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Geld für Hohnsteins schönsten Wanderweg

Durch den Schindergraben gelangen Wanderer am schnellsten von Hohnstein ins Polenztal. Aber der Weg hat so seine Tücken.

Bereist vor zwei Jahren kam der erste Scheck, dann eine Weile nichts. Jetzt gibt es aber Hoffnung.
Bereist vor zwei Jahren kam der erste Scheck, dann eine Weile nichts. Jetzt gibt es aber Hoffnung. © privat

Wer von Hohnstein ins Polenztal oder entgegengesetzt wandert, kommt durch den Schindergraben. Das ist eine der schönsten Trassen rund um Hohnstein. Noch heute finden sich hier steinerne Zeugen der frühen Geschichte mit steinernen Toren, kleinen Mauern. Der Schindergraben  zeigt sich meist rau, wild und wunderschön. Über den glasklaren Bach führen mehrere kleine Brücken. Von Lehrpfadtafeln am Wegesrand erfährt man unter anderem, dass die Bodenflora artenreicher als sonst im Sandstein ist und dass hier seltene Farnarten sowie besonders viele Moose und Flechten gediehen. Der Weg ist stark bewandert. Aber der Schindergraben ist in die Jahre gekommen. Und an eben diesen hölzernen Stegen nagt der Zahn der Zeit. Immer wieder müssen die Mitarbeiter des Bauhofes morsche Bretter oder Geländer austauschen. Erst Anfang des Jahres waren wieder größere Sanierungsarbeiten fällig, sodass die Brücken jetzt laut Stadtverwaltung wieder an die zwei Jahre halten müssten, denn die stählernen Widerlager seien noch in Ordnung.

Allerdings wollte man eigentlich zum jetzigen Zeitpunkt schon komplett neue Brücken und Stege haben. Als Startkapital gab es für die Stadt Hohnstein bereits im November 2018 sogar eine Spende aus dem Erlös des ersten Adventure-Walk. Den Organisatoren von der Laufszene Sachsen war bei der Begehung der schlechte Zustand der Steige aufgefallen. Deshalb hatte man schnell entschieden, einen Teil des Erlöses für die Sanierung der vier Brücken beziehungsweise Stege zu spenden, sozusagen als erstes Startkapital. 

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Um die Sanierung endgültig anzugehen, ist die Stadt auf Fördermittel angewiesen. Fördermittel aus dem Wegesanierungsprogramm des Freistaates hatte die Stadt aber nicht bekommen, vor allem wegen der Eigentumsverhältnisse. Die eine Seite des Weges gehört der Stadt Hohnstein, die andere Seite dem Sachsenforst. Der Weg hätte als Ganzes gewidmet werden müssen. Das Problem als solches konnte nicht gelöst werden.

Deshalb hatte die Stadt Hohnstein in ihrem Haushaltsplan 35.000 Euro für den Wanderweg eingestellt. Von dem Geld sollten Brücken aus Kunststoff gebaut werden. Die Gesamtkosten dafür hätten das Budget der Stadt bei Weitem überstiegen. Aus diesem Grund beantragte die Stadt Zuschüsse aus dem Leader-Programm. In einem ersten Anlauf wurden die jedoch abgelehnt. Inzwischen hat das Leader-Regionalmanagement die Sanierung der Stege und Brücken für eine Förderung empfohlen. "Wir stellen jetzt bis Monatsende die Förderanträge. Mit einer Bewilligung rechnen wir bis Ende des Jahres", sagt Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD).

Läuft dann endlich alles wie geplant, kann die Stadt im kommenden Jahr den Neubau in Auftrag geben. Mit der Variante aus Kunststoff hatte man in Hohnstein bereits gute Erfahrungen sammeln können. Nach dem Hochwasser 2010 an der Sebnitz wurden entlang des Sebnitztalwanderwegs die zerstörten Brücken mit länger haltbaren Kunststoff neu errichtet. Dazu kommt, dass auf diese Weise auch die Wartungsarbeiten reduziert werden können. 

Der Schindergraben verdankt seinen Namen übrigens dem ehemaligen Hohnsteiner Schinder, auch Abdecker. Um 1546 wurde in der Schlucht totes und todkrankes Vieh entsorgt, um der Entstehung von Seuchen und Krankheiten vorzubeugen. Heute dagegen ist es eine beliebte Verbindung von Hohnstein ins Polenztal und damit Ausgangspunkt für weitere Wanderungen rund um das Hohnsteiner Gebiet.

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