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Historische Einigung für den Welthandel

Das Abkommen von Bali wird der deutschen Wirtschaft ein Milliardenplus bescheren.

Nusa Dua. Weniger Zollschranken und bessere Chancen für arme Länder: Fast 160 Staaten haben sich auf ein bahnbrechendes Abkommen zum Welthandel geeinigt. Das sogenannte Bali-Paket könnte mehr als 20 Millionen neue Arbeitsplätze und Wachstumsimpulse im Billionenbereich bedeuten. Es geht um Handelserleichterungen, den Abbau von Agrarsubventionen sowie Hilfen für Entwicklungsländer. Das Paket wurde am Sonnabend bei der Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) auf der Insel Bali bestätigt. Es ist das erste große Abkommen zur Liberalisierung des globalen Handels seit fast zwei Jahrzehnten. „Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hat die WTO geliefert“, erklärte ihr Generaldirektor Roberto Azevêdo.

Das Abkommen wird nach Ansicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages der deutschen Wirtschaft wichtige Impulse verleihen. „Mit einem Anteil am Welthandel von knapp acht Prozent rechnen wir allein für die deutsche Wirtschaft in den fünf Jahren nach Inkrafttreten mit einem Plus von 60 Milliarden Euro“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier gestern in Berlin. Zuletzt habe jedes dritte im Auslandsgeschäft tätige deutsche Unternehmen über zunehmende Handelshemmnisse geklagt.

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Das Vertragswerk werde viele neue Jobs schaffen, prophezeite Azevêdo. Zugleich sei es ein klares Bekenntnis zur Verwirklichung der 2001 beschlossenen Doha-Entwicklungsagenda. „Das Bali-Paket ist nicht das Ende, es ist der Anfang“, sagte der Brasilianer. Mit dem Paket von zehn Einzelvereinbarungen wird unter anderem die weltweite Vereinfachung von Zollabwicklungen im grenzüberschreitenden Warenverkehr angestrebt. Die ärmsten Länder sollen besseren Zugang zu den Märkten der Industrie- und Schwellenländer erhalten. Die Entwicklungshilfe im Bereich des Handels soll verstärkt werden. Zudem ist der Abbau von Agrarsubventionen vorgesehen.

Der Durchbruch war erreicht worden, indem Indien Ausnahmeregeln für die Subventionierung der Nahrungsmittelversorgung von 820 Millionen armen Menschen zugestanden wurden. Neu Delhi hatte gedroht, das Bali-Paket zu blockieren, sollten dadurch Probleme für die Nahrungsmittelsicherheit seiner Bevölkerung entstehen.

Die Internationale Handelskammer begrüßte das „historische Abkommen“. Allein durch die beschlossene Vereinfachung der Zollabwicklung könnten Unternehmen weltweit 15 Prozent ihrer Kosten für den grenzüberschreitenden Warenverkehr einsparen. Insgesamt seien durch das Bali-Paket Wachstumsimpulse von bis zu 730 Milliarden Euro möglich. (dpa)