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Hoflößnitz mit schwarzen Zahlen

Die Sanierung läuft. So kann die GmbH wie geplant mit der Rückzahlung der Darlehen an die Gesellschafter beginnen.

© Matthias Schumann

Von Ines Scholze-Luft

Radebeul. Die Vorschau auf das Jahresergebnis 2015 der Weingut Hoflößnitz GmbH zeigt eine erfreuliche Zahl: 15 000 Euro steht da. Ein Plus für das Unternehmen und noch dazu ein deutlich größeres als 2014. Da waren es 981 Euro, die OB Bert Wendsche (parteilos) als schwarze Zahl fürs Kerngeschäft verkündete. Denn die Stadt hält 75 GmbH-Prozent, die Stadttochter Beteiligungsgesellschaft das Übrige. Erstmals erreichte das Weingut damit seit dem Sanierungsstart im Jahr 2009 schwarze Zahlen. 2013 wurde noch ein Minus von 90 000 Euro vermeldet.

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Mit dem erwarteten 2015er-Resultat setzt das Weingut den Weg fort. Und geht damit in die Richtung, die der Stadtrat 2008 mit dem Sanierungskonzept für den Gesamtkomplex einstimmig beschlossen hatte. Das Unternehmen hat dafür bei seinen Gesellschaftern zwei Darlehen aufgenommen. Reichlich 964 000 Euro bei der Stadt, etwas mehr als 564 000 Euro bei der Beteiligungsgesellschaft. Mit Tilgungsfreiheit bis Ende 2015.

Beim Jahresabschluss 2015 ist allerdings noch keine Tilgung zu erwarten, so der OB. Aber auf den Abschluss im darauffolgenden Jahr, bei einer veranschlagten Tilgungssumme von 19 000 Euro für 2017.

Kleine Schritte vorwärts

Wenn auch in kleinen Schritten, so ist das Unternehmen doch auf dem richtigen Weg, sagte Fraktionschef Ulrich Reusch, CDU, jetzt im Stadtrat. Der stimmte – nach den Aufsichtsräten von Beteiligungsgesellschaft und Hoflößnitz – der Regelung zur planmäßigen Tilgung im Darlehensvertrag zu. Reusch sprach von einer mittlerweile stabilen wirtschaftlichen Entwicklung der Weingut GmbH und dem nötigen langen Atem für den Rückzahlungsprozess. Immer vorausgesetzt, dass die Tilgung das Überleben der GmbH nicht gefährdet. Da spielen vor allem das Wetter und sein Einfluss auf Quantität und Qualität der Erntemenge eine Rolle.

Schließlich bilden Weinproduktion und -verkauf mit 70 Prozent das Hauptgeschäftsfeld der GmbH und damit den wichtigsten Bereich, um die Mittel zur Darlehensrückerstattung zu erwirtschaften. Dazu kommen die Hoflößnitz-Gastronomie mit Straußwirtschaft und künftig das Bankettgeschäft im Winzersaal des gerade in der Sanierung befindlichen Pressenhauses sowie der Betrieb des Gästehauses, sagt Weingut-Geschäftsführer Jörg Hahn.

Viele Investitionen nötig

Doch gerade in die Weinherstellung musste erst einmal kräftig investiert werden. 2009 sind 70 Prozent der Hoflößnitz- Rebflächen erfroren, gab es gerade mal einen Ertrag von 5 000 Litern, sagt Hahn. Von reichlich zehn Hektar mussten 7,5 Hektar neu aufgerebt werden – das kostet bei einem Hektar Weinberg knapp 35 000 Euro. Die Flächen kommen nun nach und nach alle in den Ertrag.

Betrug der 2010 noch 8 500 Liter, waren es vier Jahre später bereits 35 000 Liter und 2015 sogar 51000 Liter. Viel Geld – auch dafür waren die Darlehen nötig – floss für die Qualität der Weinberge und des Weins. Denn Keller- und Weinbergtechnik zeigten ebenfalls großen Nachholbedarf. Da standen 2009 noch die alten Plastiktanks aus den 80er-Jahren, es gab kaum ordentliche Kellertechnik, dafür aber einen Rieseninvestitionstau. Das Tankvolumen lag bei knapp 30 000 Litern. „Da würde die heutige Produktion gar nicht mehr unterkommen“, sagt der Geschäftsführer. Fürs Lagervolumen wird das Anderthalbfache der Erntemenge gerechnet. Heute bieten die Tanks knapp 80 000 Litern Platz. Neben Presse und Tanksystem gibt es eine temperaturgesteuerte Gärung.

Erneuerungsbedarf bestand nicht zuletzt im Weinberg selbst. Dort hat ein moderner Traktor mit weinbergschonender Technik seinen alten kleinen Vorgänger abgelöst. Das alles kommt dem Konzept des ersten zertifizierten ökologisch wirtschaftenden sächsischen Weinguts zugute. Standen 2009 auf 19 Prozent der Rebfläche pilzresistente Sorten, sind es jetzt 65 Prozent.

Dass sich die Mühe lohnt, zeigt sich nicht zuletzt im Wettbewerb mit anderen Produzenten. 2009 holte die Hoflößnitz zwei Medaillen zur Landesweinprämierung, sagt der Geschäftsführer. 2015 waren es dort zehn und vier Auszeichnungen auf Bundesebene.