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Hohe Unterrichtsqualität an Schulen

Wieder ein Bericht zur Schule, wieder gute Noten für Sachsen - diesmal von Schülern, Lehrern und Eltern selbst. Hausaufgaben gibt es dennoch.

© dpa

Dresden. Sachsens Schulen bieten einer neuen Analyse zufolge einen qualitätsvollen Unterricht - mit den Grundschulen an der Spitze. Das geht aus dem zweiten Ergebnisbericht zur sogenannten Schulevaluation hervor, der am Mittwoch in Dresden vorgestellt wurde. Zudem ergab die mit einer Befragung verbundene Analyse, dass Eltern sehr zufrieden mit der Vermittlung von Wissen und Teamfähigkeit sind. Weitere Pluspunkte laut Bericht: Sozialkompetenz und Werteorientierung der Schüler aller Schularten sind gut entwickelt. Und den Lehrern gelinge es besonders gut, die Aufmerksamkeit der Schüler aufrechtzuerhalten.

Mängel gibt es unter anderem bei der Praxisnähe des Unterrichts und bei der individuellen Förderung von Schülern, wie die Direktorin des Sächsischen Bildungsinstitutes, Dorit Stenke, sagte. Im Unterricht müsse mehr differenziert werden, um Leistungsschwächere zu fördern und auch Stärkere zu fordern. „Vor allem an Gymnasien ist da Handlungsbedarf.“ Zudem gibt es laut Bericht Probleme beim Übergang von der Grundschule zu weiterführenden Schulen: Dort gingen Kompetenzen der Kinder verloren, die Qualität des Unterrichts sinke zunächst.

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Trainer für die Lehrer

Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) sieht eine Lösung in noch besserer Fortbildung für die Lehrer. So würden nun Trainer für Unterrichtsentwicklung ausgebildet, die ihr Wissen an die Kollegen ihrer Schulen weitergeben sollen. Wichtig sei, dass Lehrer in die Lage versetzt würden, die Fähigkeiten der einzelnen Schüler richtig einzuschätzen.

„Wir haben in Sachsen eine gute Unterrichtsqualität. Der Bericht liefert kritische Anmerkungen für eine Schule auf hohem Niveau“, sagte Kurth und verwies auf das gute Abschneiden Sachsens bei bundesweiten Bildungsstudien. „Die ersten Plätze sagen aber eben keineswegs, dass wir die Hände in den Schoß legen können.“

SPD-Bildungspolitikerin Eva-Maria Stange erklärte, die Schulen bräuchten statt Evaluationen vielmehr Hilfe. Die Probleme bei der individuellen Förderung seien seit Jahren bekannt. Es sei schlicht nicht möglich, bei 28 Schülern in den fünften und sechsten Klassen jedem Kind eine ausreichende Aufmerksamkeit zuteilwerden zu lassen. Für diese Klassenstufen seien Schulsozialarbeiter dringend notwendig. „Vom vielen Wiegen wird die Sau nicht fett“, so Stange. Das gelte auch für Schulevaluationen, wenn keine Konsequenzen daraus folgten.

Für die vom Bildungsinstitut organisierte Evaluation wurden seit dem Schuljahr 2007/2008 mittlerweile 916 Schulen überprüft, das sind drei Viertel aller Grund- und Mittelschulen, Berufsbildenden Schulen und Gymnasien. Ausgewählte Lehrer nahmen dafür an rund 18 000 Unterrichtseinheiten teil, werteten etwa 140 500 Fragebögen mit Angaben von Schülern, Lehrern und Eltern aus, führten Gespräche und analysierten Schulprogramme. Die Qualität des Unterrichts wurde nach 18 Kriterien bewertet - von Klassenführung über Klarheit des Unterrichts bis hin zur Motivierung der Schüler und dem Engagement der Lehrer. (dpa)