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Hoffnungsfroh trotz Auflagen

Der Lizenzerwerb wird für das Gros vieler Drittligisten wieder zur Zitterpartie. Etat-Lücken machen auch Erfurt, Halle, Chemnitz und Rostock Probleme. Fein raus ist lediglich RB Leipzig.

© dpa

Von Anne Armbrecht

Leipzig. Der Lizenzerwerb stellt das Gros einiger Fußball-Drittligisten auch in diesem Jahr vor eine echte Herausforderung. Außer RasenBallsport Leipzig erhalten alle ihre Spielerlaubnis für die neue Saison nur unter strengen Auflagen.

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Die Forderungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sind dabei vor allem finanzieller Art - und stellen die überwiegend klammen Traditionsclubs im Osten Deutschlands vor eine schwere Aufgabe. Stichtag für die Nachreichung der letzten Unterlagen ist der 27. Mai.

Kräftig nachbessern muss noch Rot-Weiß Erfurt, bei dem sowohl der Etat als auch der Stadionumbau noch Probleme bereiten. Für Präsident Rolf Rombach und Mitstreiter heißt es in den kommenden Wochen Landespokal gewinnen oder Klinken putzen, um die fehlenden 100.000 Euro noch rechtzeitig aufzutreiben.

Halle leidet noch unter Flutschäden

Fleißarbeit ist gefragt - auch beim Aufstellen von zusätzlichen Zäunen, wenn ab Herbst im Steigerwald die Bagger zum Umbau anrollen. Hier sah der DFB im puncto Sicherheit noch Nachholbedarf.

Am Geld zu knabbern hat auch der Hallesche FC. Hier fehlen noch 400.000 Euro im Etat, wobei die weniger Ausdruck von verfehlter Transferpolitik sind, sondern ein später Ausdruck der Flutschäden, die im vergangenen Sommer am hiesigen Nachwuchsleistungszentrum entstanden waren.

Sorgen macht sich an der Saale aber niemand: Die Hallenser haben innerhalb von zwei Tagen schon zwei Drittel der Summe über Sponsoren-Bürgschaften zusammenbekommen. „Wir sind hoffnungsfroh und einigermaßen entspannt, dass wir das Geld bis zum Stichtag zusammenhaben“, erklärte HFC-Präsident Michael Schädlich.

Vage Aussagen von Chemnitz und Rostock

Beim Chemnitzer FC hofft man indes vergeblich auf eine klare Stellungnahme. Es seien noch Nachweise von Werbeeinnahmen zu erbringen, sagte zwar ein Vereinssprecher am Mittwoch. Auf welche Summe sich diese belaufen, wollte er allerdings nicht preisgeben. Man sei aber zuversichtlich, die Hausaufgaben wie jedes Jahr fristgerecht zu erledigen.

Ähnlich vage formulierte es auch der FC Hansa Rostock, der die nicht näher benannten Forderungen zumindest als „in unserer wirtschaftlichen Situation“ erwartbar betitelte.

In Leipzig kann man über die Sorgen der anderen nur müde lächeln. Geld ist bei dem vom Brause-Großkonzern gesponserten Club kein Thema und das Stadion ist eines, in dem 2006 schon Weltmeisterschaftsspiele ausgetragen wurden.

Die Drittliga-Lizenz an sich war daher auch eher Formsache - vom aktuellen Tabellenplatz beschäftigen sich die Rasenballsportler aber ohnehin mehr mit der Zweitliga-Lizenz, zu der am kommenden Dienstag eine Entscheidung fallen soll. (dpa)