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Hitzeschlacht am Dreiweiberner See

Beim 28. Knappenman wurden 1 184 Starter gezählt. Nicht alle kamen ins Ziel. Der OSSV Kamenz aber trumpfte auf.

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© Manfred Grünberger

Von Manfred Grüneberg & Frank Oehl

Während der Dreiweiberner See in den frühen Morgenstunden noch wonnige Ruhe ausstrahlte, war die Staatsstraße zwischen Weißkollm und Lohsa schon zugeparkt – ein nicht zu übersehendes Indiz für den Beginn der Triathlon- Wettkämpfe. Auch wenige Minuten vor dem Start des 28. Sparkassen-Knappenman war bei Andreas Broschinski von der Emder LG keine Spur von Nervosität zu spüren. Der 45-Jährige hatte wie im Vorjahr die 600 Kilometer Autostrecke auf sich genommen, um erneut beim Lausitzer Triathlon-Spektakel mitzumischen und nach vielen Jahren unterschiedlichster Extremsportarten seine Grenzen neu auszuloten.

Eine Staffel aus Hoyerswerda mit Henry Gelardi, Ronny Stiller und Jonas Zschornack holte sich den Sprintsieg.
Eine Staffel aus Hoyerswerda mit Henry Gelardi, Ronny Stiller und Jonas Zschornack holte sich den Sprintsieg. © Manfred Grünberger
Die Hitzer war mörderisch. Hier kümmert sich gerade Dr. Kathrin Barth um einen dehydrierten Sportler.
Die Hitzer war mörderisch. Hier kümmert sich gerade Dr. Kathrin Barth um einen dehydrierten Sportler. © Manfred Grünberger

Tatsächlich warteten auf viele der 54 Einzelstarter des XXL-KnappenMan-Wettbewerbes extreme Herausforderungen. Pünktlich 7 Uhr schickte Sparkassenchef Jürgen Marquard die Eisenmänner, darunter auch sechs Frauen, auf die am Ende angenehmste Teilaufgabe des Tages, das 3,8-km-Schwimmen. Trotz warmer 21,5 °C Wassertemperatur rannte eine graue Wand Neopren in den See. Der 11 Uhr startende XL-Wettbewerb über die Halbdistanz hatte bei 22 °C Wasser diesen Schwimmbonus nicht mehr. Nach anfänglichem Positionsgehaue zog sich eine kräftig sprudelnde lange Wasserschlange durch den Dreiweiberner See. Die ersten Vier zeigten dabei einen perfekten Kraulstil und erreichten nach unter einer Stunde wieder festen Grund.

Freunde feuerten an der Strecke an

Beim anschließenden Radrennen über 180 Kilometer trumpfte der als Zweiter aus dem Wasser gestiegene Stefan Flachowsky vom OSSV Kamenz mächtig auf. Er rannte schließlich als Erster mit seinem Bike in den Wechselgarten. Auch die anschließende Marathon-Tortur bei über 35 °C meisterte Flachowsky in 3:31 h souverän. Im Ziel berichtete der Sieger der Eisenmänner, dass er erst am Vortag von der Halbdistanz auf den langen Kanten umgemeldet hatte. Die totale Windstille empfand Flachowsky als angenehm, beim Laufen wurde sie hingegen zum Höllenbad, bei einem Sonnenanteil von über 80 Prozent auf der viermal zu durchlaufenden 10,5-km-Schleife. Der Hoyerswerdaer Steffen Gierth schaffte seine Langdistanz-Premiere übrigens in elf Stunden, 17 Minuten und 20 Sekunden. Er dankte nicht nur seinem Trainer Ralf Harzbecker, sondern auch den Freunden und Bekannten an der Strecke, die ihn stets vorangetrieben haben. Auch lobte Gierth die gute Organisation. „An allen Verpflegungspunkten waren ausreichend Getränke und Schwämme, die bei diesen Temperaturen mehr als nötig waren. Ein Kompliment und Dankeschön auch an all die Helfer, die es mit Sicherheit genauso schwer hatten, bei diesen Temperaturen mit einem Lächeln für uns Athleten da zu sein.“ Von vielen Teilnehmern wurde besonders die umfassende medizinische Sicherung im Start/Zielbereich und auf der Strecke gelobt. Im Verlaufe des Wochenendes wurde zahlreichen Sportlern medizinische Hilfe zuteil. Allein die DRK-Wasserwacht war mit 30 Helfern vor Ort.

Auch über die wieder stark besetzte Triathlon-Halbdistanz war der OSSV Kamenz unschlagbar. Nach einem bei brütender Hitze starken Halbmarathon in 1:20 Stunden siegte Hawaii-Starter Sven Kunath vor seinem Vereinskameraden Sebastian Guhr und René Gruner vom TSV Cottbus. Und auch bei den Halbdistanzstaffeln wartete der OSSV mit den Plätzen 2,.3 und 5. auf, und beinahe selbstverständlich holten die Firstladys des OSSV den Sieg in der reinen Frauenstaffel – mit Kerstin Pötschke, Annegret Schäfer und Marion Kunath.

Auch die Wettkämpfe am Sonntag waren allesamt gut besetzt. Hier konnte André Jost auf der Sprintdistanz als Dritter einen weiteren OSSV-Podestplatz sichern, sodass der Kamenzer Schwimmverein wieder der mit Abstand erfolgreichste war, was sich auch in weiteren guten Platzierungen niederschlug (siehe Kasten). Stark vertreten war zum Beispiel aber auch der SV Grün-Weiß Burghardtsgrün. Vereinsvorsitzender André Melech nannte vor allen die super Atmosphäre und das organisatorische Gesamtpaket als Gründe, warum seine Sportler nach dem Vorjahr wieder gern an den Dreiweiberner See gekommen sind. Unterm Strich wurde dem Sportbund Lausitzer Seenland-Hoyerswerda und allen Helfern ein tolles Lob für eine tolle sportliche Großveranstaltung bescheinigt. 1 184 Starter, von denen 1 066 finishten – das muss man erst einmal bewerkstelligen.

Thomschke punktete in Zell am See

Am Rande wurde beim OSSV freilich auch immer wieder mal zum Ironman Zell am See auf der Halbdistanz geschaut, wo mit Markus Thomschke der beste Crack des Vereins als Profi gefragt war. Beim Sieg des überragenden Belgiers Marino Vanhoenacker (4:06:05) musste sich der Friedersdorfer um ganze 13 Sekunden vom Briten Stuart Hayes auf den dritten Platz verweisen lassen. Markus bot bei großer Hitze und mit der zweitschnellsten Radzeit in der Endzeit von 4:11:36 wieder eine starke Performance – und das mitten aus dem Trainingsmodus heraus. „Ich bin genau im Plan für die WM auf Hawaii“, freute er sich.