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Hoffnung fürs Bombardier-Werk

In die Debatte um die Zukunft des Bombardier-Werks in Görlitz liegt nun ein Stiftungsmodell auf dem Tisch. Das Konzept stammt von der schwedischen Firma C.I. Phil.

© Nikolai Schmidt

Göteborg/Dresden. In der Debatte um die Zukunft des Bombardier-Werks in Görlitz liegt nun ein Stiftungsmodell auf dem Tisch. Die schwedische Firma C.I. Phil mit Sitz in Göteborg teilte am Montag der Sächsischen Zeitung mit, man wolle das Schienenfahrzeugwerk mit noch rund 1100 festangestellten Mitarbeitern in die Stiftung „Waggonbau zu Görlitz“ überführen. Ziel sei es, mittels dieser Stiftung das Werk zu einem führendem Partner und Zulieferer der Bahnindustrie zu entwickeln. „Der Fokus wird dabei auf Baugruppen aus Stahl und Aluminium liegen“, sagte C.I.-Pihl-Gesellschafter Claus Abraham.

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33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Das Stiftungsmodell soll gemeinsam mit dem kanadischen Bombardier-Konzern, den Gewerkschaften, dem Freistaat Sachsen und der Stadt Görlitz entwickelt werden. Abraham zufolge kann das Werk nur mittels einer Stiftung „stabil ausgerichtet und ohne kurzfristige Gesellschafterinteressen“ geführt werden. Es gehe nicht darum, einen möglichst hohen Profit aus der Übernahme zu erzielen. Ziel sei es vielmehr, „in Görlitz dauerhaft Komponenten für die Bahnindustrie zu produzieren“. Die vorhandene technologische Kompetenz und die Arbeitsplätze müssten erhalten bleiben. Abraham will deshalb „in den nächsten Tagen“ mit der Landesregierung. Im Managementteam der Stiftung säßen „Experten mit langjähriger Erfahrung in der deutschen Bahnindustrie“.

Der schwedische Manager betonte ausdrücklich, er trete nicht als reiner Finanzinvestor oder Risikokapitalgeber auf. Er selbst habe die im Görlitzer Werk produzierten Doppelstockwagen „erfolgreich bei der schwedischen Staatsbahn platziert“.

Die Firma C.I. Pihl sieht sich als „Schnittstelle zwischen international tätigen Systemlieferanten und lokalen Produzenten“. In Schweden arbeite man erfolgreich mit der Automobil-, Luftfahrt-, Bahn- und Energieindustrie zusammen, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. In Deutschland ist die Firma zum Beispiel für den Getriebehersteller Hay in Rheinland-Pfalz tätig. (SZ/uwo)