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„Hockey-Mama“ aus der Provinz

Sarah Palin, Ex-Gouverneurin von Alaska und Vorzeigefrau der Tea-Party-Bewegung, hilft Donald Trump im US-Wahlkampf.

© dpa

Von Frank Herrmann, Washington

Sarah Palin ist zurück auf der großen Bühne, so schrill, populistisch und unterhaltsam, wie man sie kennt. In einer Scheune in Ames in Iowa hat sie Donald Trump in einer Sprache zur Wahl empfohlen, die auf rhetorischen Feinschliff weitgehend verzichtet. Mit ihm, so rief sie, bekomme Amerika einen Präsidenten, der IS-Schurken in den Hintern trete, das Land wieder zu alter Größe führen werde und im Übrigen Häuser baue, die den Himmel berührten. „Er kommt aus dem Privatsektor, er ist kein Politiker. Gebt ihr mir ein Halleluja?“

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Palin ist die erste prominente Republikanerin, die sich im Wahlkampf hinter Trump stellt. Wie viel Gewicht ihre Empfehlung hat, daran scheiden sich allerdings die Geister. Ist es der Durchbruch, der dem New Yorker Bauunternehmer hilft, bei den Evangelikalen zu punkten, in einem Milieu, mit dem er eher fremdelt? Im mittelwestlichen Iowa, wo am 1. Februar die Vorwahlen beginnen, bilden gottesfürchtige Konservative eine Macht an der republikanischen Basis, deutlich stärker als anderswo. Die 51-Jährige könnte dazu beitragen, dass Trump in Iowa gut aus den Startlöchern kommt, womöglich gleichauf mit dem Pastorensohn Ted Cruz, der sich die besten Chancen ausrechnet. Zur Belohnung, hat sie angedeutet, würde sie in einem Kabinett Trump gern das Energieministerium leiten.

Es gibt aber auch Stimmen, die ihren Einfluss für grotesk überschätzt halten – und das Gerede vom Palin-Stimulus für blanken Unsinn. Zuletzt war es nämlich ziemlich still geworden um die „Hockey-Mama“ aus der Kleinstadt Wasilla. Für Fox News, den Haussender der Konservativen, kommentierte sie ab und an das Zeitgeschehen, nur eben längst nicht mehr so häufig wie früher. Der Versuch, einen eigenen Fernsehkanal aufzubauen, scheiterte daran, dass nur wenige bereit waren, pro Monat 9,95 Dollar zu berappen. Das letzte Mal, dass sie richtig im Rampenlicht stand, war vor knapp fünf Jahren. Da fuhr sie unter dem Motto „We, the people“ in einem Bus die Ostküste hinauf, um herauszufinden, wie viele Menschen sie noch in ihren Bann schlagen konnte. Wäre der Andrang groß gewesen, hätte sie wohl fürs Oval Office kandidiert. Da der Test eher enttäuschend ausfiel, verzichtete sie.