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Hoffen auf den Schwanen-Nachwuchs

Im vergangenen Jahr hat das Vogelpaar im Carolasee nur ein Jungtier großgezogen. Die Chancen stehen gut, dass es 2018 mehr werden könnten.

© René Meinig

Von Annechristin Bonß

Begeistert ist Vater Schwan über diesen Besuch nicht. Wer schleicht sich denn hier an das Nest heran? Thomas Eißer hat sich wie jedes Jahr auf den Weg zur kleinen Insel im Carolasee gemacht. Der 51-Jährige kümmert sich ehrenamtlich um die Schwäne. Jetzt, im Frühling, heißt es Eier zählen. Nur wenn er die genaue Zahl kennt, kann er den Schlüpftermin errechnen. Mit Wathosen bekleidet steht er nun am Ufer und schaut zum Nest hinüber.

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Sein Erkundungsgang am Dienstag hat ihn zufrieden gemacht. „Fünf Eier liegen schon im Nest“, sagt er. „Und es werden noch mehr.“ Denn hätte Mutter-Schwan schon genug Eier gelegt, würde sie jetzt Tag und Nacht auf dem Nest sitzen und brüten. Während sie noch legt, ist sie viel unterwegs und frisst. Denn die kommenden Wochen werden anstrengend für sie. Deshalb wacht der Schwanen-Mann nun nahe dem Nest über den wertvollen weißen Inhalt. Das erste Ei muss zwischen dem 26. und 27. März gelegt worden sein. Alle zwei Tage kommt nun ein Weiteres dazu. „Hoffentlich werden es acht Eier“, sagt er. Dann würden alle Jungtiere erst nach Himmelfahrt schlüpfen. Die besucherstarken Tage um den Feiertag im Mai würde der Nachwuchs dann noch geschützt im Ei verbringen. Die kleinen flauschigen Jungtiere schlüpfen übrigens alle zur gleichen Zeit, auch wenn zwischen den einzelnen Legeterminen teils mehrere Tage liegen.

Die hohe Anzahl an Eiern macht Thomas Eißer Hoffnung auf eine große Schar an Jungtieren. Im vergangenen Jahr hatte das Paar sechs Eier gelegt. Vier waren nicht befruchtet. Eins der beiden Jungtiere starb nach nur wenigen Tagen. Es hatte kaum Kraft und das Wetter war sehr schlecht, kalt und nass. Sein Geschwisterchen hat sich aber gut entwickelt. Im August konnte Thomas Eißer dem Tier einen Aluring samt Nummer verpassen. Damit ist der Schwan in der Datenbank der Vogelwarte Hiddensee Germania registriert. Einmal schon hat Thomas Eißer ihn seitdem wiedergesehen: in der Elbe am Blauen Wunder. Das Geschlecht des Kleinen ist noch immer unbekannt. Das können die Experten erst nach dem ersten Lebensjahr bestimmen.

So weit ist der Nachwuchs aus diesem Jahr noch lange nicht. Noch hat die Brut nicht begonnen. Mit etwas Glück liegen bald noch weitere Eier im Nest. Dann gibt es hier bald viele Bewohner. Besuch, über den sich Vater Schwan dann sicher freut.