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Historischer Waggon wird repariert

Die Traditionsbahner haben ihr neues Domizil im alten E-Werk bezogen. Dort wird derzeit an einem besonderen Original gebaut.

© Traditionsbahn Radebeul

Von Paul Jonas Grunze

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Radebeul. Karl May und die Königlich Sächsische Staatseisenbahnen verursachten den heutigen Bekanntheitsgrad der Lößnitzgemeinde Radebeul und seiner ländlichen Anbindung durch den Lößnitzgrund, die bis hin zum Moritzburger Barockschloss führt.

Die Traditionsbahn pflegt dieses technische Kulturerbe und hat auch für 2018 wieder ein umfangreiches Programm mit etlichen Sonderfahrten geplant. In diesem Jahr kommt erneut der zweiachsige Personenwagen 235 K im Traditionsbetrieb zum Einsatz. Er ist einer von ganz wenigen erhaltenen seiner Art aus der Anfangszeit der sächsischen Schmalspurbahngeschichte und wurde in den letzten Jahren aufwendig von der IG Verkehrsgeschichte Wilsdruff aufgearbeitet. Im Nachgang wurden, wegen des erhöhten Beförderungsaufkommens auch für die bekannten Schmalspurstrecken, größere Waggons gebaut. Ein mit Traglasten nutzbares Original der IV. Klasse (Holzbänke) wird derzeit entkernt und dem Originalerscheinungsbild mit Holzbeplankung während der fälligen Hauptuntersuchung zum möglichen fahrbaren Einsatz des Fahrzeuges verholfen. Gewerkelt wird im neuen Vereinssitz im ehemaligen Elektrizitätswerk im Lößnitzgrund.

Ihr altes Quartier am Güterboden in Radebeul-Ost war den Traditionsbahnern gekündigt worden. Fieberhaft suchten sie deshalb nach einem neuen Vereinssitz. Rund einhundert Quadratmeter an Räumen brauchen sie. Das kürzlich von der Stadt gekaufte E-Werk bot sich dafür an.

Die Saison beginnt für die Eisenbahner am Sonntag, dem 11. Februar, mit einem Sonderzug zum diesjährigen Straßenkarneval in Radeburg, teilen die Eisenbahnfreunde mit. Ein Sonderfahrplan auf der gesamten Lößnitzgrundbahn wird dazu in Kraft treten, um auch zusätzliche Fahrgäste wieder zum größten Karnevalsumzug in Sachsen und anschließend wieder heimwärts zu befördern. Außerdem werden in diesem Jahr wieder an zehn Wochenenden die ehrenamtlich durchgeführten Fahrten mit dem Traditionszug stattfinden. Höhepunkte dabei sind die Fahrten zum Karl-May-Fest im Lößnitzgrund am 12. und 13. Mai sowie die Mitwirkung zum Schmalspurbahn-Festival am 15. und 16. September sein. Am 3. Juni wird es wieder eine Sommer-Teddybärenfahrt geben und am 11. August eine Zuckertütenfahrt.

Anschließend plant der Verein am 7. Oktober einen Tag der offenen Tür in der Betriebsstelle Bahnhof Radeburg mit Lokschuppenbesichtigung und Draisinenmitfahrten, etwa mit dem SKL, Bauart „Oberdittmannsdorf“, einem historisch wertvollen Einzelstück. Ende Oktober fahren dann die Dieselzüge zum Moritzburger Fisch- und Waldfest und im Dezember stehen Nikoslaus- und Adventsfahrt auf dem Plan.

Der Standort im Lößnitzgrund ist geöffnet: Dienstag, 9 bis 18 Uhr, Donnerstag, 9 bis 13 Uhr und Freitag, 8 bis 12 Uhr. Erreichbar sind die Traditionsbahner unter Telefon 0351 79696277. (SZ)

Für das aktive Nachleben des historischen Waggons ist der Verein mit seinen ehrenamtlichen Mitgliedern auf materielle Unterstützung angewiesen. Hierzu sind Spenden erwünscht. Sparkasse Meißen, IBAN: DE11 8505 5000 3000 0250 99. Unter Verwendungszweck bitte angeben: Spende Wagen 970-269.