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Deshalb sind Bau-Experten auf der Burg

Im Hintergrund hat sich einiges in Sachen Zukunft von Burg Hohnstein getan. Ein entscheidendes Detail fehlt allerdings noch.

Obwohl es um Burg Hohnstein ruhig ist, hinter den Kulissen wird weiter an der Zukunft des historischen Ensembles gearbeitet.
Obwohl es um Burg Hohnstein ruhig ist, hinter den Kulissen wird weiter an der Zukunft des historischen Ensembles gearbeitet. © Steffen Unger

Architekten, Planer und Bausachverständige geben sich derzeit auf Burg Hohnstein die historischen Klinken in die Hand. Es geht jetzt in einem weiteren Schritt darum, wie die Burg saniert und so umgebaut wird, dass sie künftig wirtschaftlich betrieben werden kann.

Ziel ist es, bis Jahresende Kostenberechnungen dafür auf den Tisch zu legen. In den letzten Wochen waren deshalb viele Experten auf der Burg unterwegs, um zunächst den baulichen Zustand des Gemäuers zu untersuchen. Die Holzschutzgutachter waren zum Beispiel in den Häusern drei und vier unterwegs. Sie konnten schon einmal Entwarnung geben. Zumindest dort haben sie keine Holzschäden durch Pilze oder Insektenfraß gefunden. Befürchtet wurde unter anderem auch gesundheitsbedenkliche Brandschutzanstriche noch aus DDR-Zeiten. Auch da gab es Entwarnung.

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Noch ist eine Privatisierung nicht vom Tisch

Mit dem Abschluss einer Finanzierungsvereinbarung hat der Landkreis als Eigentümer der Burg, die Kosten für die Planungsleistungen bis zur Leistungsphase drei übernommen. Hohnstein hatte sich im Gegenzug verpflichtet, mit einem Vorvertrag weiterhin die Fördermittel des Freistaates und des Bundes zu beantragen und final mit der Absicherung der Gesamtfinanzierung einer Sanierung die Burganlage ins Eigentum zu übernehmen.

Auch da ist man nun einen Schritt weiter. Der Kaufvorvertrag zwischen der Stadt und dem Landkreis ist unterzeichnet und genehmigt. Ein Notar hat die Unterlagen geprüft und auch bestätigt. Ebenfalls unterzeichnet ist die Finanzierungsvereinbarung zwischen der Stadt und dem Landkreis. Darüber hinaus wurden auch bereits die ersten Baulose vergeben.

Dieses Jahr wird dann weiter generell von Planungsarbeiten geprägt sein. Und vor allem von Kostenberechnungen und Entwurfsplänen. Denn erst wenn das alles vorliegt, wird man wissen, was die Sanierung von Burg Hohnstein eigentlich kostet. Und erst dann wird auch feststehen, ob man sich eine Sanierung leisten kann oder ob das Landratsamt die Burg vielleicht doch verkaufen, also privatisieren muss.

Jetzt geht es vielmehr darum, dass die Stadt Hohnstein auch die zugesicherten Fördermittel von Bund und Land erhält. "Bisher sind Finanzmittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro vom Bund und 2,2 Millionen Euro vom Freistaat haushalterisch abgesichert. Hier wird es darauf ankommen, in Abhängigkeit vom Ergebnis der Kostenberechnung einen Aufwuchs der Mittel auf politischer Ebene zu erreichen", sagt Landrat Michale Geisler (CDU). Sprich, für die Sanierung der Burg Hohnstein braucht es noch mehr Fördermittel, als bislang zugesichert.

Antrag auf Aufnahme ins Städtebauförderprogramm

Aus diesem Grund finden jetzt auch auf verschiedenen Ebenen Verhandlungen statt. Außerdem gab es ein gemeinsames Schreiben an die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, um die Bedeutung der Burg Hohnstein hervorzugheben und um eine weitere politische und finanzielle Unterstützung zu werben. Praktisch bedeutsam wird dieser Rückhalt in der anstehenden Bearbeitung des Antrages der Stadt Hohnstein auf die Gewährung von Städtebaufördermitteln. Dieser Antrag wurde samt aller Unterlagen bis zum 1. März 2021 eingereicht. Beschieden ist er noch nicht. Die Gesamtfinanzierung der Burg-Sanierung funktioniert aber nur, wenn die Stadt Hohnstein in das Städtebauförderprogramm aufgenommen wird.

Auch hinter den Kulissen geht es weiter. So wurde die Burg in den vergangenen Wochen vermessen. Diese Unterlagen sollen dann bis Juni 2021 fertig sein. Im Frühsommer, wenn es denn möglich ist, wolle man sich auch mit den Fördermittelgebern auf der Burg treffen, sagt der Landrat.

Der Schwerpunkt der Arbeit der Architekten liegt derzeit darauf, die Nutzungsvorstellungen und Ideen zu sammeln, um daraus ein schlüssiges Gesamtkonzept zu erarbeiten, das einen wirtschaftlichen Betrieb der Burg gewährleistet. Gleichzeitig soll die Burg ein attraktiver Erlebnisort für die Hohnsteiner und für Tagesgäste werden.

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