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Hohnsteiner wollen ihre Sparkasse behalten

Ende November soll die Filiale in der Burgstadt schließen. Das wollen die Einwohner so nicht hinnehmen - und protestieren.

Die Sparkasse zieht sich Ende November aus Hohnstein zurück - trotz Protest.
Die Sparkasse zieht sich Ende November aus Hohnstein zurück - trotz Protest. © Marko Förster

Etliche Hohnsteiner haben am Dienstagabend für den Erhalt der Sparkasse in ihrem Ort demonstriert. Nachdem die Schließungspläne für die Filiale am Markt bekannt geworden waren, brach in Hohnstein ein Sturm der Entrüstung los. Die Bürgerinitiative, die sich bereits für die Rettung der Burg Hohnstein einsetzt, hatte deshalb zu einer Demonstration aufgerufen. An der nahmen nicht nur Vertreter des Ortschaftsrates und Bürgermeister Daniel Brade (SPD) teil. Zahlreiche weitere Hohnsteiner protestierten gegen die Schließungspläne.

Macht die Filiale Ende November zu, dann können weder die Tagestouristen, noch die Gewerbetreibenden oder die Einwohner und Vereine den Service der Sparkasse nutzen. In einer Stadt wie Hohnstein sollte es aber möglich sein, Bargeld abzuheben beziehungsweise Geld einzuzahlen: Das ist die einhellige Meinung vieler Hohnsteiner. Sie fordern deshalb, dass die Ostsächsische Sparkasse Dresden zumindest einen Geldautomaten in der Filiale in Hohnstein weiter unterhält.

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Kaum touristische Bedeutung

Das Geldinstitut hatte die Schließungspläne unter anderem mit einer Neuausrichtung des Unternehmens begründet. Wenig rentable Filialen sind in diesem Konzept nicht mehr vorgesehen. Laut Sparkasse habe sich das Kundenverhalten geändert. Früher habe es mehrere Tausend Abhebungen im Monat gegeben, jetzt seien es nur 80. Damit ließen sich die jährlichen Betreibungskosten des Automaten in Höhe von etwa 40.000 Euro nicht abdecken. Obwohl Hohnstein ein touristischer Hotspot ist. Die Filiale würde jedoch kaum von Touristen genutzt werden. "Pro Monat registrieren wir in Hohnstein gerade einmal 20 Abhebungen von Touristen", erklärt Andreas Rieger, Sprecher der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Das Argument der Bürgerinitiative, die Filiale hätte eine große Bedeutung für den Tourismus, ziehe dadurch nicht. "Touristen suchen sich ihre Touren nicht danach aus, ob ein Geldautomat in der Nähe ist", ist Rieger überzeugt.

Bürgermeister frühzeitig informiert

Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) intervenierte mehrmals gegen die Schließungspläne. Am 15. Oktober hätte es erneut ein Gespräch mit der Sparkasse gegeben. Laut Andreas Rieger sei Brade frühzeitig in den Entscheidungsprozess eingebunden worden. Noch vor einem Treffen mit dem Verwaltungsrat der Sparkasse seien alle Bürgermeister im Landkreis darüber informiert worden, welche Filialen vom Netz genommen werden sollen. "Von vielen Ratschefs gab es daraufhin Rückfragen. Aus Hohnstein allerdings nicht", äußert Andreas Rieger auf Nachfrage von Sächsische.de.  

Nach aktuellem Stand bleibt das Geldinstitut bei seiner Entscheidung und will Ende November den Automaten in der Burgstadt abbauen. Als Service soll anschließend das Sparkassenmobil einmal pro Woche nach Hohnstein kommen. "Das Mobil fährt seit Längerem bereits Rathewalde an. Es wird sehr gut angenommen", sagt der Sparkassensprecher. Ab November soll die fahrbare Filiale immer dienstags von 11.15 Uhr bis 12.15 Uhr nach Hohnstein kommen. Sie wird dann auf dem Parkplatz "Eiche" stehen. Erster Termin ist Dienstag, der 3. November.

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