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Höheres Scharlach-Risiko

An der Bischofswerdaer Grundschule waren jetzt Kinder erkrankt. Weitere Fälle, gerade im Winter, sind nicht ausgeschlossen.

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© Carolin Menz

Von Carolin Menz

Treten Fieber, Halsschmerzen und Hautausschlag auf, könnten das Symptome von Scharlach sein. Gerade jetzt im Winter steigt die Gefahr einer Ansteckung mit der Infektionskrankheit und hängen vermehrt Warnhinweise an Türen von Schulen und Kitas. An der Bischofswerdaer Grundschule an der Kirchstraße waren jetzt zwei Kinder an Scharlach erkrankt, wie Schulleiterin Gabriela Willkommen auf Anfrage der SZ sagte. Die Fälle dort sind zwei von insgesamt drei im Labor bestätigten Fällen, die es bislang in diesem Jahr im Landkreis gab, wie das Landratsamt mitteilt. Dass die Krankheit durchaus vermehrt auftreten kann, belegen Zahlen aus den Vorjahren. Demnach gab es 2016 im Landkreis 71 bestätigte Scharlach-Fälle, 2015 waren es 12, ein Jahr zuvor 24. Die ungewöhnlich hohe Zahl an Erkrankten im vergangenen Jahr machte sich auch in der Grundschule an der Kirchstraße bemerkbar. „Bei uns häuften sich die Fälle damals spürbar“, so Gabriela Willkommen. Eine Auswirkung war, dass eine schwangere Lehrerin zum Schutz vor Ansteckung nicht wie geplant unterrichten konnte. Die zwei jüngsten Fälle seien noch nicht ungewöhnlich, so Willkommen. Inzwischen seien die Kinder gesund und die Warnzettel – vor allem wichtig für Schwangere – abgehängt.

Scharlach ist nicht meldepflichtig

Für die schwankenden Erkrankungszahlen gibt es keine eindeutige Erklärung, heißt es aus dem Gesundheitsamt in Bautzen. Es sei bekannt, dass es Jahre mit höheren und niedrigeren Erkrankungszahlen gibt. Manchmal treten Endemien gerade in Einrichtungen auf. Prinzipiell sind Erkrankungen übers gesamte Jahr möglich. In Zeiten erhöhter Infekt-Anfälligkeit im Herbst und Winter trete Scharlach aber unter Umständen häufiger auf, heißt es.

Nach Angaben des Gesundheitsamtes sei Scharlach nicht meldepflichtig. Allerdings müssten Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen dem Amt unverzüglich ein Auftreten melden. Für Sachsen gelte eine erweiterte Meldeverordnung, wonach die Erkrankung und der Tod an Scharlach meldepflichtig sind. Eine Übermittlung an die Landesbehörde erfolge nur bei einer labordiagnostisch-bestätigten Erkrankung oder wenn sich Fälle in einer Gemeinschaftseinrichtung häufen und mindestens ein Labornachweis vorliegt.

Scharlach ist eine Tröpfcheninfektion. Viele tragen den Krankheitserreger auf den Schleimhäuten ohne zu erkranken, heißt es aus dem Gesundheitsamt. Schutz biete ein starkes Immunsystem, das Vermeiden von gegenseitigem Anniesen und Anhusten, regelmäßiges Händewaschen und das Benutzen von Zellstofftaschentücher. Wer erkrankt ist, wird mit Antibiotika behandelt, eine Schutzimpfung gibt es nicht.