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Höllenweg in Hohnstein ist ab Montag wieder frei

Nach mehrfachem Verzug ist die Trasse in Richtung Goßdorf und Waitzdorf fertig. Doch schon steht neuer Ärger ins Haus.

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© Dirk Zschiedrich

Thomas Möckel

Das Bauvorhaben erhitzte die Gemüter immer wieder aufs Neue. Vor allem die Anwohner erzürnte es, dass der Ausbau des sogenannten Höllenweges zwischen der Sense und der Kreuzung nach Goßdorf/Waitzdorf nicht so recht voran ging. Die Kritiker beklagten, dass die Bauarbeiter im Herbst 2012 viel zu spät begonnen und den Winter voll mitgenommen hätten, dass zunächst der Asphalt heruntergefräst wurde und sich dann lange nichts tat, und dass die Trasse nicht bloß halbseitig gesperrt werden konnte. Goßdorfs Ortsvorsteher Matthias Harnisch schrieb im Auftrag der abgeschnittenen Einwohner sogar einige offene Briefe ans Landratsamt.

Der Ärger dürfte aber seit gestern zum Großteil verraucht sein. Landrat Michael Geisler (CDU) gab die sanierte Trasse offiziell frei. Fachleute erledigen jetzt noch einige Restarbeiten, ab Montag kann der Verkehr wieder über diese Strecke rollen. „Für Hohnstein ist das immens wichtig“, sagt Geisler, „manche Ortsteile wären ohne diese Straße erschossen.“

130 Meter Stützmauer

Mit dreiwöchigem Verzug endet ein Projekt, das größtenteils aus dem heftigen Unwetter vor drei Jahren resultiert. Als im August 2010 starker Regen niederging, unterspülte das Wasser Bereiche neben der Straße und weichte den Boden auf. Infolgedessen brach ein Teil der Trasse ein. Rot-weiße Baken warnten fortan vor der Engstelle, der Höllenweg war an dieser Stelle gerade noch so breit, dass ein Linienbus vorbeipasste. Allerdings wusste keiner, wie lange die Straße halten würde. Der Abschnitt in Richtung Kreuzung nach Goßdorf/Waitzdorf glich schon seit Längerem eher einem Feldweg denn einer Straße.

Ab Mitte Oktober 2012 ließ der Kreis die marode Trasse sanieren. Fachleute errichteten an der beschädigten Böschung eine neue, rund 130 Meter lange Stützmauer. Im Stützwandbereich erneuerten sie zudem die Straße. Ebenfalls setzten die Bauleute die weiterführende Trasse bis zur Kreuzung, wo die Straßen nach Goßdorf, Waitzdorf und Lohsdorf abzweigen, instand. Die bislang holprige Piste erhielt einen neuen Belag. Weil es die örtlichen Verhältnisse laut Landratsamt nicht anders zuließen, musste die Strecke während der Bauarbeiten dauerhaft gesperrt werden. Das Vorhaben kostete 675 000 Euro. Der Freistaat förderte das Projekt mit etwa 587 000 Euro.

Kleine Wege haben gelitten

Ganz reibungslos konnte das Geld allerdings nicht verbaut werden. Gleich mehrfach verzögerten sich die Arbeiten an der Strecke. Kaum hatten die Arbeiter angefangen, kam der langanhaltende Winter, der kaum Bauarbeiten zuließ. Hinzu kam, dass der Baugrund schlechter war als angenommen und erst aufwendig hergerichtet werden musste. Letztendlich brachten die heftigen Niederschläge im Mai und Juni die Bauarbeiten erneut durcheinander. Die Stützmauer konnte lange Zeit nicht hinterfüllt werden wie geplant, weil das Material aufgrund der Nässe nicht gehalten hätte. Doch all das ist jetzt Geschichte.

Laut Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) verbessert sich nun die Verkehrsanbindung von Goßdorf und Waitzdorf nach Hohnstein und Bad Schandau enorm. Die lange Umleitung und die fehlende touristische Anbindung aus dem Elbtal für die beiden Orte sind passé.

Trotz aller Freude steht aber schon neuer Ärger ins Haus. Die sowieso schon miserable Umleitungsstrecke nach Lohsdorf hat während der Bauarbeiten weiter gelitten. Der Hofehainweg, der zuvor schon löchrig war, ist nun ein Sanierungsfall. Im Herbst will sich Hohnstein damit beschäftigen, welche Schilder künftig an dieser Strecke aufgestellt werden. Auch der Radweg „Lohsdorfer Weg“ wurde als Ausweichroute genutzt. Die Baufirma hat zwar die Ausfahrt des Radweges in Hohnstein wieder repariert. Wann die Risse in den Straßenrändern beseitigt werden, soll laut Brade mit der Baufirma in Kürze geklärt werden.