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Mauer eingestürzt, wackelt der Amtssitz?

In Hohnstein ist die Mauer am Rathausgarten eingestürzt. Die Steine wurden inzwischen entfernt. Noch kann sie nicht neu aufgebaut werden.

Seit 1688 steht das Rathaus in Hohnstein sicher auf seinen Mauern. Und jetzt?
Seit 1688 steht das Rathaus in Hohnstein sicher auf seinen Mauern. Und jetzt? © Daniel Schäfer

Ein leichtes Grummeln schreckte kürzlich Anwohner unterhalb des Hohnsteiner Rathauses auf. Gleich mehrere Sandsteine der großen Mauer unterhalb des Rathausgarten sind herabgestürzt.

Wackeln jetzt etwa auch die Mauern des Amtssitzes von Bürgermeister Daniel Brade (SPD)? Immerhin könnte ja auch der Hang und die Wiese hinter der Mauer ins Rutschen geraten.

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So schlimm ist es offenbar nicht. Die Mauer befinde sich im Rathausgarten etwa 100 Meter vom Rathausgebäude entfernt. Es bestehe hier keine Gefahr des weiteren Abrutschens für irgendwelche Gebäude oder Dritte. "Es wackelt also kein Rathaus. Eine Gebäudeuntersuchung ist nicht erforderlich. Das Rathaus steht seit 1688 auf dicken Sandsteingewölben, die 1991/1992 saniert worden sind", sagt der Bürgermeister.

Dieser Teil der Mauer ist samt Bepflanzung eingestürzt.
Dieser Teil der Mauer ist samt Bepflanzung eingestürzt. © Stadtverwaltung

Ursache des Schaden bereits gefunden

Inzwischen sind die großen Sandsteinquader weg. Die Einsturzstelle wurde beräumt und ein Vlies als Abdeckung darauf gelegt. Der Abwasserzweckverband hat den anliegenden Kanal ebenfalls gesichert.

Zum Glück ist der Hang dahinter nicht mit ins Rutschen gekommen. Die Ursache für den Mauersturz von Hohnstein war ziemlich schnell gefunden. "Genau an der Einsturzstelle geht eine Abwasserleitung von den Grundstücken Am Breiten Stein hindurch. Die Mauer wurde beim Abwasserbau 1991/92 nicht wieder fachgerecht aufgebaut, nachdem die Abwasserleitung hindurch gelegt wurde", sagt der Bürgermeister. Anwohner vermuten, dass sich hinter der Mauer Wasser gesammelt hatte. Leider könne die Stadt dafür niemanden mehr belangen, weil die Bauarbeiten schon zu lange zurückliegen und keine Schadensersatzansprüche mehr geltend gemacht werden können, sagt der Bürgermeister. Außerdem wurde die Absturzstelle überprüft. Man ist zu dem Schluss gekommen, dass keine weiteren Mauerteile mehr einstürzen.

Vom Bärengarten aus ist die inzwischen abgedeckte Einsturzstelle zu sehen.
Vom Bärengarten aus ist die inzwischen abgedeckte Einsturzstelle zu sehen. © Daniel Schäfer

Das Loch in der Mauer bleibt die nächsten Jahre

Hoffnung auf einen schnellen Wiederaufbau gibt es offenbar nicht. Ohne eine ordentliche Planung könne die Mauer nicht instandgesetzt werden, sagt der Bürgermeister. Planung und Wiederaufbau kosten eine ganze Stange Geld. Das hat man schon eingeschätzt. Aus diesem Grund ruhen die Hoffnungen nun darauf, dass der Freistaat ein neues Stadtsanierungsprogramm auflegt, aus welchem dann auch Fördermittel fließen. Vonseiten der Stadt Hohnstein ist soweit alles vorbereitet. Das Areal um das Rathaus wurde neben der Burg Hohnstein bereits mit aufgenommen, übrigens schon vor dem Mauersturz. Jetzt hängt alles an den Fördermitteln. Das alles werde noch eine Weile dauern, ist sich der Bürgermeister sicher. Aus diesem Grund wird auch das Loch noch eine Zeit so bleiben.

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