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Hobbybomber vor Gericht

Zwei Männer aus Leisnig und Ostrau sind wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz angeklagt.

© Symbolfoto/André Braun

Von Helene Krause

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Leisnig. Am Mittag des 3. Januar 2016 gab es auf einem Bauschutt-Lagerplatz An der Muldenwiese in Leisnig einen großen Rums. Dort explodierten zwei Tschechenböller in einem alten Ford Escort. Dabei wurden die Heckklappe und sämtliche Scheiben des Fahrzeugs zerstört. Wegen der Sprengung standen ein 21-jähriger Mann aus Ostrau und ein 35-Jähriger aus Leisnig jetzt vorm Amtsgericht Döbeln.

Vorgeworfen wurde ihnen der gemeinschaftliche strafbare Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen. Der Ford gehörte dem Ostrauer und war stillgelegt. Er und der Mitangeklagte hatten das Fahrzeug zuvor auf dem Lagerplatz abgestellt. In der Absicht, es zu zerstören, hatten die Angeklagten zwei Böller der Marke Supercobra  12 auf den Rücksitz gelegt. Nachdem sie zwei Kameras installiert hatten, zündeten sie die Böller und filmten die Explosion. Um eine Identifizierung zu erschweren, bearbeitete der 35-jährige die Aufnahmen nach. Er verschickte sie an Freunde und Bekannte. Ermittlungen führten die Polizei auf die Spur der beiden Hobbybomber.

Nach der Sprengung schleppten die Angeklagten das Fahrzeug wieder ab. Dass Personen bei der Sprengung verletzt werden, war nicht auszuschließen. Der Lagerplatz ist über eine öffentliche Straße zu erreichen. Und auch die Angeklagten hätten durch herumfliegende Splitter verletzt werden können. Sie gestehen die Tat. Das Geständnis hat jeder schriftlich vorbereitet. Der 35-Jährige hatte die Böller Wochen zuvor bei einem Bekannten erstanden. „Als ich sah, wie gut sie zündeten, kaufte ich vier“, sagt er. Weil ihm die Idee kam, den Ford zu sprengen, gab er zwei Böller dem 21-Jährigen ab.

Vorbestraft ist nur der jüngere Angeklagte. Er erhielt einmal einen Strafbefehl, weil er ohne Haftpflichtversicherung mit einem Fahrzeug fuhr. Obwohl sein Verteidiger Rechtsanwalt Sebastian Hanke aus Leipzig um eine Einstellung des Verfahrens nach Jugendstrafrecht bittet, sieht Richterin Marion Zöllner keinen Grund, Jugendstrafrecht anzuwenden. Trotzdem stellt sie das Verfahren gegen eine Auflage vorläufig ein: Jeder der Angeklagten muss binnen drei Monaten 40 Arbeitsstunden leisten.