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Historisches Portal wieder sichtbar

Aus Brandschutzgründen war die Tür eines Uni-Gebäudes in Tharandt hinter Spanplatten verschwunden – nun ist das Provisorium weg.

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© Andreas Weihs

Von Annett Heyse

Tharandt. Fantastisch sei das, endlich ergebe sich wieder ein richtiges Bild, lobt Otto Wienhaus. Der Forstprofessor im Ruhestand und aktive Stadtrat in Tharandt freut sich, dass nun wieder die Eingangstür des Hauptgebäudes der Forstwissenschaftlichen Fakultät zu sehen ist. „Großartig! Der bisherige Zustand fiel ja auf wie ein blaues Auge in einem Gesicht.“

Worüber sich Wienhaus so freut, ist eine Holztüre mit feinem Schnitzwerk und Glasornamenten. Seit 1849 ist sie der Hauptzugang des damals eröffneten Akademiegebäudes an der heutigen Pienner Straße. Doch aus Brandschutzgründen war die Tür zuletzt hinter einem Provisorium aus Spanplatten versteckt.

Weil die Pforte nach innen aufging, der Brandschutz aber einen ersten Fluchtweg mit nach außen zu öffnenden Flügeln fordert, mussten sich die Gebäudemanager etwas einfallen lassen. Vor die historische Tür wurde deshalb eine aus Spanplatten gezimmert, deren Flügel nach außen aufschwangen. Die bisherige Haupttür wurde so zur Zwischentür, die immer offenstand, sobald im Gebäude Betrieb war.

Mit dem Umbau im Haus wurde ein zweiter Zugang nun so ausgebaut, dass er nicht nur nach außen öffnet, sondern auch als erster Fluchweg ausgeschildert werden konnte. Damit ist der Hauptzugang ganz offiziell zweiter Fluchtweg – und dessen Türen dürfen auch nach innen öffnen.

Otto Wienhaus, der als Stadtrat immer sehr rührig ist, wenn es um Tharandter Probleme geht, hatte sogar schon einen anderen Vorschlag: „Man hätte die Tür umbauen können.“ In Wien hatte er das an einem Uni-Gebäude gesehen, fotografiert und die Bilder an das zuständige Immobilien- und Baumanagement des Landes Sachsen geschickt. Ein Umbau der Pforte ist nun überflüssig. Die Behörde hat nach der Lösung mit dem ersten/zweiten Fluchtweg kurzerhand das Spanplatten-Provisorium abbauen lassen – und das historische Portal ist wieder sichtbar.