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Hohnstein: Schäden in Millionenhöhe

Eine erste Bilanz nach dem Hochwasser am 17. Juli liegt vor. Die lässt nichts Gutes ahnen. Das ist nicht der einzige Ärger.

Die Brücken am Wanderwege durch das Sebnitztal haben arg gelitten.
Die Brücken am Wanderwege durch das Sebnitztal haben arg gelitten. © Stadt Hohnstein

Noch sieht es im Sebnitztal wie auch im Polenztal verheerend aus. Die Schäden des Unwetters vom 17. Juli 2021 sind noch deutlich sichtbar. Und es wird sicherlich auch eine Weile dauern, bis diese wieder behoben werden können. Nicht für alles ist die Stadt Hohnstein zuständig.

Eine erste Schadensbilanz liegt nun vor. An die acht Millionen Euro werden es wohl sein. Mit dieser Summe ist die Stadt auch im Hochwasser-Aufbaufonds des Freistaates gelistet. Es könnte aber durchaus noch mehr werden. "Für die Schadensbeseitigung haben wir jetzt Ingenieurbüros organisiert, die sich vor Ort schon gut auskennen. Sie sollen jetzt die Schäden erfassen und auch dokumentieren", sagt Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Danach müsse man das weitere Vorgehen beraten.

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Schon jetzt ist klar, dass die Beseitigung einiger Schäden keinen Aufschub duldet. So steht die Geröllberäumung im Kohlichtgraben in Goßdorf-Kohlmühle wie auch an der Sense, speziell im Tiefen Grund, ganz weit oben, dazu kommen einige kleinere Maßnahmen. In Lohsdorf bestehe ebenfalls akuter Handlungsbedarf. In der Regel handelt es sich um zerstörte Uferbefestigungen, abgebrochene Straßenränder und Ähnliches. Angesichts der Schäden in anderen Orten sei man aber noch glimpflich davon gekommen, sagt Hohnsteins Stadtchef.

Sorgen vor dem nächsten Hochwasser

Die Schäden sind noch nicht behoben, und schon wachsen die Sorgen vor neuen Unwettern. Die Gefahr ist nicht gebannt. In Hohnstein wächst vor allem der Frust über nicht hausgemachte Probleme. Ein Beispiel ist der Tiefe Grund. Dort hat der Sachsenforst Bäume fällen lassen. Die liegen im Tiefen Grundbach. Bei der nächsten Überschwemmung spült es die Stämme mit weg. Brücken und Wehre könnten verstopft werden, fürchtet nicht nur die Stadtverwaltung.

Die ist für die Bachbetterhaltung zuständig. Für die Beräumung der Baumstämme ist es jedoch der Sachsenforst. Und dort drehe sich nichts, deshalb wolle er noch einmal nachhaken. "Aus unserer Sicht müsste es für die Flüsse Vorsorgemaßnahmen geben. So sollten sowohl im Sebnitztal als auch im Polenztal Begehungen stattfinden. Und der Sachsenforst müsste, wenn zuständig, links und rechts an den Uferbereichen die Bäume vorsorglich fällen lassen", sagt Bürgermeister Brade. Damit könnte zumindest verhindert werden, dass umstürzende Bäume den Wasserabfluss hemmen.

Auch mit der kürzlich stattgefundenen Auswertung des Hochwasserereignisses vom 17. Juli auf Kreisebene hadert man in Hohnstein. Da kein Katastrophenalarm durch den Landkreis ausgelöst wurde, bleiben alle betroffenen Kommunen auf den Kosten sitzen. Darüber hinaus habe man kreisweit Defizite bei den ortsfesten Befehlsstellen bemerkt. Diese werden bei solchen Gefahren eingerichtet und sollen die Maßnahmen koordinieren.

Für die Zukunft will Hohnsteins Bürgermeister zumindest auch auf Kreisebene einiges besser geregelt wissen. "Ich glaube nicht, dass die Kommunen die Ressourcen haben, solche Gefahrenlagen selbst zu bewältigen", sagt er. In Hohnstein seien die Leute nach den Hochwassern von 2010 und 2013 schon sensibilisiert. Die neuralgischen Punkte habe man auch am 17. Juli im Blick gehabt. Um Personenschäden zu vermeiden, wurde zum Beispiel die Gaststätte und Pension Polenztal rechtzeitig evakuiert.

Für die Zukunft überlegt Hohnstein auch, Sirenen anzuschaffen, die gleichzeitig mit einer Durchsagefunktion ausgerüstet sind. Damit könnte die Bevölkerung noch konkreter gewarnt werden. Darüber hinaus setzt die Stadt weiter auf Aufklärungsarbeit unter den Einwohnern.

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