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Gefährliches Spiel

Die Stadt Hohnstein hat alle ihre Spielplätze erneuern lassen. Doch einige haben offenbar doch noch Mängel. Und es gibt noch mehr Ärger.

Das Pferd mit Wagen auf dem Spielplatz von Ulbersdorf - ein Relikt aus der Vergangenheit, aber ein gefährliches.
Das Pferd mit Wagen auf dem Spielplatz von Ulbersdorf - ein Relikt aus der Vergangenheit, aber ein gefährliches. © Steffen Unger

Die Morgensonne über dem Spielplatz im Hohnsteiner Ortsteil Ulbersdorf macht Mängel an den Spielgeräten fast unsichtbar. Bei näherem Hinsehen werden aber die offensichtlich. Und das ist auch bei einer Kontrolle aufgefallen. Die fand am 12. Mai statt, wie Ortsvorsteher Ralph Lux noch ganz genau weiß. "Bei der Prüfung wurde festgestellt, dass einige Geräte nicht mehr den Anforderungen entsprechen", sagt er.

Die Sitzflächen der Schaukel sind mangelhaft. Das hölzerne Pferd mit Wagen sollte schon vor vielen Jahren abgebaut werden, da es sich in einem desolaten Zustand befindet. Außerdem wurde an der Schaukel, die seit vier Jahren immer wieder repariert wird, starke Fäulnis am Holz festgestellt. Soweit, so schlecht. An Spielplätzen gibt es bekanntlich immer etwas zu tun. Was die Ulbersdorfer nun auf die Palme bringt, ist, dass seit dem nichts mehr geschehen ist. 

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"Dort besteht eine echte Gefahr für die Kinder. Da muss man doch handeln", sagt Lux. Und das wäre wohl auch ganz einfach gewesen, zumal die Spielplätze ja erst alle saniert wurden und je ein neues Spielgerät erhalten haben. In diesem Atemzug hätten die desolaten alten Geräte einfach abgebaut und die Mängel an noch bestehenden beseitigt werden können. 

Reparaturen nicht eingeplant

In Ulbersdorf ist man offenbar auch davon ausgegangen, dass dies so umgesetzt wird. "Ziel war, die Spielplätze zu sanieren und zu erneuern", sagt Lux. Dabei wurden auf dem Ulbersdorfer Spielplatz sogar noch 3.000 Euro eingespart. Von dem Geld hätten locker die Reparaturen ausgeführt werden können. Als Ortsvorsteher würde man sich mit solchen Aktionen unglaubhaft machen, sagt er. 

Doch offenbar gibt es nicht nur in Ulbersdorf Probleme. Auf dem Hohnsteiner Spielplatz lugen unter dem Fallschutz an der Schaukel alte Betonelemente nach oben. Auch hier Verletzungsgefahr.  Die Stadtverwaltung will nun bereits festgestellte bauliche Mängel an den Altgeräten beseitigen lassen. Das war wohl nicht Bestandteil des Auftrages. Wenn man hätte alle Geräte instand setzen wollen, hätte das Geld nicht gereicht, heißt es aus dem Rathaus. Und eine reine Instandhaltung wäre auch nicht förderfähig gewesen. 

Bereits Ende letzten Jahres kochte der Ärger um das Spielplatzprojekt hoch. Die Arbeiten waren umfangreicher als ursprünglich angenommen. Sie rissen somit ein zusätzliches Loch in die Stadtkasse. Geplant waren Investitionskosten in Höhe von 167.350 Euro. Das Ganze kostet jetzt reichlich 38.000 Euro mehr. Ursprünglich wollte Hohnstein nur 36.730 Euro an Eigenmitteln einsetzen. Daraus wurde das Doppelte. 

Deutliche Mehrkosten

Gründe für die Mehrkosten gibt es gleich mehrere. Dazu gehört die Bauüberwachung. Die hatte man anfänglich nicht vorgesehen. Offenbar ein Fehler. Denn die Planerin, welche die Gewährleistung für die Arbeiten übernimmt, muss den Bau überwachen und deshalb auch ab und zu vor Ort sein. Außerdem gab es zusätzliche Arbeiten auf dem Spielplatz in Goßdorf.

Am meisten ins Gewicht fallen aber die zusätzlichen Arbeiten am Hohnsteiner Spielplatz. Dort sollten am Rutschenturm zunächst nur zwei Stützen ausgetaucht werden. Mit Baubeginn wurde jedoch festgestellt, dass der Rest ebenfalls marode ist und maximal noch drei Jahre gehalten hätte. So wurde gleich der komplette Rutschenturm ausgetauscht.

Und wie wurde die Finanzlücke geschlossen? Unter anderem mit den 25.000 Euro, die in diesem Jahr eigentlich für die weitere Bauuntersuchung am Schloss Ulbersdorf eingeplant waren. Das Geld wurde nicht ausgegeben, weil die Leistungen nicht beauftragt wurden.

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