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Höcke tritt erstmals bei Pegida auf

Thüringens AfD-Chef sprach über Eliten und dunkle Hintermänner. Rund 300 Gegendemonstranten sorgten für Protest in Hörweite.

© René Meinig

Dresden. Den Namen Angela Merkels (CDU) nimmt er nicht in den Mund, doch er kündigt der Bundeskanzlerin an, dass sie sich eines Tages strafrechtlich zu verantworten habe – „wenn die Wende in diesem Land eingeleitet und vollzogen worden ist“.

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Neben Pegida-Chef Lutz Bachmann begab sich Höcke zum obligatorischen „Spaziergang“. © Franziska Klemenz
In Sicht- und Hörweite formierte sich lautstarker Gegenprotest. © René Meinig

Der AfD-Rechtsaußen und Thüringer Landeschef Björn Höcke hat am Montag erstmals bei Pegida in Dresden gesprochen. Mit „Jetzt bin ich bei Euch!“, begrüßte er sein Publikum, er verspüre „Demut“ vor der Leistung der Dresdner Straßenbewegung, die inzwischen bereits dreieinhalb Jahre andauert. 1 500 bis 2 000 Anhänger haben seine Rede auf dem Postplatz verfolgt – begleitet vom Protest von rund 300 Gegendemonstranten und Extra-Beschallung aus dem Schauspielhaus gleich dahinter.

Die Kanzlerin, so Höcke, habe geschworen, den Nutzen des deutschen Volkes zu mehren. Doch sie bestreite „gegen den Buchstaben des Grundgesetzes, dass es so etwas wie das deutsche Volk überhaupt geben würde“. Fast eine Stunde hat Höcke gesprochen – über seine Kritik an der „schönen neuen Welt“, in der dunkle Hintermänner und tranatlantische Eliten die Macht ausübten und nun über die Migrationspolitik versuchten, das Volk auszutauschen. Diese Kräfte seien die Ursachen für Kriege und Völkermorde gewesen. Höckes Antwort ist, sich nicht von „internationalen Konzernen und supranationalen Organisationen“ fremdbestimmen zu lassen“, sondern als Volk selbst zu entscheiden.

Der Pegida-Auftritt Höckes war lange erwartet worden – schon vor seiner umstrittenen Rede im Ballhaus Watzke bei der AfD-Jugend Anfang 2017. Auch die AfD-Landeschefs Jörg Urban (Sachsen) und Andreas Kallwitz (Brandenburg) waren da. Letztlich stand Höcke am Abend gemeinsam mit dem mehrfach vorbestraften Pegida-Chef Lutz Bachmann auf einer Bühne. Über den Umgang mit ihm hatte es wegen dessen krimineller Vergangenheit heftige Diskussionen innerhalb der AfD gegeben. (SZ)