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Hitlergruß vor Asylbewerbern

Ein junger Freitaler stand wegen der Geste vor Gericht. Aus mehreren Gründen ließ der Richter Milde walten.

© Frank Baldauf

Von Yvonne Popp

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Gerichtsbericht. Wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen musste sich ein junger Freitaler vor dem Jugendrichter am Amtsgericht Dippoldiswalde verantworten. Zusammen mit drei Begleitern hatte der damals 19-jährige Felix H. im April des vergangenen Jahres zwei Asylbewerbern an der Kreuzung Hüttenstraße/Schachtstraße den Hitlergruß gezeigt. Dabei wurden sie von einer Zivilstreife der Freitaler Polizei beobachtet. Die Beamten erstatteten Anzeige.

Vor Gericht entschuldigte sich Felix H. Er sagte, dass das eine völlig gedankenlose Geste war und er eigentlich gar nicht „rechts“ sei. Allerdings räumte er ein, seit ungefähr drei Jahren Cannabis und Crystal zu konsumieren. Am Tattag will er dazu noch zwei Flaschen Bier getrunken haben.

Weil sich der junge Arbeitslose geständig zeigte und bisher außerdem noch nie strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, ordnete Richter Xaver Seitz erzieherische Maßnahmen an – statt einer Geld- oder Arreststrafe. Felix H. soll für ein halbes Jahr an Motivationskursen der Integrationsgesellschaft Sachsen (IGS) teilnehmen.

Die IGS kümmert sich unter anderem um die Integration sozial benachteiligter Jugendlicher am Arbeitsmarkt. Daneben muss H. auch eine Suchtberatungsstelle aufsuchen. Die Kosten des Verfahrens wurden ihm erlassen.