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Sebnitz

Hohnstein kappt Straße ins Sebnitztal

Der Goßdorfer Berg ist in Bewegung. Das ist aber nicht der einzige Grund für einen Abbruch der Straße nach Kohlmühle. Wie lange sie gesperrt bleibt.

Nichts geht mehr zwischen Goßdorf und dem Sebnitztal.
Nichts geht mehr zwischen Goßdorf und dem Sebnitztal. © Steffen Unger

Tonnenschwere Holzlaster, sogar Reisebusse haben sich den eigentlich auf 7,5 Tonnen beschränkten Goßdorfer Berg hinab und hinauf gequält. Hunderte Fahrzeuge haben die schmale Straße als kurze Umleitung von Hohnstein nach Bad Schandau genutzt. Immer, wenn die Kreisstraße zwischen Hohnstein und Rathmannsdorf, die Sense, wegen Bauarbeiten gesperrt war. Und das war sie öfters und lange. Das hat Spuren hinterlassen.

Im oberen Bereich der Straße ist am 31. Oktober und am 1. November ein Stück Hang in Richtung Tal gerutscht. Das Straßenbankett ist ebenfalls abgebrochen. Ein tiefes Loch ist entstanden. Und es besteht die Gefahr, dass weitere Teile nachrutschen. Aus diesem Grund musste die Stadt Hohnstein als Straßenlastträger die schnelle Verbindung ins Sebnitztal sperren.

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Im oberen Bereich der Straße ist ein Teil des Hanges abgerutscht. Der Asphalt folgt nun.
Im oberen Bereich der Straße ist ein Teil des Hanges abgerutscht. Der Asphalt folgt nun. © Stadtverwaltung

"Aufgrund der steilen Hanglage und der instabilen Bodenverhältnisse ist eine provisorische Sicherung der Stelle nicht möglich", sagt Hohnsteins Bauamtsleiter Alexander Hentzschel. Reparieren hilft also nicht. Es muss eine komplett neue Lösung gefunden werden.

Wie der Hang gesichert werden kann

Die Stadt hat Angebote bei mehreren Baugrundbüros eingeholt und sich auf das Ingenieurbüro Krämer in Bischofswerda geeinigt. Dessen Planer haben bereits den Ausbau des Goßdorfer Berges in den letzten Jahren betreut. Der Hang wurde damals zum Teil mit Sandsteinkaskaden gesichert, ein aufwendiges Verfahren bei einem schwierigen Baugrund und sehr engen Platzverhältnissen. Jetzt erhofft man sich auch technische Lösungen für diesen rutschenden Abschnitt.

Da es bereits Erfahrungen mit Sicherungsarbeiten an dieser Straße gibt, wird geprüft, ob Winkelstützwände auf den Fels aufgebracht und dieser damit stabilisiert werden könnte. Geht das nicht, müsste der rund zehn Meter tiefe Hang komplett gesichert werden. Außerdem gibt es auch Überlegungen, den bergseitigen Hang abzutragen. Die Straße würde in diesem Bereich dann ein kleines Stück verlegt werden müssen.

Sperrung für Jahre

Was letztlich die effektivste Lösung ist, soll nun das Planungsbüro herausfinden. Fest steht schon jetzt: Die Stadt steht bei der Sanierung der Straße vor einer großen Herausforderung. "Mit Fördermitteln sieht es derzeit nicht gut aus. Das Ganze wird eine spannende Sache werden", sagt Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD).

Und es könnten durchaus zwei Jahre ins Land gehen, bis sich an der Straße überhaupt etwas tut. Damit wäre diese Verbindung ins Sebnitztal für mindestens zwei oder gar drei Jahre komplett dicht. Großer Knackpunkt sind offenbar nicht die technischen Lösungen, sondern die Finanzierung. An Unterstützung durch das Landratsamt glaubt der Bürgermeister nicht.

Knackpunkt ist die Finanzierung

Das Landratsamt hatte lediglich vor Kurzem die Kosten für die Schadensbeseitigung übernommen, weil die Straße als Umleitungsstrecke während der Bauzeit an der Sense arg gelitten hatte. Darauf hatten sich Stadt und Landratsamt im Vorfeld der Bauarbeiten geeinigt. Diese reine Schadensbeseitigung ist inzwischen abgeschlossen.

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