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Hohnstein: Damit der Bus weiter ins Dorf kommt

Das Dorfgemeinschaftshaus im Ortsteil Zeschnig sollte umgebaut werden. Jetzt reicht das Geld nur für einen Teil.

Das Dorfgemeinschaftshaus in Zeschnig sowie die Außenfläche samt Buswendeschleife sollen neu gestaltet werden.
Das Dorfgemeinschaftshaus in Zeschnig sowie die Außenfläche samt Buswendeschleife sollen neu gestaltet werden. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Einwohner in einem der kleinsten Hohnsteiner Ortsteile wollten schon länger was vom Kuchen abhaben. Bislang gingen die Investitionen größtenteils an ihrem Dorf vorbei. Deshalb war die Freude auch groß, als die ersten Pläne für den Umbau ihres Dorfgemeinschaftshauses vorgestellt wurden. Im Haushaltsplan von Hohnstein für die Jahre 2019/2020 waren dafür 173.600 Euro vorgesehen. Das Geld hätte vermutlich zu diesem Zeitpunkt auch ausgereicht.

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In der Zwischenzeit kam eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Für das Dorfgemeinschaftshaus gab es 125.000 Euro an Fördermitteln aus dem Leaderprogramm. Anders als bei vorangegangenen Bauprojekten der Stadt handelt es sich um eine Festförderung. Das heißt, wenn die Baukosten steigen, gibt es nicht automatisch auch mehr Fördermittel. Und die Baupreise sind generell dramatisch gestiegen. Und das wirkt sich auf das Zeschniger Projekt aus. Aktuell liegen die Kosten bei 200.400 Euro. Abzüglich der Zuschüsse hätte die Stadt nun noch einmal 26.800 Euro drauflegen müssen.

Nach Kritik ist Abspecken angesagt

Mit der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) war das im Stadtrat aber nicht zu machen. Aufgrund der aktuellen Baukostenentwicklung stellte die Stadtratsfraktion der UWV den Bauumfang infrage. Und das wiederum sorgte bei den Einwohnern von Zeschnig für mächtig Ärger. Denn sie sahen ihr Herzensprojekt schon in weiter Ferne verschwinden. Immerhin ist das Dorfgemeinschaftshaus ihr Treffpunkt im Ort. Hier werden private Feiern abgehalten, Vereine können sich hier treffen und eben alle, die zu Hause keinen Platz zum Feiern oder Diskutieren haben.

Das wollte die Wählervereinigung den Einwohnern auch nicht generell streichen. Vielmehr sollte geprüft werden, welche Arbeiten vordringlich seien. Dazu gehören zunächst die Abdichtungs- und Trockenbauarbeiten. Darauf hatte man sich auch verständigt und die Aufträge vergeben.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. In den Sommerferien muss die Buswendeschleife direkt am Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden. Und dazu müssen zuerst die Außenarbeiten am Gebäude erledigt werden, da diese unmittelbar mit der Umgestaltung der Buswendeschleife zu tun haben. Teils zähneknirschend haben das die Zeschniger nun so hinnehmen müssen. In der Zwischenzeit wurde auch der Bauauftrag dafür vergeben. Wegen gestiegener Baukosten muss die Stadt Hohnstein auch da tiefer in die Tasche greifen. Vorgesehen waren Eigenmittel in Höhe reichlich 40.000 Euro. Letztlich müssen 11.000 Euro mehr bezahlt werden. Die kann die Stadt aber noch locker machen.

Eigentumsverhältnisse sind nun geregelt

Der Bau der Buswendeschleife ist Voraussetzung dafür, dass Busse Zeschnig überhaupt noch ansteuern. Die kommunale Straße am Ortseingang von Zeschnig ist die einzige Zufahrt in den Hohnsteiner Ortsteil. Das Problem, die Straße und die Buswendeschleife liegen auf privatem Grund und Boden. Und die Zufahrt muss bleiben, genauso wie Buswendeschleife. Parkplätze werden auch benötigt, da einige am Dorfgemeinschaftshaus wegfallen. Um die Eigentumsverhältnisse zu regeln, mussten Grundstücksflächen verkauft, gekauft oder getauscht werden. Das ist nun alles geregelt und mit Beginn der Sommerferien kann die Baufirma anrücken.

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