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Hitze sorgt für volle Freibäder

In Döbeln waren es am Sonnabend mehr als 800 Besucher. Da gab es zum ersten Mal einen Corona-Stopp.

Im Döbelner Freibad suchten am Sonnabend mehr als 800 Badegäste Abkühlung. Damit wurde in der Coronakrise die Kapazitätsgrenze erreicht.
Im Döbelner Freibad suchten am Sonnabend mehr als 800 Badegäste Abkühlung. Damit wurde in der Coronakrise die Kapazitätsgrenze erreicht. © Lutz Weidler

Das unbeständige Wetter im Mai, Juni und Juli und die Corona-Hygieneregeln. Das sind nach Ansicht der Freibad-Betreiber die Killer der Badesaison 2020. Seit vergangener Woche scheint zumindest wettertechnisch die Wende gekommen zu sein. Sächsische.de hat sich in den Bädern der Region umgehört.

Viel Platz in DöbelnIm Döbelner Freibad haben am Sonnabend reichlich 800 Badegäste Abkühlung gesucht. Weil zu viele Leute im Becken waren, griffen zum ersten Mal die Corona-Bestimmungen. Am Nachmittag wurden bei einer Anzahl von etwa 750 Badegästen etwa eine Stunde lang niemand ins Bad gelassen. „Die Leute waren vernünftig, manche sind wieder nach Hause gegangen, andere haben vor dem Bad gewartet“, sagte Simone Jentzsch. Am Sonntag war der Andrang etwas geringer.

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Vor dem heißen Wochenende seien an einem Tag einmal 872 Besucher gezählt worden, allerdings den gesamten Tag über. Bleibt es weiter so heiß, könnte es am Eingang schon mal stocken. „Dann bitten wir per Lautsprecherdurchsagen schon mal höflich, dass Besucher, die schon länger da sind, für die nächsten Platz machen“, erklärt Stadtwerkechef Gunnar Fehnle.Platz gebe es im Döbelner Freibad für gewöhnlich reichlich – in den Wasserbecken, auf den Liegewiesen, im Imbissbereich. „Das sehe ich wirklich als unser großes Plus, und das kommt uns auch jetzt während der Corona-Pandemie zugute“, findet der Geschäftsführer.

Auf den Ansturm am Wochenende war das Badteam gut vorbereitet. In zwei Schichten kümmerten sich insgesamt 14 Mitarbeiter um das Wohl der Badegäste und darum, dass alle Hygieneforderungen erfüllt werden können.

Verluste in Gebersbach

Das Bad in Gebersbach war am Wochenende gut besucht. Am Sonntag besser als am Sonnabend. „Wir werden wohl um die 400 bis 500 Badegäste erreichen“, sagte Betreiber Lutz Iwan am Sonntagnachmittag. Die maximal zulässige Anzahl von 320 Besuchern gleichzeitig im Bad wurde aber nicht gerissen.

„Vor einer Woche hätte ich noch gesagt, es wäre besser gewesen, das Bad dieses Jahr geschlossen zu lassen“, sagte Lutz Iwan. „Die Monate Mai, Juni und Juli konnte man total vergessen.“. Iwan führt die Einbußen jeweils zur Hälfte auf das unbeständige Wetter und die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zurück. Der 1. August sei jedoch der erste besucherstarke Tag gewesen. „Da hatten wir über den Tag verteilt 470 Gäste“, so Iwan.

Das Gebersbacher Bad ist das einzige, bei dem sich die Besucher am Einlass mit Name und Adresse registrieren müssen. „Das steht so in unserem Hygienekonzept“, erklärt Lutz Iwan. Die Formalitäten hätten einige Gäste schon kritisiert. Auch dass das Kinderplanschbecken wegen seiner Größe unter 50 Quadratmeter geschlossen bleiben muss, bemängeln die Badegäste. „Das verstehe ich auch, aber es ist nicht zu ändern“, so Iwan.Rege genutzt wird nach Angaben Iwans das erst seit Anfang Juli zur Verfügung stehende kostenlose Wlan. „Jetzt fehlt nur noch der Radweg von Waldheim nach Gebersbach, dann sind wir zufrieden.“

Auch wenn ihn die Hitze und die vielen Besucher vom zurückliegenden Wochenende optimistisch stimmen: „Aufholen können wir die Verluste nicht mehr.“ In den Vorjahren haben sich durchschnittlich 4.000 Gäste pro Saisonmonat im Bad aufgehalten. Jetzt sind wir bis dato bei gerade einmal 5.000 Besuchern seit der Eröffnung im Mai.

Steigende Zahlen in Roßwein

Auch im Roßweiner Freibad hat die Saison verhalten begonnen. „Seit voriger Woche Mittwoch steigen die Zahlen stetig“, so Schwimmmeister Sven Nestler. 750 Besucher dürfen sich gleichzeitig im Wolfstal aufhalten. Registriert wird das mittels Strichliste am Ein- und Ausgang an der Kasse. Die maximale Anzahl ist aber auch an diesem Hitze-Wochenende nicht erreicht worden. „Wir hatten am Sonnabend insgesamt 750 Besucher. Durch die Abgänge gibt es aber immer noch Luft“, sagte Nestler. Am Sonntag war das Aufkommen an Badegästen dann etwas geringer. Gegen 14 Uhr tummelten sich rund 400 Leute im Wolfstal und suchten Abkühlung im 25 Grad warmen Wasser.

In Leisnig bleiben Stammgäste aus

Als letztes Freibad der Region startete das Leisniger erst am 22. Juni in die diesjährige Saison. „Wettertechnisch lief es anfangs nicht gut. Selbst bei Temperaturen um die 25 Grad kamen die Gäste sehr verhalten“, sagt Bad-Chef Marko Kählert. Er führt dies in erster Linie auf Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zurück. „Einige Stammgäste habe ich dieses Jahr noch gar nicht gesehen“, so Kählert. 500 Besucher dürfen gleichzeitig im Bad sein. Kontrolliert wird das durch einen Eingangszähler im Drehkreuz und eine Lichtschranke am Ausgang. Dass die Zahl der Gäste im Wasser nicht über 150 Personen steigt, behalten die Schwimmmeister mit einem Klicker im Blick. Über die 500 Besucher sei die Zahl der Gäste schon geklettert, aber über den Tag verteilt.

Wer sich unsicher ist, ob die Kapazitäten im Freibad bei schönem Wetter noch ausreichen, kann sich gern telefonisch erkundigen. Die Schwimmmeister geben unter Tel. 034321 628398 Auskunft.

Wetter bremst Spaß in Geringswalde

Viele Leute hätten in diesem Jahr länger gewartet, bis sie sich entschlossen haben, ins Freibad zugehen. Diese Beobachtung hat Lutz Porsche, Schwimmmeister im Freibad Geringswalde gemacht. „Insofern macht sich die Corona-Pandemie schon bemerkbar“. Das belegen auch die Zahlen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren bereits mehr als 12.800 Personen im Bad gewesen. „Dieses Jahr sind es bisher noch nicht einmal 8.000“, so Porsche. Dabei spiele aber auch das Wetter eine Rolle, das in diesem Jahr bis Anfang August zu wechselhaft gewesen sei, um viele Gäste anzulocken. Mit Beginn des „Kaiserwetters“ am Wochenende hofft Porsche, dass sich der Ansturm in den nächsten Wochen fortsetzt.

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