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Döbeln

Himmelfahrtskommando gestoppt

Der bisherige Nachwuchstrainer Thomas Henschel hat das erste Team des DSC übernommen. Viele Spieler kennt er bereits.

Junge Spieler mit Landesklasseerfahrung, wie Amidu Dadi, müssen in der kommenden Saison beim Döbelner SC mehr Verantwortung übernehmen als bislang.
Junge Spieler mit Landesklasseerfahrung, wie Amidu Dadi, müssen in der kommenden Saison beim Döbelner SC mehr Verantwortung übernehmen als bislang. © Lutz Weidler

Döbeln. Es ist kaum zwei Monate her, da schien die Fußballwelt beim Döbelner SC in Trümmern zu liegen. Erstmals nach über 30 Jahren war die erste Mannschaft aus Landesliga, -klasse beziehungsweise Bezirksliga abgestiegen. Praktisch die komplette Mannschaft inklusive Trainer Toni Bunzel nahm ihren Hut. Teils um die Fußballschuhe an den berühmten Nagel zu hängen, teils um bei anderen Vereinen ihr Glück zu versuchen.

Im Verein begriff man die Situation nach Jahren des permanenten Abstiegskampfes aber auch als Chance für einen Neuaufbau. Thomas Henschel, seit 2009 C-Junioren-Trainer des Vereins und in dieser Funktion recht erfolgreich, übernahm die Truppe, die er während der Saison 2017/18 bereits in einigen Spielen aushilfsweise betreut hatte. Mittlerweile ist der Harthaer, der lange Jahre für den BC in der Bezirksliga spielte, knapp zwei Monate im Amt. Eine Woche vor dem Saisonstart der Kreisoberliga sprach der Döbelner Anzeiger mit dem 50-Jährigen.

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Thomas Henschel, wie lautet Ihr Resümee nach zwei Monaten im Amt?

Das ist positiv. Ich habe eine junge Truppe bekommen, in der alle mitziehen. Das ist das Wichtigste. Es steckt viel Potenzial drin, aber wir müssen die Sache mit Ruhe angehen und Geduld haben.

Das befürchtete Himmelfahrtskommando scheint es nach den 14 Abgängen also nicht zu werden?

Nein, da bin ich mir eigentlich sicher. In den Testspielen hat man gesehen, was in der Mannschaft steckt. Man muss natürlich weiterarbeiten, um gewisse Dinge zu verbessern und entwickeln. Aber der Eindruck ist positiv, auch wenn es sicher Rückschläge geben wird. Das ist normal, damit muss man leben. Jetzt gilt es, in die Liga zu finden und mitzuspielen. Das ist die Erkenntnis der gesamten Vorbereitungszeit.

Die Vorbereitung war also positiv?

Auf alle Fälle. Die Trainingsbeteiligung war top und bei den Spielen standen viele Akteure zur Verfügung. Aber wir sind ja noch drin, haben am Sonntag ein Spiel und kommende Woche Training, bevor es losgeht.

Die meisten Spieler sind in den vergangenen Jahren im Nachwuchsbereich durch Ihre Hände gegangen. Was bedeutet das für Ihre Arbeit?

Für mich ist es ein großer Vorteil, den einen oder anderen Spieler zu kennen. Deshalb weiß ich, was sie drauf haben, was sie bereits früher mitbekommen haben. Und da kann man schon auf viele Sachen aufbauen.

Sollen die erfahrenen Spieler wie Steve Oehme oder Martin Werner die Mannschaft führen?

Es haben viele Akteure Landesklasse gespielt. So muss auch der eine oder andere junge Spieler Verantwortung übernehmen. Das wollen diese auch. Klar gibt es dabei eine Lernphase, die bei dem einen länger und dem anderen kürzer dauert. Aber ich denke, das passt alles. Auch weil der Teamgeist stimmt. Wir nehmen jedenfalls nicht nur die zwei älteren Spieler in die Pflicht, sondern die gesamte Truppe. Die Mischung von Alt und Jung ist klasse.

Nach über 30 Jahren spielt der Döbelner SC erstmals nur noch im Kreismaßstab. Wie lange soll das so bleiben?

Wir lassen uns die Zeit, die Mannschaft zu entwickeln, um später wieder anzugreifen. Es gibt da jetzt kein Ziel. Vielmehr gilt es, sich erst einmal in der Liga zu stabilisieren. Alles andere wird man sehen.

Ist es ein Vor- oder Nachteil, dass Ihre Mannschaft das Auftaktspiel am Freitag in Leisnig bestreiten muss?

Das spielt keine Rolle. Irgendwann müssen wir anfangen und ein Derby macht doch Spaß. Auch für die Zuschauer. Deshalb spielt man ja Fußball.

In der Liga stehen mit dem Roßwei-ner SV, dem VfB Leisnig und dem SV Ostrau 90 weitere drei Teams aus der Region. Inwieweit macht das die Spielklasse attraktiver?

Die Derbys werden natürlich viele Zuschauer ziehen. Man kennt sich und das ist schon reizvoll und dürfte für schöne Spiele sorgen. Es ist schon schicker, gegen Teams aus der Region anzutreten, als gegen solche, die man nicht so kennt.

Wie geht das Eröffnungsspiel aus?

Wir werden unser Bestes geben und uns ordentlich präsentieren. Die Mannschaft ist gut vorbereitet. Ich sage mal: Favorit ist Leisnig. Und das ist gut für uns.

Gespräch: Dirk Westphal


Aufgebot Döbelner SC

Tor: Franz Hampel (23); Martin Werner (30); Joel Eigenwillig (19); Omid Hassanzada (29). Abwehr: Jonas Dewitz (21); Paul Feige (21); Marius Raade (19); Florian Ehrt (19); Markus Draßdo (23); Lukas Draßdo (23); Oliver Hochmuth (20); Sebastian Albrecht (20). Mittelfeld: Steve Oehme (31); Arthur Michel (18); Viet Vu Duc (23); Christopher Kießig (19); Markus Perlitius (23); Bislim Hajdari (18); Hamid Adem Salh (20); Sebastian Köhler (18); Kenny Henschel (26); Alexander Hochmuth (21). Angriff: Amidu Dadi (21); Chris Liebmann (22); Felix Günther (21); Abdoul Latif Madjidou (20); Dominik Ifland (19). Zugänge: Martin Werner (Dresden); Joel Eigenwillig (BC Hartha); Oliver Hochmuth, Kenny Henschel (SV Aufbau Waldheim); Alexander Hochmuth (ESV Lok Döbeln); Hajdari (eigener Nachwuchs). Abgänge: Lukas Bauer; Leon Bauer; Leo Schmidt; Jonas Türpe (HFC Colditz); Christian Mäckel; Jesse-Philip Thalheim (VfB Leisnig); Max Zimmermann (Roßweiner SV); Michal Brnicky (SV Ostrau); Christoph Claus (BC Hartha); Leon Oster (Meißner SV); David Banachowicz; Sebastian Heyna; Patrick Peschel (Laufbahn beendet); Sebastian Gasch (Mochau).