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Löbau

Hoher Schaden im Wald nach Stürmen

Die Kommunen raten weiterhin davon ab, in den Wald zu gehen. Der Neugersdorfer Stadtwald könnte in zwei Wochen wieder begehbar sein. 

Im Neugersdorfer Stadtwald hat Sturmtief "Eberhard" eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.
Im Neugersdorfer Stadtwald hat Sturmtief "Eberhard" eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. © Rafael Sampedro

Eine wahre Schneise der Verwüstung hat das Sturmtief "Eberhard", das am zweiten März-Wochenende über Deutschland wütete, auch im Neugersdorfer Stadtwald hinterlassen. An der Straße nach Seifhennersdorf liegen auf einer breiten Rinne zahlreiche Bäume, wie Streichhölzer sind sie im Orkan umgeknickt. Das sind aber nicht die einzigen Schäden, die derzeit im Stadtwald zu verzeichnen sind. Auch der Borkenkäfer hat zugeschlagen, teilt die Stadtverwaltung mit. 

Die Sturmschäden belaufen sich auf circa 400 Festmeter Holz. Etwa 500 Festmeter Holz sind vom Borkenkäfer befallen. Beide Schäden müssen nun parallel bearbeitet und die  geschädigten Bäume aus dem Wald geschafft werden. Das sei zunächst eine grobe Schätzung, heißt es von der Stadt.  Erst, wenn das Holz professionell vermessen wurde, steht die genaue Menge fest. Zum Vergleich:  Die aktuelle Schadensmenge entspricht bereits zwei Drittel des regulär geplanten jährlichen Holzeinschlags. Und das, nachdem das Jahr erst knapp drei Monate alt ist. 

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Ein Forstunternehmen ist nun damit beauftragt, die Schäden im städtischen Wald zu beseitigen. Dabei kommt schweres Gerät zum Einsatz, wie zum Beispiel der Harvester. Außerdem sind Privatleute und kleinere Betriebe vor Ort, die sich Brennholz holen dürfen. So genannte Brennholz-Selbstwerber müssen einen Motorsägenschein besitzen und dürfen dann mit der Erlaubnis des jeweiligen Waldbesitzers Brennholz aus dem Wald holen. Im Neugersdorfer Stadtwald schneiden sie nun hauptsächlich Wege frei. 

In dieser Woche sollen die großflächigen Arbeiten starten, in der Stadtverwaltung geht man davon aus, dass der Wald dann spätestens in zwei Wochen wieder zugänglich sein wird. Auch, wenn die Arbeiten dann noch nicht vollständig abgeschlossen sind, werde aber die Gefahr für Waldbesucher gebannt sein.

Das Holz macht die Stadt zu Geld, es wird je nach Qualität in verschiedene Längen geschnitten, sortiert und verkauft. Allerdings seien die Preise derzeit niedrig, weil zurzeit sehr viel Holz angeboten wird. 

Das Holz der umgestürzten Bäume will auch die Stadt Löbau so gut es geht vermarkten. Die Große Kreisstadt besitzt große Waldflächen. Wie bei nahezu jedem der letzten Stürme hat es wieder den Kottmar, das Waldgebiet Lehn, den Hutberg und den Sonneberg besonders schlimm erwischt, berichtet Marcus Scholz, Pressesprecher der Stadt. Auch hier sind Waldwege unpassierbar und  einzelne Waldgebiete deshalb abgesperrt oder entsprechend gekennzeichnet. Vom Spaziergang im Wald wird hier ebenfalls abgeraten. 

Die Höhe der Schäden wird derzeit noch ermittelt, so Scholz. Es werde noch eine Weile dauern, bis darüber Klarheit herrscht. Dann startet die Beräumung, die freien Flächen werden wieder aufgeforstet. 

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