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Hohnstein: Licht aus oder Licht an?

Gleich mehrere Ortsteile haben ihre Probleme mit der Straßenbeleuchtung. Die Einwohner fühlen sich abgehängt im Ländlichen Raum. Was sich ändern wird.

Hier müssen die Goßdorfer entlang, wenn Sie zum Zug wollen. Im Dunkeln viel zu gefährlich.
Hier müssen die Goßdorfer entlang, wenn Sie zum Zug wollen. Im Dunkeln viel zu gefährlich. © Steffen Unger

Der Goßdorfer Berg hat es ins sich. Er ist nicht nur steil, sondern auch ziemlich unübersichtlich. Und er führt mitten durch den Wald. Für so manchen Einwohner ist er aber die Hauptwegstrecke wenn es darum geht, öffentliche Verkehrsmittel, sprich die Bahn, zu erreichen. Vor allem wenn es früher dunkel und morgens kaum hell wird, ist der Weg nicht nur gefährlich, sondern auch gruselig. Die Stadtverwaltung in Hohnstein hatte nun den Plan, auf den reichlich zwei Kilometern am Goßdorfer Berg die Straßenlampen  abzumontieren. Ein Sturm der Entrüstung zog durch den Ortsteil.

Ein ganz ähnliches Problem haben die Ulbersdorfer. Sie mussten allerdings bislang immer im Dunkeln zu ihrem Bahnhof tappen. Ein Problem, was die Einwohner von Kohlmühle ebenfalls kennen. Denn in diesem Ortsteil ist die Beleuchtung mitunter ganz ausgefallen und das für längere Zeit. Was sich jetzt ändern wird, hat der Stadtrat beschlossen. Die Stadt Hohnstein muss dafür tief in die Haushaltskasse greifen.  Sächsiche.de fasst das Wichtigste für die Ortsteile zusammen.

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Goßdorf: Einwohnerprotest zahlt sich aus

Entlang des Goßdorfer Berges verläuft ein Erdkabel, welches auch den Ortsteil Kohlmühle mit öffentlichen Straßenlicht versorgt. Aber die Erdkabel sind marode, die Lampenschirme ebenfalls. Um die Anlagen zu erhalten, hätte die Stadt Hohnstein viel Geld investieren müssen. Doch das wollte man sich sparen. Ziel, für Kohlmühle gibt es eine autarke Anlage. Damit werden die Lampen am Goßdorfer Berg nicht mehr benötigt, dachte man im Rathaus. Allerdings hatte man den Plan nicht mit den Einwohnern gemacht.

Die gingen auf die Barrikaden. Immerhin sind Goßdorf, Waitzdorf und Kohlmühle die einzigen Ortsteile in Hohnstein die nicht an die Buslinie des Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge angebunden sind. Der letzte Schulbus erreicht den Ort 16 Uhr. Nach 16 Uhr ist der Zug die einzige Verbindung, um überhaupt noch nach Hause zu kommen. Und der Weg dahin führt nur über den Goßdorfer Berg. "Wir sprechen von der attraktiven Gestaltung unserer Ortsteile für den Tourismus und die Verbesserung der Infrastruktur. Diese Maßnahme führt genau zum Gegenteil", sagt Ortsvorsteher Matthias Harnisch. Seine lange Liste von Argumenten überzeugten und da auch der Hohnsteiner Stadtrat dahinter steht, bleiben die Straßenlampen am Goßdorfer Berg, so lange sie eben noch leuchten.

Kohlmühle: Autarke Stromversorgung

Leuchtende Zeiten brechen für die Einwohner im Ortsteil Kohlmühle an. Und das schon in dieser Woche. Nie mehr werden sie im Dunkeln durch ihre verwinkelten kleinen Straßen und Gassen wandeln müssen. Immer wieder kam es bisher zu Störungen besagter Erdverkabelung am Goßdorfer Berg. Deshalb hat sich die Stadtverwaltung entschieden, einen separaten Hauptanschlusskasten in Kohlmühle zu errichten. Und die Arbeiten sind auch fast abgeschlossen. Also: Licht an. Und das ganze hat noch einen anderen Vorteil. Die Kohlmühler sind nicht nur sicherer zu Fuß unterwegs, sondern werden im Brandfall auch schneller gewarnt. Der schon lange geplante Anschluss der Sirenen kann so mit umgesetzt werden.

Ulbersdorf: Keine Taschenlampen mehr

Die Einwohner von Ulbersdorf können zwar die öffentliche Buslinie nutzen. Es gibt es aber auch welche, die mit dem Zug fahren und diesen nur über den Bahnhofsberg erreichen. Hinzukommt, dass rund um den Bahnhof noch einige Wohnhäuser stehen. Deren Bewohner mussten sich bei Dunkelheit bislang ihren Weg mit Taschenlampen suchen, um in den eigentlichen Ort zu gelangen. 

Schon länger kämpft der Ulbersdorfer Ortschaftsrat für eine öffentliche Beleuchtung des Bahnhofsberges. Diese wurde nun gewissermaßen erzwungen. Die Stadtverwaltung war auch hier dagegen, schon wegen der Kosten. Letztlich wurde im Stadtrat durchgedrückt, 6.000 Euro für eine Beleuchtung des Bahnhofsberges in den Haushaltsplan aufzunehmen. Letztlich stellte sich heraus, dass die Kosten aber bei 28.000 Euro liegen könnten. Aber auch diesen Mehraufwand bestätigte der Stadtrat, weil das Geld dafür in Ulbersdorf selbst eingespart wird. Das heißt, der ebenfalls schon lange geplante Bau der Hinteren Dorfstraße verschiebt sich weiter. 

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