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Frust wegen Hortplatzmangel in Hohnstein

In wenigen Wochen beginnt das neue Schuljahr. Für manche Kinder bedeutet das zunächst einmal Bus fahren. Eltern sehen das kritisch.

Der Hort musste schon in die Konrad-Hahnewald-Grundschule in Hohnstein ausweichen. Mehr geht nun dort aber auch nicht. Die räumlichen Kapazitäten sind erschöpft.
Der Hort musste schon in die Konrad-Hahnewald-Grundschule in Hohnstein ausweichen. Mehr geht nun dort aber auch nicht. Die räumlichen Kapazitäten sind erschöpft. © Daniel Förster

Die Tochter von Familie Passek aus Hohnstein freut sich auf die Schulzeit. Der Ranzen ist schon gekauft, Stifte, Hefte ebenfalls. Allerdings gibt es da ein entscheidendes Problem. Und das hat nicht nur Familie Passek. Aber sie hat es öffentlich gemacht.

"Für uns Eltern wird das eine ungewisse Zeit, da unsere Kinder aus jetziger Sicht keinen Hortplatz in Hohnstein erhalten. Es bleibt nur die Warteliste", sagt Kathleen Passek. Und auf dieser Liste stehen die Namen von insgesamt 15 Hohnsteiner Kindern.

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Der Hort in der Hohnsteiner ASB-Kindertagesstätte ist überfüllt. Schon jetzt müssen Räume in der Grundschule genutzt werden. Ihre Tochter müsste, so der Plan, wie auch andere Hohnsteiner Kinder jeden Tag mit dem Bus nach Ehrenberg fahren, um in der dortigen ASB-Kita den Hort zu besuchen. Da können die betroffenen Hohnsteiner Eltern nur mit dem Kopf schütteln.

Denn offenbar haben Ehrenberger Kinder, die in der dortigen Kita betreut wurden, einen der begehrten Hohnsteiner Hortplätze zugesprochen bekommen. Und das ärgert die Eltern. "Hier stellt sich uns die Frage, wie vernünftig ist es, Hohnsteiner Kinder täglich nach Ehrenberg zu schicken, und Ehrenberger Kinder besuchen den überfüllten Hort in Hohnstein", so Familie Passek. Sie, wie auch andere Eltern, sehen hier dringenden Klärungsbedarf.

Stadt lehnt Lösungsvorschläge ab

Für die Betroffenen steht fest: Zum Hort nach Ehrenberg haben die Kinder keinen Bezug. Aber eine Betreuung der Kinder nach der Schule ist für alle zwingend erforderlich, da die Eltern berufstätig sind. Doch man wollte nicht nur meckern. Familie Passek hatte auch einen Lösungsvorschlag parat.

Zum einen haben sie vorgeschlagen, städtische Räume kurzfristig für eine Hortbetreuung zu nutzen. Zum anderen sollten doch Kinder, die in Ehrenberg wohnen, auch in Ehrenberg einen Hortplatz nutzen. "Es ist eine echt sehr schwierige Situation für unsere Familie, mit der wir so nicht gerechnet haben", sagt Kathleen Passek.

Doch offenbar will man in der Stadt Hohnstein nicht einlenken. Zugangsbeschränkungen nach Ortsteilen wolle man nicht einführen, so Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Für den Hort in Hohnstein liegt ihm eine Warteliste mit 15 Namen vor. "Diese könnten aber einen Hortplatz in Ehrenberg bekommen, weil da noch Kapazitäten frei sind", sagt der Stadtchef.

Hohnstein bietet derzeit 68 Hortplätze im Hort der Grundschule Hohnstein an und 48 Plätze in der Ehrenberger Kita. Damit stelle die Stadt jedem Schulkind bis zur vierten Klasse einen Hortplatz zur Verfügung, nur eben nicht für jeden in der gewünschten Einrichtung. Darüber hinaus hätten die Eltern auch keinen Rechtsanspruch darauf.

Grundschule gibt nicht mehr Platz her

Eine räumliche Erweiterung in der Grundschule ist nicht möglich. Entsprechend den Personalvorgaben durch das Land Sachsen könnten auch keine zusätzlichen Hortplätze in anderen Räumlichkeiten angeboten werden. Darüber hinaus habe man in Ehrenberg mit dem vorhandenen Personal die Platzkapazität erweitert, indem die Aula der Förderschule mit genutzt werden kann. Einen anderen Spielraum sieht die Stadt nicht.

Grundsätzlich würde man aber bei der Anmeldung schauen, was für die Kinder praktikabel ist. Es zählt das Datum der Anmeldung für einen Hortplatz. Dazu kommt, dass im Jahr 2023 wieder ein Rückgang der Schülerzahlen zu erwarten wäre. Auch deshalb sieht die Stadt wohl keinen Handlungszwang.

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