Teilen:

Historiker übergeben Petition

© Archiv: Unger

Stolpener Einwohner fordern Gespräche im Rathaus. Da geht es um geschichtliche Fakten.

Von Anja Weber

Stolpen. Insgesamt 44 Unterschriften stehen unter einer Petition, die Stolpener Historiker im Rathaus abgegeben haben. Darunter sind namhafte Stolpener wie zum Beispiel die Bürgermeister der letzten Jahre, Geschäftsleute, Einwohner aber auch geschichtsinteressierte Bürger aus Neustadt, Radeberg, Dresden und Meißen haben die Petition unterschrieben. „Die Unterzeichner dieser Petition sind gegen die Verfälschung der Stadtgeschichte“, sagt Werner Förster, einer der Initiatoren. Er wie auch andere Historiker werten die Werbung um Stolpen 800 als irreführend. Die Historiker haben die Stadtverwaltung und die Organisatoren der Feierlichkeiten auf einen ihrer Meinung nach begangenen Fehler aufmerksam gemacht. „Mehrere Mahnungen geschichtsinteressierter Bürger von Stolpen wurden zwar aufgenommen, aber letztlich ignoriert. Das bedrückt diese Bürger“, sagt Werner Förster. Im Mittelpunkt des Streits steht das Alter von Burg und Stadt. Man solle der Realität ins Auge sehen. Das Alter der Burg wäre tatsächlich 800 Jahre und das der Stadt 500 bis 600 Jahre. Einige der Historiker halten die Werbung um „Stolpen 800“ für verfehlt, denn schließlich könne nur die Burg Stolpen ihr 800-jähriges Jubiläum feiern und nicht die Stadt.

Der Streit darum ist in Stolpen bekannt. Deshalb hatte man sich in der Vorbereitung auch auf den Titel „Stolpen 800“ verständigt. Ziel der Historiker ist nun ein Treffen mit dem Vorstand des Festkomitees und der Stadtverwaltung, um die unterschiedlichen Positionen erläutern zu können. Sie haben außerdem umfangreiches Material und viele Unterlagen gesammelt. Man wolle nur, dass bei der künftigen Werbung nicht mehr vom 800-jährigen Jubiläum der Burgstadt gesprochen werde, weil das historisch nicht stimme. Sie fordern weitere Konsequenzen. „Nach dem Jubiläum müssen der Stolpener Geschichtsverein sowie ein Chronist beauftragt werden, die geschichtlichen Daten von Burg und Stadt chronologisch für die Zukunft einzuordnen“, heißt es in der Petition.