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Hohe Preise für Superhölzer

Auch in diesem Jahr beteiligte sich der hiesige Forstbezirk an der Submission. Der wertvollste Stamm war eine Lärche.

© Egbert Kamprath

Von Maik Brückner

Schmiedeberg/Tharandter Wald. Mit wachen Augen laufen Revierförster durch ihre Wälder. Neben ihrer „ganz normalen Arbeit“ sind sie immer auch auf der Suche nach den Superbäumen. Das sind Bäume, die besonders gerade gewachsen sind und im unteren Stammbereich keine sichtbaren Äste mehr haben. Ist der Stamm dann auch noch dick und ohne Beulen und Drehwuchs, dann ist er ein Kandidat für die alljährlich stattfindende Säge- und Wertholzsubmission des Staatsbetriebes Sachsenforst, sagt Kristina Funke vom Forstbezirk Bärenfels.

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Grader Schnitt für eine alte Fichte: In diesem Jahr wurden die hiesigen Förster bei ihrer Suche nach wertvollen Hölzern auch in den Wäldern oberhalb des Pöbeltals fündig. Forstlehrlinge wie Michael Pesek konnten hier zeigen, was sie können. Der junge Mann
Grader Schnitt für eine alte Fichte: In diesem Jahr wurden die hiesigen Förster bei ihrer Suche nach wertvollen Hölzern auch in den Wäldern oberhalb des Pöbeltals fündig. Forstlehrlinge wie Michael Pesek konnten hier zeigen, was sie können. Der junge Mann © Egbert Kamprath
21 Baumarten kamen zum Verkauf: Seit Dezember wurden 780 Einzelstämme auf dem anderthalb Kilometer langen Platz in der Dresdner Heide aufgereiht und nach Baumarten sortiert. 21 Baumarten wurden zum Verkauf angeboten. Wie bereits in den Vorjahren machten S
21 Baumarten kamen zum Verkauf: Seit Dezember wurden 780 Einzelstämme auf dem anderthalb Kilometer langen Platz in der Dresdner Heide aufgereiht und nach Baumarten sortiert. 21 Baumarten wurden zum Verkauf angeboten. Wie bereits in den Vorjahren machten S © dpa
Die Eiche ist besonders begehrt: Der diesjährige Durchschnittspreis lag über alle Baumarten bei 344 Euro pro Kubikmeter. Das waren 50 Euro mehr als im Vorjahr. Von den Hauptbaumarten war die Eiche die wertvollste Baumart, sie wurde für durchschnittlich 51
Die Eiche ist besonders begehrt: Der diesjährige Durchschnittspreis lag über alle Baumarten bei 344 Euro pro Kubikmeter. Das waren 50 Euro mehr als im Vorjahr. Von den Hauptbaumarten war die Eiche die wertvollste Baumart, sie wurde für durchschnittlich 51 © dpa

Bereits im Spätherbst haben ihre Kollegen in den Wäldern zwischen dem Pöbeltal bei Schmiedeberg und dem Tharandter Wald einige Bäume nach entsprechenden Kriterien ausgewählt. Fündig geworden waren die Förster am Hang oberhalb des Waldschulheimes. Hier sind prächtige Fichten herangewachsen. In der Hirschbacher Heide entdeckten sie schön gewachsene Lärchen. Und im Grillenburger Revier spürten sie gerade gewachsene Douglasien auf. Im Auftrag von Dritten holten sie auch einzelne Eichenstämme aus dem Stadtwald Tharandt und einem Privatwald. Insgesamt befanden sie 33 Hölzer für so gut, dass sie zur Auktion sollten.

Ähnlich wie die Bärenfelser handelten die anderen sächsischen Forstbezirke und verschiedene Privatwaldbesitzer. Im Dezember brachten sie ihre Stämme zur Versteigerungsfläche in der Dresdner Heide. Dort wurden 780 Stämme aufgereiht. Die Hölzer wurden nach Baumarten sortiert. Insgesamt brachten es die Stämme auf ein Volumen von 1 148 Kubikmetern. Davon stammten 489 Kubikmeter von 67 sächsischen Privatwaldbesitzern. 187 Kubikmeter wurden von Städten und Gemeinden geliefert, 65 Kubikmeter stammten aus dem Kirchenwald, sagt Klaus Kühling vom Forstministerium. Größter Lieferant insbesondere von hochwertigem Nadelholz war der Staatswald mit 407 Kubikmetern.

Hoher Gewinn für den Forstbezirk

Am 20. Januar war es soweit. Verkaufsleiter Hendrik Scholz eröffnete die Submission. Und die lief auch in diesem Jahr nach dem bewährten Ritual ab. Die potenziellen Käufer – dabei handelte es sich um Vertreter von Sägewerken, Handwerker, Möbel-, Musikinstrumenten- oder Furnierhersteller aus Deutschland, Österreich, Polen und Estland – boten in verschlossenen Umschlägen eine bestimmte Summe auf einen Stamm. Am Tag der Submission wurden die Umschläge geöffnet. Den Zuschlag erhielt der Meistbietende. „Sobald er das Geld beim Verkäufer eingezahlt hat, kann er die Stämme abfahren lassen“, erklärt Frau Funke. Insgesamt haben Baumstämme im Wert von über 395 000 Euro den Besitzer gewechselt. Der wertvollste Einzelstamm kam in diesem Jahr aus einem Privatwald in der Oberlausitz. Dort wurde eine Stieleiche gefällt, die deren Besitzer für 3 800 Euro verkaufen konnte. Das ist ein Kubikmeterpreis von 1 017 Euro.

Der „Spitzenstamm“ aus Bärenfels wurde eine Europäische Lärche aus dem Karsdorfer Revier. „Gewachsen im Wilischbachtal, empfahl sich dieser Baum durch seinen langen, fast astfreien Stamm“, erzählt Frau Funke. Ein Säge- und Hobelwerk aus dem Allgäu bezahlte für diese Lärche 1 329 Euro. Das Unternehmen war eins von zehn Käufern, die sich Hölzer aus dem Bärenfelser Forstbezirk sicherten. Knapp die Hälfte der hiesigen wertvollen Stämme erwarb ein Sägewerk vom Erzgebirgskamm. Drei Stämme kaufte ein Dresdner Orgelbauer. Alles in allem hat sich der Aufwand für den Forstbezirk Bärenfels gelohnt, schätzt Frau Funke ein. Nach Abzug der Transportkosten für die 37 Festmeter Holz konnte der Forstbezirk einen Erlös erzielen, der „deutlich höher“ war, als „ein Verkauf vor Ort“. Wie hoch er war, wollte der Forstbezirk nicht mitteilen.