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Hochschulinstitut hat neuen Chef

Vom Student zum Professor: Alexander Kratzsch will die größte Zittauer Forschungseinrichtung weiter entwickeln.

© Hochschule

Von Jan Lange

Zittau. An der Zittauer Hochschule kennt sich Professor Alexander Kratzsch bestens aus. Seit 1999 ist er mit der Einrichtung verbunden, zuerst als Student der Elektrotechnik, später als Forschungsmitarbeiter und nun als Direktor des Instituts für Prozeßtechnik, Prozeßautomatisierung und Meßtechnik (IPM). Die Leitung des Forschungsinstituts übernahm der 37-Jährige erst vor Kurzem. Zum Nachfolger des bisherigen Direktors, Professor Frank Worlitz, hat ihn der Institutsrat aber bereits im Sommer gewählt.

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Worlitz stand dem größten Institut der Hochschule Zittau/Görlitz seit Januar 2007 vor. Nach drei Amtsperioden stellte sich der 55-Jährige nun nicht mehr zur Wahl. „Professor Worlitz wird aber weiter im Institut auf seinem Fachgebiet ‚Mechatronische Systeme‘, im Speziellen Magnetlager, tätig sein“, weist sein Nachfolger hin. Zudem wolle sich Worlitz, der zu den Gründern des IPM gehört, künftig stärker der Zusammenarbeit mit der Deutsch-Chinesischen Hochschule für Angewandte Wissenschaften der renommierten Tongji Universität in Shanghai widmen.

Seit einigen Monaten sei der Wechsel an der Institutsspitze vorbereitet worden, sagt Professor Kratzsch. In der Anfangszeit könne er immer auf den Rat und die Hilfe seines Vorgängers zurückgreifen, fügt der 37-Jährige hinzu. Dabei ist er keineswegs ein Neuling am IPM, schon seit über zehn Jahren ist Kratzsch hier tätig.

In der Vergangenheit arbeitete der gebürtige Freiberger, der 2011 zum Professor berufen wurde, als Projektmanager am Institut und konnte sich somit umfangreiche Erfahrungen wissenschaftlicher, betriebswirtschaftlicher Natur aber auch auf dem Gebiet des Personalrechts erwerben. Neben seiner Funktion als Institutsdirektor ist Kratzsch weiterhin Fachgebietsleiter für den Bereich der Messtechnik und Prozessautomatisierung. Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten gehören unter anderem die Flexibilisierung von Energieanlagen und die Entwicklung digitaler Sicherheitsleittechnik.

Der neue Direktor hat sich besonders die wissenschaftliche und strukturelle Weiterentwicklung des IPM auf die Fahnen geschrieben. Für ihn gehört dazu auch eine noch engere Kooperation mit dem Zittauer Fraunhofer-Institut, dessen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Campus errichtet wurde. Auf dem Gebiet Leichtbau und Energietechnik könnten beide Einrichtungen künftig intensiver zusammenarbeiten, findet Kratzsch. Das stärke auch die Region. Die Gegend habe zwar Defizite, aber auch ein großes Entwicklungspotenzial, findet der Hochschulprofessor. Er ist mit seiner Familie – seine Frau stammt aus dem Erzgebirge – längst in der Oberlausitz heimisch geworden.

Um das IPM weiterentwickeln zu können, sei es erforderlich, die momentan etwa 40 Arbeitsplätze zu erhalten. Professor Kratzsch hofft, dass die Hochschule dafür auch mehr Stellen im Haushalt zur Verfügung stellt. Bis vor zwei Jahren wurden die Mitarbeiter des IPM ausschließlich über Drittmittel finanziert. Das Forschungsinstitut war bei der Einwerbung dieser zusätzlichen Gelder bisher sehr erfolgreich. Seit vielen Jahren generiert das IPM durchschnittlich 60 Prozent der gesamten Drittmittel der Hochschule Zittau/Görlitz. „Daher ist es ein konsequenter und richtiger Schritt“, so Kratzsch, „dass wir künftig Mittel der Forschungsgrundausstattung der Hochschule für die Forschungsunterstützung im IPM erhalten werden.“

Der Betrieb des Kraftwerkslabors auf dem Gelände der Stadtwerke Zittau GmbH, das unter der Federführung des IPM aufgebaut wurde, soll nicht nur gesichert, sondern die Einrichtung auch gezielt hin zu einem digitalen Energielabor 4.0 der Hochschule Zittau/Görlitz weiterentwickelt werden, so das Ziel des neuen Direktors.

Darüber hinaus ist es ein besonderes Anliegen von Professor Alexander Kratzsch, dass die Forschungsergebnisse und die Versuchsanlagen des IPM, vor allem jene im Zittauer Kraftwerkslabor, mehr als bisher in der Lehre verankert werden. „Ich bin davon überzeugt“, sagt der 37-Jährige, „dass wir dadurch gemeinsam mit der Fakultät Elektrotechnik und Informatik sowie der Fakultät Maschinenwesen ein attraktives und modernes Lehrangebot im Bereich Energie und Umwelt für junge Menschen anbieten können.“