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Ärger um Hohnsteins Markenzeichen

Kann der Kasper wirklich noch mehr Touristen anlocken? Bei der Debatte um das Stadtentwicklungskonzept im Rat geht es aber um noch mehr.

Der Hohnsteiner Kasper. Als Werbeträger nicht genug qualifiziert?
Der Hohnsteiner Kasper. Als Werbeträger nicht genug qualifiziert? © Steffen Unger

Hohnsteins Einwohner werden älter, der Nachwuchs fehlt. Die Stadt setzt auf Zuzug und mehr Touristen. Dafür müssen aber erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, welches in seiner Fortschreibung nun im Stadtrat vorgestellt wurde, zeigt einige Wege auf. Einigen Stadträten waren die jedoch nicht weitreichend genug. Auf Kritik besonders aus Richtung Ulbersdorf stieß Hohnsteins "Kaspertick" - nämlich das Werben mit der Kasperfigur für ganz Hohnstein. Das sei kein Alleinstellungsmerkmal, kritisierte Ralph Lux (UWV). Man müsse sich bei der künftigen Entwicklung an dem orientieren, was Einwohner und Gäste brauchen. Saechsische.de fasst zusammen, was den Stadträten auf den Nägeln brennt.

So soll sich Hohnstein entwickeln

Das Durchschnittsalter geht in Hohnstein steil nach oben. Das hat letztlich Auswirkungen auf die Gesamtbevölkerung, die gleichzeitig immer weniger wird. Aus diesem Grund setzt die Stadt auf die Daseinsvorsorge und den Tourismus. Letzter ist die Haupteinnahmequelle und der Hauptwirtschaftszweig. Immerhin sind in Hohnstein 250 Gewerbebetreibe angemeldet, über die Hälfte davon im Gastgewerbe. Und diese hängen am touristischen Tropf. Im Landesentwicklungsplan ist Hohnstein als touristisches Vorranggebiet ausgewiesen.

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Davon profitieren soll auch die Burg Hohnstein. Über die Städtebauförderung werden Zuschüsse für die Sanierung der Burg erwartet. Aus diesem Grund wurde für den unmittelbaren Burgbereich ein neues städtebauliches Konzept aufgelegt. Ein weiteres Ziel ist es, innerstädtische Brachflächen zu kultivieren.

Hohnsteiner Kitas sind gesichert

Die Kindereinrichtungen der Stadt wie auch die Grundschule verzeichnen einen Zuwachs. Das gibt für Hohnstein Hoffnung auf einen leichten Aufwärtstrend in der Bevölkerung. Damit ist vor allem der Fortbestand der Kindereinrichtungen gesichert. Hohnstein sucht nach Wegen, um Neubürger ansiedeln zu können. Man will von den wirtschaftlichen Entwicklungen in Pirna und Dresden profitieren und Wohnflächen sowie Flächen für Gewerbeansiedlungen finden. Das wird in Hohnstein aufgrund der Lage in großen Teilen im Nationalpark Sächsische Schweiz sowie im Landschaftsschutzgebiet nicht einfach. Ein schon immer ein umstrittenes Thema. Deshalb kritisierte Stadtrat Lux die Ausweisung der jetzigen Flächen als zu kleinteilig. Das sei eine Kapitulation vor dem Nationalpark, sagt er.

Kasperort ist kein Alleinstellungsmerkmal

An Hohnsteins Holzkopf scheiden sich die Geister offenbar. Für Stadtrat Lux gehört der Kasper nur zu Hohnstein, nicht zu den Ortsteilen. Vielmehr müsse man untersuchen, weshalb die Gäste die Ortsteilen besuchen, wie sie übernachten wollen. Kasperort sei kein Alleinstellungsmerkmal. Es gebe noch mehr Kommunen, die mit dem Kasper werben würden. Stadtrat Hendrik Lehmann (UWV), Gastwirt und Ortsvorsteher in Hohnstein, sieht dagegen in dem Kasper einen wichtigen Markenbotschafter. Das Kasperprojekt könne eine schöne Attraktion werden. Wichtig ist ihm vor allem eine familienfreundliche Stadtgestaltung. Kritik gab es, weil die Stadt Hohnstein die vor einiger Zeit viel diskutierte Hängebrücke über dem Polenztal von der Hocksteinaussicht zur Burg nicht mit in das Entwicklungskonzept aufgenommen hatte. Dies soll nun nachträglich noch mit geschehen, sagt Bürgermeister Daniel Brade (SPD).

Mehr Parkplätze und Radwege für Hohnstein

Nicht nur der Corona-Sommer bescherte Hohnstein einen Touristenboom. Die Tagesgäste überrennen auch sonst die klassischen Ausflugsziele in und um Hohnstein. Die Folge: akuter Parkplatzmangel. Das zeigt sich nicht nur in Hohnstein selbst, sondern vor allem im Ortsteil Waitzdorf. Dort gibt es kaum Parkmöglichkeiten, Flächen dafür aber schon. Die Stadt Hohnstein hatte sich für eine Fläche am Ortseingang entschieden. Auch der Nationalpark zeigte sich nicht abgeneigt. Nur so richtig kommt das Parkplatzprojekt nicht voran. Jetzt heißt es, die Planungen sollen beginnen.

In und um Hohnstein sind zunehmend mehr Radler zu entdecken, manche mitten auf Wegen im Nationalpark, wo das Radfahren nicht gestattet ist. Mit Blick auf die Touristen wurde nun in weiteres Manko deutlich. Es fehlen Radwege und eine Radwegkarte. Das Thema Radweg ist in Hohnstein spätestens seit dem umstrittenen Rückbau eines Teilstückes der ehemaligen Rennstrecke ein Thema. Und von Privatleuten gab es bereits einen Vorstoß, das Radfahren im Polenztal anzukurbeln. Ein Radweg im Polenztal wurde durch den Nationalpark aber abgelehnt.

Festgeschrieben in dem Konzept ist, dass sich die Stadtentwicklung im Einklang mit den Interessen des Nationalparkes erfolgen soll und das Schutzgebiete besser vermarktet werden soll.

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