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Hoffnung für den Dippser Weihnachtsmarkt

Die gemeinsame Vergabe von Wochen- und Weihnachtsmarkt ist gescheitert. Nun steht eine neue Lösung ins Haus.

© Archiv/Kamprath

Von Franz Herz

Osterzgebirge. Die Dippoldiswalder hatten sich das schön gedacht. Sie vergeben den Betrieb von Wochen- und Weihnachtsmarkt in einem Paket. Mit den Wochenmärkten in Dipps und Schmiedeberg hat die Stadt einen kleinen Gewinn gemacht. Der Weihnachtsmarkt war immer ein Zuschussgeschäft. 14 000 Euro hat er die Stadt zuletzt gekostet. Das könnte sich ausgleichen.

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Dirk Massi (oben) hat einen Plan, wie er dieses Jahr einen Markt auf die Beine stellen kann.
Dirk Massi (oben) hat einen Plan, wie er dieses Jahr einen Markt auf die Beine stellen kann. © Archiv/SZ

Nun ist die Vergabe der Märkte aber an einem Fehler in der Ausschreibung gescheitert. Der Wochenmarkt läuft seitdem einfach weiter in Verantwortung der Stadt. Da er sogar Geld einbringt, ist das auch völlig in Ordnung. Was wird aber aus dem Weihnachtsmarkt? Diese Frage kam auch auf der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses zur Sprache. Oberbürgermeister Jens Peter (Freie Wähler) wies darauf hin, dass im Haushaltsplan der Stadt die Kosten für den Markt nicht vorgesehen sind. Ortsvorsteher René Schlechter fordert massiv einen Weihnachtsmarkt. „Das wäre unvorstellbar, dass die Stadt Dippoldiswalde im Erzgebirge keinen Weihnachtsmarkt hat“, sagt er.

Jens Peter kündigte an, auf der Stadtratssitzung am Mittwoch dieser Woche zu dem Thema zu informieren. Die gute Nachricht, die er zu verkünden hat, geht auf den Dippser Unternehmer Dirk Massi zurück, der ihm schon mehrfach aus der Patsche geholfen hat. Als die Stadt 2014 entschied, sich das Stadtfest nicht mehr leisten zu können, war Massi einer der Organisatoren gewesen, die sich mit dem Musikantenklub den Hut für das Stadtfest aufsetzten und es seitdem ehrenamtlich organisieren. Massi steht an der Spitze des Vereins Kulturraum- und Brauchtumspflege, der das Stadtjubiläum 800 Jahre Dippoldiswalde im kommenden Jahr vorbereitet.

Im Sommer hatte er sich beworben, um den Wochen- und den Weihnachtsmarkt zu betreiben. Daher hatte er sich schon Gedanken über die Gestaltung eines Weihnachtsmarkts gemacht. Massi und Peter waren beide vor zehn Tagen bei der Dippser Delegation, welche die Partnergemeinde Bösel besucht hat. Auf dieser Reise haben sich die beiden auch über das Thema Weihnachtsmarkt unterhalten. Massi hat dem Stadtchef dort seinen Plan dargelegt, damit dieses Jahr Dippoldiswalde nicht ohne eine solche Veranstaltung in der Adventszeit dasteht. Er hat sich bereits um Kontakte zu Händlern gekümmert, hat Kindergärten angesprochen und mit den Verantwortlichen des Friedrich-Silcher-Chores geredet. „Ich habe ein Konzept. Wenn es gewünscht ist, wäre also ein Weihnachtsmarkt in Dippoldiswalde möglich“, sagt Massi. Als Termin hat er das lange Wochenende eine Woche vor Heiligabend ins Auge gefasst, vom 15. bis 19. Dezember.

Der Oberbürgermeister hält sich zu dem Thema noch bedeckt. Er will erst den Stadtrat informieren, sagt aber dann doch: „Ich bin guter Hoffnung für den Weihnachtsmarkt.“ Die Stadtverwaltung muss dafür nur den Marktplatz für den Markt zur Verfügung stellen. Die Entscheidung darüber liegt beim Oberbürgermeister als Chef der Stadtverwaltung. Wenn der dafür ist, spricht also nichts dagegen, dass Dippoldiswalde dieses Jahr einen etwas kürzeren Weihnachtsmarkt erlebt, den zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht die Stadtverwaltung organisiert. Das muss aber der Qualität keinen Abbruch tun. Dass private Organisatoren das nicht schlechter können, hat Dipps ja schon beim Stadtfest erlebt, nachdem sich die Stadt vor drei Jahren aus der Organisation zurückgezogen hat.