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Hohnstein: Kanonendonner und Pulverdampf

Nach fünf Jahren wird vom 6. bis 8. August ein großes Napoleonbiwak mit 350 Darstellern aus ganz Deutschland organisiert. Ein Historien-Spektakel.

Bernd Schaller (rechts) organisiert gemeinsam mit seinem Sohn Steffen das Napoleonbiwak in Hohnstein.
Bernd Schaller (rechts) organisiert gemeinsam mit seinem Sohn Steffen das Napoleonbiwak in Hohnstein. © Marko Förster

Bernd Schaller ist der Experte für das Jahr 1813, in dem die napoleonischen Truppen durch die Region und eben auch durch Hohnstein zogen. Da waren die Truppen der Verbündeten gegen die Franzosen angetreten und hüllten in erbitterten Kämpfen die Wiesen in Pulverdampf. 40 000 Mann sollen es gewesen sein. Schon im Jahr 2016 zum Stadtfest von Hohnstein hatte er das Historien-Spektakel auf die Beine gestellt. Jetzt will er das gemeinsam mit seinem Sohn Steffen wieder organisieren, und zwar vom 6. bis 8. August 2021.

Angefangen hatte alles mit den Kinderexpeditionen, eine Ferienfreizeit, bei denen die Kinder auf Entdeckungsreise gehen und die Zeit um 1813 in der Region nacherleben konnten. Schaller hat diese organisiert. In seinen Unterlagen von damals finden sich Zeichnungen, die zeigen, wo die Truppen entlang marschiert sind, wo es Gefechte gab. Und eben diese Zeichnungen zum Beispiel von der Napoleonschanze bilden nun die Grundlage für das Biwak, welches er in Hohnstein organisiert. "Uns geht es nicht darum, Krieg zu spielen. Wir wollen die Geschichte nacherleben und sie damit lebendig halten", sagt er. Gemeinsam mit Steffen Schaller hat er nun die Organisation des kurzfristig angesetzten Napoleonbiwaks übernommen. Reichlich 350 Darsteller aus ganz Deutschland werden in Hohnstein erwartet.

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Für Napoleon strategisch wichtig

Die historische Vorlage für das Spektakel lieferte der Versuch französischer Truppen, im Sommer 1813 den Rückzug der bei Dresden geschlagenen preußischen und russischen Truppen über den Erzgebirgskamm nach Böhmen zu vereiteln. Die Sächsische Schweiz, insbesondere der exponiert liegende Hügel bei Hohnstein, waren für Napoleon strategisch bedeutsam. Daher gab es dort erbitterte Kämpfe. Am Ende brachten die Truppen der Verbündeten dem Franzosenkaiser beim böhmischen Kulm (Chlumec) eine derbe Niederlage bei.

Ab Donnerstag, den 5. August werden die Truppen am Sportplatz in Hohnstein und auf der Napoleonschanze ihre Lager errichten. Die Parkmöglichkeiten für die Gäste werden auf Mandels Wiese eingerichtet. Der Ausschank erfolgt durch den Sportverein und den Jugendclub Hohnstein auf dem Sportplatz. Dem Lagerleben kann ganztägig bis zum Sonntag, dem 8. August beigewohnt werden. Am Freitag, dem 6. August erfolgt ab 17 Uhr das Requirieren im Stadtgebiet. Bitte halten Sie ausreichend Proviant im Vorrat. Widerstand ist zwecklos. Die Stadt Hohnstein wird durch die Truppen erobert. Um 20 Uhr ist Offiziersempfang im Lager auf dem Sportplatz.

Am Sonnabend, dem 7. August erfolgt um 7 Uhr das Wecken der Truppen mit Kanonenschuss. Um 9 Uhr ist Appell und anschließend Exerzieren der Truppen an der Napoleonschanze. Pünktlich um 15.30 Uhr erfolgt eine Gefechtsdarstellung aller Truppen an der Napoleonschanze. Mittels einer Lautsprecheranlage werden die Zuschauer über die Geschehnisse informiert.

Der Zugang geht über den Kalkbruchweg, den Weg vom Freibad, der Brandstraße sowie Mandels Weg. Um 17.30 Uhr ist dann wieder Lagerleben auf dem Sportplatz angesagt. An der Napoleonschanze werden am ganzen Wochenende die sächsischen Einheiten ihr Lager errichten. Um 22 Uhr erfolgt das Nachtschießen der Artillerie von der Napoleonschanze. Am Sonntag, dem 8. August, wird das Lager langsam wieder zurückgebaut und die Truppen ziehen aus der Stadt Hohnstein ab.

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