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Hobbyastronomen beobachten Sterne

In der Sternwarte in Hartha treffen sich Freizeitastronomen aus ganz Deutschland und anderen Ländern. Ihr Thema sind die veränderlichen Sterne.

© Dietmar Thomas

Von Helene Krause

Hartha. Etwa 23 Teilnehmer aus ganz Deutschland, aus Österreich und der Schweiz sind am Sonnabend in die Sternwarte nach Hartha gekommen. Fast alle sind Freizeit- oder Hobbyastronomen und gehören der Bundesdeutschen Arbeitsgemeinschaft für veränderliche Sterne (Bav) an. Einmal im Jahr treffen sie sich in dem kleinen sächsischen Ort und tauschen ihre Erfahrungen beim Beobachten dieser speziellen Himmelskörper aus. Veränderliche Sterne sind solche, die in bestimmten Zyklen heller und dunkler leuchten.

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Das Treffen der Arbeitsgemeinschaft dauert den ganzen Tag. Dabei werden nicht nur Erfahrungen ausgetauscht. Es werden auch Vorträge gehalten, zum Beispiel über Spektroskopie.

Thorsten Lange aus Göttingen war schon mehrfach beim Treffen in Hartha dabei. „Seit 2001 komme ich fast jedes Jahr her“, sagt er. Seit 1996 gehört er der Bundesdeutschen Arbeitsgemeinschaft für veränderliche Sterne an. Was ihn an dem Treffen gefällt ist, dass es die Gelegenheit gibt, andere Hobbyastronomen zu sehen und sich mit ihnen auszutauschen. „Mit den Beobachtungen kann man auch als Laie für die Wissenschaft einen Beitrag leisten“, meint er. „Man schaut jede Nacht und die Helligkeit des Sterns verändert sich ständig. Man kann die Veränderung verfolgen, manchmal auch mit dem bloßen Auge.“ Was ihn dabei fasziniert ist, dass mancher Stern sich nur einmal verändert, andere wiederum nur aller 50 oder 100 Jahre. Wie er findet, ist es ein besonderes Ereignis, Sterne zu beobachten, die sich erst nach vielen Jahren wieder verändern. „Man hat nie wieder die Gelegenheit, dass zu sehen“, so Thorsten Lange.

Aus Albany bei New York ist Gerd-Uwe Flechsing angereist. Er ist seit 1999 in der Bundesdeutschen Arbeitsgemeinschaft für veränderlicher Sterne. Flechsing stammt aus Teterow in Mecklenburg und ist nach Amerika ausgewandert. „Auswanderung ist kein Grund, nicht nach Hartha zu kommen“, meint er. Kerstin Rätz aus Steinbach Hallenberg ist seit 40 Jahren bei dem Treffen dabei. „Ich kam durch meinen Vater zu dem Hobby“, schildert sie. „Der wollte Kometen beobachten.“ Obwohl sie keinen sahen, blieb Rätz bei dem Hobby. Was sie daran fasziniert ist, dass man mit wenigen Mitteln, wie zum Beispiel einem Fernglas, etwas für die Wissenschaft tun kann.

Professor Lienhard Pagel aus Klockenhagen bei Ribnitz-Damgarten ist der Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft. Zum Treffen hat er eine Kartei mitgebracht. Die enthält 40 000 einzelne Blätter mit Lichtkurven. Jedes Blatt ist für die Beobachter die Arbeit von einer Nacht oder von bis zu einem Jahr. Die Karten wurden von 1950 an erstellt. Aus Platzgründen werden sie einem anderen Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft übergeben. Die Lichtkurven wurden in der Vergangenheit per Hand auf Millimeterpapier übertragen.

Seit ihrem Bau 1956 werden in der Sternwarte in Hartha veränderliche Sterne beobachtet. Dabei arbeiten die Harthaer Hobbyastronomen mit etwa 300 Sternwarten der ganzen Welt zusammen.