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Sachsen

Hitze-Wochenende in Sachsen

Hochsommerliche Temperaturen und Trockenheit machten Mensch und Natur zu schaffen. Jegliche Abkühlung war willkommen - sogar im Bergwerk

Badegäste springen im Naturbad Mockritz in Radebeul von einem Steg in das Wasser.
Badegäste springen im Naturbad Mockritz in Radebeul von einem Steg in das Wasser. © Robert Michael/dpa

Pirna/Dresden/Freiberg/Torgau. Temperaturen jenseits der 30 Grad haben Sachsen am Wochenende zu einem heißen Pflaster werden lassen. Bei brütender Hitze und vielerorts wolkenlosem Himmel lechzten die Menschen nach Erfrischung jeglicher Art - Schatten, kühle Täler und Seen, Wasser und Eis waren gefragt. Die wegen Corona beschränkten Kapazitäten in Freibädern und Stränden waren mancherorts schnell erschöpft, Badewillige mussten sich in Geduld üben. In Nordsachsen kamen Feuerwehrleute unfreiwillig ins Schwitzen - und in Westsachsen ein Radfahrer zum Sturz.

Bei Beilrode brannten rund 30 Hektar Wald entlang der Bahnstrecke Torgau - Falckenberg (Brandenburg), die gesperrt werden musste. Beidseits der Gleise unweit der Landesgrenze kämpften nach Angaben des Landratsamtes am Samstag bis zum Abend über 100 Feuerwehrmänner erfolgreich gegen die Flammen, unterstützt von der Bundespolizei. Bis Sonntag wurde noch Brandwache gehalten, für die S-Bahn-Linien S4 und die Regionalbahn RE10 Leipzig-Cottbus besteht Ersatzverkehr. Brandursache und Schadenshöhe sind noch nicht bekannt.

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Höchste Waldbrandwarnstufe

Im Landkreis Nordsachsen und einem Teil des Landkreises Leipzig gilt aktuell die höchste Waldbrandwarnstufe und das Betreten des Waldes ist verboten. Für die Stadt Leipzig und gut die Hälfte des Landkreises Leipzig, die Landkreise Meißen, Zwickau und den Süden von Mittelsachsen sowie für Chemnitz und den Norden der Landkreise Bautzen und Görlitz besteht hohe Gefahr. Die Prognose geht am Montag indes örtlich von einer Entspannung aus - nur nicht in Nordsachsen.

Sachsens Freibäder und Badegewässer erlebten wie erwartet einen Ansturm. Am Geibeltbad Pirna mussten Badelustige bis zu anderthalb Stunden auf Abkühlung warten. „Wir sind voll“, sagte ein Mitarbeiter. Auch am Berzdorfer See bei Görlitz waren die Parkplätze schnell belegt, am Stausee Rabenstein bei Chemnitz indes ausreichend Platz. „Wir sind gut besucht, aber es ist entspannt“, sagte eine Mitarbeiterin unter Verweis auf das „sehr weitläufige Gelände“.

Ausgebucht indes waren Führungen unter Tage in ehemaligen Bergwerken. Im Freiberger Silberbergwerk Reiche Zeche etwa tauchten kleine Gruppen bis zu anderthalb Stunden ins Kühle ab - erleichtert. „Bei uns geht es sofort auf zwölf Grad runter“, sagte eine Mitarbeiterin des Marie Louise Stolln in Bad Gottleuba (Osterzgebirge). „Herrlich! Angenehm!“, beschrieb sie Besucherreaktionen. Die Touren sind wegen Corona begrenzt, Restplätze schnell vergriffen. „Manche kamen ohne wärmende Kleidung, wir mussten sie erst ausstatten.“

Heißester Tag des Jahres

Auch im Shopping-Center wie der Dresdner Altmarktgalerie suchten am Samstag neben Kunden Hitzegeplagte Zuflucht. „Hier herrscht mehr Andrang als sonst“, sagte eine Sprecherin. Für einige war die Städtische Galerie eine Alternative „zum Schwitzen unter freiem Himmel“. Dort bot die Sonntagsführung am Vormittag neben dem Kunstgenuss „bei herrlichen 21 Grad Celsius“ ganz spezielle Erfrischung.

Samstag war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der bisher heißeste Tag des Jahres im Freistaat und Mockrehna (Landkreis Nordsachsen) mit 35,9 Grad der heißeste Ort. „Leipzig hatte mit 19,8 Grad auch fast eine tropische Nacht“, sagte eine Meteorologin. Davon werde ab 20 Grad gesprochen. Auch die Nacht zum Montag kann mancherorts eine tropische werden.

In Meerane (Landkreis Zwickau) erlitt ein 58-Jähriger einen Hitzeschock und stürzte mit dem Rad. Eine Streife entdeckte den Mann leicht verletzt im Straßengraben und alarmierte den Rettungsdienst.

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Sonntagnachmittag sorgten einige teils gewittrige Schauer im Bergland für kurze Erfrischung. An der Messstation Schwartenberg (Mittelsachsen) wurde die kritische Schwelle der Ozonkonzentration von 180 Milligramm pro Kubikmeter überschritten. Bis mindestens Wochenmitte ist es weiter hochsommerlich mit Temperaturen über 30 Grad und kühlt auch nachts nicht ab, erklärten die Meteorologen. „Es bleibt hieß.“ (dpa)

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