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Hinterhaus als Hürde

Eine Investorengemeinschaft zeigt Interesse am Rheinischen Hof. Bei den Planungen gibt es aber einen Störfaktor – noch.

© Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Roßwein. Das äußere Erscheinungsbild des früheren Hotels „Rheinischer Hof“ ist keine Schande mehr für den Roßweiner Marktplatz. 2015 hat die Kommune umfangreicher Sicherungen in Auftrag gegeben. Die Immobilie erhielt unter anderem ein neues Dach, damit keine Schäden durch eindringende Feuchtigkeit entstehen. Eine freundliche Fassade rundet das Bild ab. Doch innen bleibt es weiter still, ursprüngliche Pläne, mit dem Nachbargebäude in größerem Stil altersgerechtes Wohnen anzubieten, haben sich in dieser Form zerschlagen. Trotzdem tut sich in Sachen Wiederbelebung des geschichtsträchtigen Hauses das eine oder andere, selbst wenn davon nichts zu sehen ist.

Wie Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) auf Anfrage berichtet, interessiert sich eine Investorengemeinschaft für Haus und Grundstück. Auf deren Konzept will er zum augenblicklichen Arbeitsstand noch nicht im Detail eingehen, damit die Pläne weiter in Ruhe reifen können. Er spricht von einer interessanten Idee für das rückwärtige Gelände. Ein Haken daran: das verbliebene Hintergebäude. Es ist älter als das frühere Hotel am Rande des Marktes selbst und nicht nur deshalb für die Landesdenkmalschützer auch erhaltenswert. Nach einem Vor-Ort-Termin mit der Behörde weiß der Rathauschef, dass die Dresdener in dem inzwischen maroden Hintergebäude den Ursprung des Rheinischen Hofes sehen. Damals soll dort eine Pferdeausspanne gewesen sein. Jetzt ist das Dach löchrig, die Fenster sind kaputt, die Türen hängen – wenn überhaupt – schief in den Angeln. Andere Nebengebäude wie ein Saal und die Kegelbahn auf der gegenüberliegenden Seite sind bei den Sicherungen 2015 abgerissen worden. Sie waren in noch schlimmeren baulichen Zustand als das verbliebene frühere Stallgebäude.

Roßweins Rathauschef hofft, dass sich die Investoren die Mühe machen, ihre bisherigen Pläne ohne das Hinterhaus noch einmal mit dem Denkmal „durchzuspielen“ und beide Varianten gegenüberzustellen. Denn es gibt auch Signale, die hoffnungsvoll stimmen. „Der Landkreis hat als untere Bauaufsichtsbehörde eine mögliche Bebauung im Hofinnenraum auf eine Bauvoranfrage hin positiv entschieden“, teilt Cornelia Kluge, Pressereferentin des Landratsamtes Mittelsachsen, auf Anfrage mit. „Ein Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung zum Abbruch des Hinterhauses, auf den der Vorbescheid hinweist, liegt aber aktuell nicht vor“, räumt sie ein.

Im Vordergebäude sieht der Bürgermeister nach wie vor Möglichkeiten, Wohnungen für Ältere mit oder ohne Betreuung zu schaffen. Auch Jüngere würden sich schon über ebenerdige Duschen und andere Dinge freuen, die das Wohnen unkomplizierter machen. Aber da will Lindner den Plänen der möglichen Investoren genauso wenig vorweggreifen.

In den nächsten Jahren sollten die Absichten zur Wiederbelebung des Rheinischen Hofes dann schon konkreter werden. Bis 2022 sollte eine Nutzung spruchreif sein, eine Sanierung laufen. Das war eine Bedingung, die an die Unterstützung zur Sicherung geknüpft war. Ansonsten muss das Geld an den Freistaat zurückgezahlt werden. Insgesamt 160 000 Euro hat die Stadt in den Jahren 2015/16 eingesetzt. Vorher musste sie die Immobilie und das Grundstück kaufen. Denn nur an Eigentümer werden die Zuschüsse ausgereicht.