuungsassistenten zu vermitteln, sagte Stephan Hahn, Regionalleiter Brandenburg der Nestor Bildungsinstitut GmbH, die unter anderem in Eisenhüttenstadt und Oranienburg aktiv ist. Die Menschen seien teilweise bis zu einem Jahr begleitet worden. Sie gewöhnten sich unter anderem wieder die Struktur eines Arbeitstages, lernten das Führen von Haushaltsbüchern, bekamen Hilfe bei der Kinderbetreuung. Von 287 Teilnehmern im ersten Projektzeitraum haben nach seinen Angaben 80 eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufgenommen. (dpa)