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Hilfspaket für Hebammen geplant

Damit es auch künftig genug Hebammen gibt, sollen diese jetzt Zuschüsse bekommen.

© Symbolfoto: dpa

Von Julia Vollmer

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Über 8 000 Kinder kommen jedes Jahr in Dresden zur Welt. Doch deren Mütter finden immer schwerer eine Hebamme, die sie in der Zeit vor und nach der Schwangerschaft und während der Geburt begleitet. „Teilweise melden sich Frauen bei uns in der 6. Schwangerschaftswoche an. Zu einem Zeitpunkt, an dem man aufgrund des Fehlgeburtsrisikos die Nachricht normalerweise noch für sich behält“, berichtet Hebamme Heike Erlenkämper aus dem Hebammenhaus auf der Louisenstraße.

Der Grund für den Mangel an freien Hebammen sind vor allem die immer weiter steigenden Haftpflichtprämien. Rund 8 000 Euro im Jahr müssen die Frauen zahlen, um arbeiten zu dürfen. Das Geld bekommen sie zwar zu einem großen Teil Dank des Sicherstellungszuschlages von der Krankenkasse zurück, aber sie müssen es erst mal vorstrecken. Das und die schwierigen Arbeitszeiten schrecken den Nachwuchs ab.

SPD, Linke und Grüne im Stadtrat wollen mit ihrem Antrag „Sicherstellung der Geburtshilfe in Dresden“ den Hebammen nun helfen. Einmal pro Jahr sollen die Geburtshelferinnen bei der Stadt ihre Arbeit abrechnen können und damit einen Zuschuss bekommen. „Geplant sind zum Beispiel für die Betreuung im Wochenbett 30 Euro pro Frau“, so Grünen-Stadträtin Tina Siebeneicher. Die Hebamme besucht das Neugeborene und die Familie kurz nach der Geburt regelmäßig zuhause oder im Krankenhaus und berät sie. Ein Zuschuss von 200 Euro soll pro Hausgeburt oder Beleggeburt beantragt werden, erklärt Pia Barkow (Linke). Für eine Geburt im Geburtshaus sollen 100 Euro von der Stadt dazu kommen. „Die wertvolle Hilfe einer Hebamme soll jeder Frau auch in Zukunft zuteilwerden“, so Dorothee Marth (SPD). Um die Hebammen im Alltag zu unterstützen, soll geprüft werden, ob ihnen für Hausbesuche kostenfreie Parkplätze oder E-Bikes zur Verfügung gestellt werden können.