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Hohnstein bleibt kaum Luft zum Atmen

Der Regionalplan wird heftig kritisiert. Es gibt Vorschläge für Nachbesserungen.

© Symbolfoto/SZ

Von Anja Weber

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Hohnstein. Geht es nach den Vorgaben des aktuellen Regionalplan-Entwurfes, haben Hohnstein und seine Ortsteile auch künftig nur wenig Möglichkeiten, sich auszudehnen. Der Kommune bleibe keine Luft mehr zum Atmen, so formulierten es Stadträte auf ihrer jüngsten Sitzung. Der Grund: Flächen, auf denen der Arten- und Biotopschutz oder die Landwirtschaft Vorrang hat, reichen bis an die einzelnen Ortsteile. Nur um Ehrenberg herum sind einige Flächen ausgewiesen, die bebaut werden könnten. In anderen Ortsteilen besteht keine Möglichkeit für neue Wohn- oder Gewerbegebiete, wie zum Beispiel in Ulbersdorf.

Die Kommune will sich so stark nicht einschränken lassen, deshalb gab es im Stadtrat auch heftige Kritik an dem Entwurf des Regionalplanes. Die Räte legen nun einen umfangreichen Forderungskatalog vor, der bei der weiteren Bearbeitung des Regionalplanes beachtet werden soll. Sie sehen in fast allen Ortsteilen Nachbesserungsbedarf, vor allem sollen mehr Flächen für eine mögliche Bebauung ausgewiesen werden. Das sei dringend notwendig, sagte Stadtrat Stefan Thunig (CDU). „Wir wollen doch auch Zuzugsgebiet sein. Und im Speckgürtel von Dresden wären wir da schon attraktiv“, so der Rathewalder. Doch der vorliegende Plan lasse keine Entwicklungsmöglichkeiten zu und er widerspreche damit auch dem Leitbild der Stadt. Es gehe darum, Zukunftschancen für Hohnstein zu entwickeln und sich nicht noch weiter beschneiden zu lassen.

Kritisch sehen die Räte auch, dass der Plan zwei neue Naturschutzgebiete vorsieht. Zum einen im Polenztal angrenzend an das bisherige Schutzgebiet. Zum anderen könnte eine große Fläche zwischen Goßdorf und Lohsdorf unter Schutz gestellt werden. Hier gibt es gleich mehrere kleinere Flächennaturdenkmale, die laut Planentwurf zu einem Gebiet zusammengefasst werden sollen. Damit wäre dann auch der Traum des Schwarzbachbahnvereins, die Strecke Richtung Kohlmühle und auch weiter nach Ehrenberg auszubauen, geplatzt. Denn ein Naturschutzgebiet bei Lohsdorf würde auch die Bahnflächen berühren. Aus diesem Grund lehnt der Stadtrat die Ausweisung weiterer Naturschutzgebiete ab.

Darüber hinaus wurden Flächen markiert, auf denen die Stadt sich Möglichkeiten für neue Wohngebiete offen halten möchte, so unter anderem um Goßdorf und am Wurzelweg in Ulbersdorf sowie in Rathewalde. Außerdem gibt es Überlegungen, zwei Flächen für eine mögliche Gewerbeansiedlung aufzunehmen, um sich auch hier die Entwicklungschancen zu sichern. Zum einen geht es um ein Areal an der Alten Schäferei in Hohnstein. Zum anderen wurde eine Fläche am Ortsende von Ehrenberg in Richtung Neustadt in Hohnsteins Stellungnahme zum Regionalplan-Entwurf aufgenommen.