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Hitlers Meissener Vase wird versteigert

Bei einer Auktion in Nürnberg wird auch eine angebliche Akt-Zeichnung des Diktators angeboten. Doch es gibt Zweifel an der Echtheit.

Ein großes Segelschiff, möglicherweise die Gorch Fock, zeigt eine Meissener Vase, welche aus dem Besitz Adolf Hitlers stammen soll und am 9. Februar in Nürnberg versteigert wird.
Ein großes Segelschiff, möglicherweise die Gorch Fock, zeigt eine Meissener Vase, welche aus dem Besitz Adolf Hitlers stammen soll und am 9. Februar in Nürnberg versteigert wird. © Screenshot SZ

Meißen/Nürnberg. Die britische Boulevardpresse sowie russische Medien berichten derzeit intensiv über eine am 9. Februar anstehende Auktion des Nürnberger Antiquitätenhändlers Weidler. 

Dabei kommen laut Katalog auch mehrere Stücke unter den Hammer, die aus dem Privatbesitzer von Adolf Hitler stammen sollen. Dazu zählt eine Vase aus Meissener Porzellan, welche auf der Vorderseite die Ansicht eines großen Segelschiffs und das Markenzeichen Blaue Schwerter zeigt. Auf der Rückseite ist die Reichskriegsflagge mit Hakenkreuz zu sehen. Die Vase wird laut Katalog auf 5.500 Euro geschätzt. 

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Die Rückseite der Vase aus Meissener Porzellan zeigt die Reichskriegsflagge mit Hakenkreuz. Derart eindeutige Symbole des Dritten Reiches wurden sonst auf Meissener Produkten eher vermieden.
Die Rückseite der Vase aus Meissener Porzellan zeigt die Reichskriegsflagge mit Hakenkreuz. Derart eindeutige Symbole des Dritten Reiches wurden sonst auf Meissener Produkten eher vermieden. © Screenshot SZ

Ihre Herkunft aus dem Besitz Adolf Hitlers soll ein handschriftliches Schreiben des sowjetischen General-Leutnants der Luftwaffe Boris Bibikow von 1962 bezeugen. In der Übersetzung heißt es, dass die Vase von dem Verfasser „während der Befreiung Berlins im Jahr 1945 … aus den Privaträumen des Führers Adolf Hitler in den Räumen der Reichskanzlei beschlagnahmt wurde.“ Im Katalog des Nürnberger Auktionshauses ist von einer Spezialanfertigung für den Diktator die Rede.

Neben der Vase werden am 9. Februar insgesamt 31 Bilder versteigert, die dem Katalog zufolge mit „A. Hitler“ signiert sind und wohl von Adolf Hitler stammten. Darunter befindet sich ein Akt-Aquarell, welches angeblich Hitlers Nichte Geli Raubal darstellt. Diese hatte sich 1931 in der gemeinsam mit Hitler bewohnten Münchner Wohnung das Leben genommen.

Ein Schreiben des sowjetischen General-Leutnants Boris Bibikow soll die Herkunft der Vase aus den Räumen der Reichskanzlei bezeugen.  
Ein Schreiben des sowjetischen General-Leutnants Boris Bibikow soll die Herkunft der Vase aus den Räumen der Reichskanzlei bezeugen.   © Screenshot SZ

Einem Bericht der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „Die Welt“ zufolge ist die Echtheit der meisten Werke jedoch zweifelhaft. Die Auktion lenke den Blick auf „die braunen Abgründe des Kunstmarktes“, heißt es in dem Artikel weiter.

Bilder Hitlers, der sich vor seinem Politikerdasein sein Geld als Kunstmaler verdiente, wurden sowohl in der Zeit des Nationalsozialismus als auch nach dem Krieg immer wieder gefälscht. In dem Geschäft mischte auch der Fälscher der Hitler-Memoiren Konrad Kujau mit.


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