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Weitere Entscheidung zu Burg Hohnstein

Die Stadt will das Ensemble weiterhin kaufen. Doch es fehlen noch die Fördermittel von Bund und Land. Jetzt hängt alles vom Kreistag ab.

Im Fall von Burg Hohnstein geht es im Dezember ums Ganze. Was noch fehlt, ist eine Finanzierung.
Im Fall von Burg Hohnstein geht es im Dezember ums Ganze. Was noch fehlt, ist eine Finanzierung. © Steffen Unger

Zuerst die positive Nachricht: Aufgrund der enormen Nachfrage über die Sommermonate hinweg kann die Burg Hohnstein 2020 mit sehr guten Umsätzen glänzen. Anfangs sah es wegen der Schließung nicht danach aus. Und auch die Prognosen klangen düster. Doch die vielen Touristen in Hohnstein haben das Blatt offenbar gewendet.

Schülerreisen und größere Veranstaltungen sind unterdessen coronabedingt ausgefallen. "Unter Inanspruchnahme von Corona-Hilfsgeldern und des Kurzarbeitergeldes wird die Burggesellschaft einen ausgeglichenen Jahresabschluss schaffen", sagt Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Das ist die Voraussetzung dafür, dass der Betrieb der Burg auch im kommenden Jahr weitergehen kann. Ein ausgeglichener Abschluss war die Bedingung dafür. Hätte die Stadt weitere Zuschüsse in die Betreibergesellschaft pumpen müssen, wäre das wohl das Aus für alle weiteren Pläne gewesen. Sicherlich wäre dann auch im Stadtrat die Stimmung gekippt.

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Tiefes Finanzloch lässt Stimmung kippen

Denn die Burg hatte, anders als in den beiden Vorjahren, 2019 ein dickes Minus in den Büchern stehen. Noch Ende Dezember 2019 ging man von 87.000 Euro aus. Doch im Februar 2020 wurden mit der Endabrechnung andere Zahlen vorgelegt. Und die sahen dramatisch aus. Das Minus lag bei 99.000 Euro im Jahr 2019. Das sorgte im Stadtrat auch für mächtig Aufregung und heiße Diskussionen. Um das Loch auszugleichen, musste die Stadt sowohl für 2020 als auch für 2021 Projekte streichen. So werden die für 2021 geplanten Vorhaben wie die Sanierung Brandstraße-Siedlung in Hohnstein und der Bau der Löschwasserzisterne ebenfalls in Hohnstein auf weitere Jahre verschoben. Jetzt, mit den neuen Zahlen für dieses Jahr im Gepäck, war der Stadtrat wohl milder eingestimmt. Und das war auch notwendig. Bürgermeister Brade bekam jetzt grünes Licht für zwei Vereinbarungen, die es nun mit dem Landkreis abzuschließen gilt. Das wiederum ist Voraussetzung, damit die Stadt und der Landkreis am gemeinsamen Vorgehen zur Sanierung der Burg Hohnstein festhalten können. Endgültig ist das noch nicht. Hohnstein ist von der Entscheidung des Kreistages am 14. Dezember abhängig. Da geht es ums Geld.

Das ist der aktuelle Stand zur Burg Hohnstein

Die Stadt Hohnstein hat im Januar 2020 die Planungsleistungen für die Sanierung der Burg europaweit ausgeschrieben. Nunmehr muss die Stadt bis zum 31. Dezember diese Planungsleistungen in sieben Fachlosen an die Planungsbüros vergeben, die die Ausschreibung gewonnen haben.

Dabei geht es um die Planungsleistungen bis zur Leistungsphase drei, also konkret um einen Entwurf, wie die Burg saniert werden könnte und die entsprechende Kostenberechnung. Nun kommt der Haken. Um das zu finanzieren, muss die Stadt Hohnstein auf Städtebaufördermittel zurückgreifen. Die Stadt ist aber noch nicht in das entsprechende Programm aufgenommen worden, da es 2020 keine Neuausschreibung dieses Förderprogrammes gab. Bis 1. Januar kann hier erst der Förderantrag eingereicht werden. "Wir haben weiterhin im November 2019 eine Förderzusage des Bundes über 2,7 Millionen Euro erhalten. Für die Bundesmittel läuft das formale Antragsverfahren, aber einen konkreten Fördermittelbescheid gibt es auch hier noch nicht. Insofern ist die Gesamtfinanzierung einer Sanierung der Burg noch nicht gesichert", sagt der Bürgermeister.

Landkreis soll Kosten für Planungen übernehmen

Mit dem Abschluss einer Finanzierungsvereinbarung soll der Landkreis daher als Eigentümer der Burg die Kosten für die Planungsleistungen bis zur Leistungsphase drei übernehmen. Die Stadt könnte diese beauftragen und mit der Planung der Sanierung beginnen.

Hohnstein verpflichtet sich im Gegenzug, mit einem Vorvertrag weiterhin die Fördermittel des Freistaates und des Bundes zu beantragen und final mit der Absicherung der Gesamtfinanzierung einer Sanierung die Burganlage ins Eigentum zu übernehmen. Mit diesen zwei Vereinbarungen, die den beiden Beschlüssen des Stadtrates und des Kreistages aus dem Jahr 2019 entsprechen, kann die weitere Vorbereitung der Sanierung der Burganlage erfolgen.

Die beiden Vereinbarungen regeln damit das weitere Vorgehen und deren Finanzierung. Nun wird noch der Kreistag am 14. Dezember darüber abstimmen. Gibt der sein o.k. könnte der Stadtrat noch im Dezember die ersten Aufträge vergeben. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Burg Hohnstein ist damit allerdings nicht gefallen. Die steht erst zur Debatte, wenn feststeht, wie viel die Sanierung der Burg Hohnstein überhaupt kostet.

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