merken

Hinterlässt der Winter noch Spuren?

Für kommende Woche sind nun doch noch Kälte und Schnee angesagt. In den Vorjahren lag wenigstens im Gebirge um die Zeit meist Schnee.

© Jens Böhme

Von Anja Beutler

Die Drittelstunde – der SZ-Podcast

Aktuelle Themen sowie Tipps und Tricks für den Alltag: Fabian Deicke stellt Experten verschiedener Gebiete die Fragen der SZ-Community.

Löbau-Zittau. Der richtige Winter hatte in der aktuellen Saison bislang nur ein kurzes Gastspiel: „Vom 15. bis 21. Dezember lag im vergangenen Jahr ein bisschen Schnee“, liest Bärbel Reich aus dem Oderwitzer Wetterkabinett aus ihren eigenen Aufzeichnungen heraus. Das heißt aber noch lange nicht, dass überall hat. Aber wenigstens einen Hauch von Winter habe es in der Zeit schon einmal gegeben.

Nun soll es in der kommenden Woche doch noch einmal schneien. Ist das normal? Und wie sah es in den vergangenen Jahren aus? Corinne Schellenberger und ihre Kollegen im Naturparkhaus in Waltersdorf geben regelmäßig einen Schneebericht heraus. Vor einem Jahr, so erklärt Frau Schellenberg, habe es eine geschlossene Schneedecke gegeben mit 35 Zentimetern auf der Lausche und 20 Zentimetern im Tal. „2016 war hingegen in dieser Zeit ganz mies“, bilanziert sie. Da taute die weiße Pracht schon Ende Januar weg. 2015 und 2014 hatten jeweils Anfang Februar durchaus Schnee zu bieten: 2015 lagen noch 30 Zentimeter auf der Lausche und 15 im Tal und im Jahr davor immerhin 20 auf dem Bergkamm.

Generell, so bestätigt auch der Jonsdorfer Pilzberater und Wanderführer Manfred Lorenz, der ein persönliches Wettertagebuch mit den jeweiligen Höhepunkten führt, habe sich in den vergangenen Jahren ein Phänomen häufiger gezeigt: Im November und Dezember gibt es zunächst ein bisschen Schnee, der dann aber grünen Weihnachtstagen Platz macht. Erst ab Neujahr hält dann der Winter meist wieder Einzug. Dass das in diesem Jahr auch noch etwas wird, hofft Lorenz doch sehr. Schließlich kommen ohne Winter nicht nur die Menschen in ihrem Biorhythmus durcheinander, sondern auch die Pilze. „Da kann es schon mal vorkommen, dass im Frühling noch einmal Herbstpilze wachsen“, weiß Lorenz aus eigener Erfahrung zu berichten. Ein wirklich ausdauernder Winter, der Manfred Lorenz im Gedächtnis geblieben ist, war 1969: „Da ist am 10.November Schnee gefallen und bis April nicht weggetaut. Sogar Ostern gab es einen Meter Neuschnee“, sagt er. Diesen Rekord wird die aktuelle Saison wohl nicht mehr toppen können. Aber vielleicht gibt der Winter ab kommender Woche nicht nur zu einem Intermezzo, sondern doch ein klein bisschen länger.