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Tipp zu verdecktem Bergander-Bild

Nach einem SZ-Bericht zu dem nicht mehr zu sehenden Wandbild meldete sich eine Meißnerin. Sie hat bei der Entstehung zugeschaut.

© Andreas Weihs

Von Marcus Herrmann

Meißen. Roswitha Kriegel war gerade einmal neun Jahre alt, als der in Meißen geborene Künstler und spätere Hochschul-Professor Rudolf Bergander das heute verdeckte Wandbild 1949 im Foyer des Rathauses anbrachte. „Ich habe ihm zugeschaut, wie er auf einem Gerüst stehend, die Arbeiten vorgenommen hat und mich später immer an dem Bild erfreut“, sagt die Meißnerin. Dass das Bild nach Sanierungsarbeiten im Eingangsbereich nicht mehr gezeigt wurde, sei schade, findet Kriegel.

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Die 78-Jährige erinnert sich: „Ich weiß noch von einem Interview mit Oberbürgermeister Olaf Raschke, in dem er äußerte, dass das Bild schon sehr alt wäre und nicht mehr zur neuen Gestaltung des Rathauses passt.“ Ihres Wissens stelle das heute durch eine Schutzkonstruktion abgedeckte Wandbild eine Produktionsberatung im Werk der Elektrowärme (EWS) Sörnewitz dar. „Hier hatte damals Berganders Bruder gearbeitet. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er das Bild im Auftrag der SED angebracht hat. Es gab damals viele talentierte Maler, die in den LPG‘s Auftragswerke herstellen mussten“, erläutert Kriegel. Nach Informationen der Stadt sei das verdeckte Wandbild in gutem Zustand und könnte jederzeit wieder gezeigt werden. Allerdings sei ein gesteigertes Interesse der Meißner, das Bild betrachten zu wollen bisher nicht erkennbar, so ließ Michael Eckardt aus dem Presseamt kürzlich mitteilen.

Roswitha Kriegel wäre nach eigener Aussage froh, das Bild wieder sehen zu können. Ähnlich ergeht es Michael Wiedemann, der nach dem SZ-Artikel vom 5. Juli kommentierte: „Gebt endlich das Gemälde von Prof. Rudolf Bergander wieder frei! Danke, dass es eine Initiative gibt, hervorragende Kunst aus der DDR ... Gästen wieder zugänglich zu machen“.