merken

Hochwasserschutz lässt auf sich warten

Für den Kalten Bach in Dittersbach gibt es noch kein umsetzbares Konzept – zur Sorge der Anwohner.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Anspruchsvoller Geschmack, Style, Gemütlichkeit und Markenqualität - dafür steht Möbel Hülsbusch seit über 29 Jahren. Lassen Sie sich von den Wohnideen begeistern und individuell beraten. Jetzt zum Küchen- und Einrichtungsprofi zwischen Dresden und Meißen.

Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Die Dittersbacher warten. Spätestens seit der verhängnisvollen Nacht im Juni 2016 sind sie bei jedem Donnergrollen in erhöhter Alarmbereitschaft. Damals hatte ein Unwetter beinahe sämtliche Grundstücke entlang des Kalten Baches überflutet. Ein gebrochener Erdwall auf den Feldern oberhalb der Hauptstraße löste eine regelrechte Flutwelle aus. Es war nicht die erste Überschwemmung dieser Art.

Danach war an der Hauptstraße Land unter. Einen neuen Damm gibt bisher nicht.
Danach war an der Hauptstraße Land unter. Einen neuen Damm gibt bisher nicht. © Feuerwehr Dürrröhrsdorf

Noch im Spätsommer desselben Jahres hatte die Gemeinde ein Ingenieurbüro mit einem Hochwasserschutzkonzept für den Ort beauftragt. Von seinen Quellen auf dem Gelände des Forschungszentrums in Rossendorf bis zur Mündung in die Wesenitz wurde der Kalte Bach mit all seinen Zuflüssen daraufhin im Herbst 2016 vermessen. Aus dem Konzept sollte hervorgehen, wo bei Starkregen wie viel Wasser abfließt und wo demzufolge Rückhaltebecken sinnvoll sind. Die Ergebnisse liegen allerdings bis heute nicht vor – zumindest nicht für die Öffentlichkeit.

Bereits im Juni 2017 hat das beauftragte Ingenieurbüro sein Konzept im Rathaus vorgestellt, allerdings nur intern. Eine öffentliche Präsentation für die Einwohner war für den Herbst angekündigt. Diese hat aber bis heute nicht stattgefunden. Die Anwohner warten seitdem auf Informationen. „Wir hätten gern einen aktuellen Stand“, sagte eine Dittersbacherin kürzlich während der Bürgerfragerunde im Gemeinderat. Seit der letzten großen Überschwemmung in Dittersbach sind über anderthalb Jahre vergangen. Der nächste Sommer mit Gewittern und Starkniederschlägen naht.

Der Grund für die Geheimniskrämerei: In der aktuellen Version ist die Studie schwer umsetzbar. Die dem Rathaus vorliegende Untersuchung fußt auf Wassermengen, wie sie statistisch gesehen alle 100 Jahre bei einem Hochwasser vorkommen, erklärt Bürgermeister Jens-Ole Timmermann (Unabhängige Bürger). Unter Fachleuten mit der Kennzahl HQ 100 benannt. Je höher dieser Wert, umso schwieriger wird es baulich, die Grundstücke zu schützen – und natürlich teurer. Für den Kalten Bach in Dittersbach hätte beides nicht mehr im Verhältnis gestanden. Selbst Rückhaltebecken mit den Dimensionen für ein Jahrhunderthochwasser würden für die besonders gefährdeten Grundstücke im Unterlauf keinen absoluten Schutz vor Überflutungen bieten, sagt der Bürgermeister. Dann hätte man im Zweifel sehr viel Geld verbaut, einige Häuser ständen aber eventuell trotzdem wieder im Wasser. Wenn die Kosten für den Hochwasserschutz über dem potenziellen Schaden liegen, gibt es auch keine Fördermittel. Die Gemeinde hat das Ingenieurbüro deshalb damit beauftragt, die Studie noch einmal für Hochwasser der Kategorien HQ 50 und HQ 25 durchzurechnen, also für weniger verheerende Überschwemmungen.

Ähnliche Schwierigkeiten gab es bereits beim Flutschutzplan für den Stürzabach. Um den Stürzabach für ein Hochwasser der Kategorie HQ 100 fit zu machen, hätte er streckenweise mit Mauern zugebaut werden müssen. In der Folge wurden auch dort die niedrigeren Werte angesetzt.

Im Falle des Kalten Bachs ist derzeit nicht bekannt, bis wann die Neuberechnung abgeschlossen ist. „Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden wir sie vorstellen“, sagte Bürgermeister Timmermann.