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"Mit Burg Hohnstein bin ich optimistisch"

Vor Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) stehen große Aufgaben. Im SZ-Gespräch sagt er, wie er sie anpackt.

Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) vor der malerischen Kulisse der Burg Hohnstein.
Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) vor der malerischen Kulisse der Burg Hohnstein. © Steffen Unger

Hohnstein ist flächenmäßig eine der größten Gemeinden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Insgesamt zehn Ortsteile gehören dazu. Alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach. Saechsische.de sprach mit Bürgermeister Daniel Brade (SPD) über Projekte, die Zukunft der Innenstadt, die Burg Hohnstein.

Herr Brade, über welche Themen haben Sie 2020 im Stadtrat beziehungsweise in der Verwaltung am häufigsten gestritten oder gerungen?

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Über die Notwendigkeit einer Straßenbeleuchtung außerhalb der Ortslagen, obwohl es in den Orten noch Defizite gibt. Über das Thema der Errichtung von Mobilfunkmasten. Bei der Reparatur des Hofehainweges im Ortsteil Ehrenberg ging es dann um eine generelle Sanierung von Nebenwegen, obwohl es noch genug schlechte innerörtliche Straßen gibt. Und natürlich über die Mehrkosten beim Gerätehausbau in Ulbersdorf.

Hohnstein scheint es gelungen zu sein, erstmals mehrere Projekte in der Planung zu haben, um dann schnell reagieren zu können, wenn es entsprechende Fördermittel gibt. Welche Projekte hätten Sie lieber heute als morgen umgesetzt?

Unser Strategiewechsel mit dem Stadthaushalt 2019/2020 war richtig. Was mich dann ärgert, sind die fehlenden Fördermittel. Im Straßenbau zum Beispiel. So könnten wir mit der Sanierung am Hutenhof in Rathewalde oder der Brandstraße-Siedlung in Hohnstein loslegen. Die Straßenbauförderung im Freistaat liegt aber auf Eis. Das ist enttäuschend. Wir hoffen nun auf Leader-Fördermittel zumindest für die Anliegerstraße am Hutenhof in Rathewalde. Ich hoffe, dass es für die Schadensbeseitigung am Goßdorfer Berg Fördermittel geben wird. Hier werden wir schnell mit der Planung beginnen, um dann bereit zu sein.

Ein großes Thema, das Hohnstein nun schon einige Zeit begleitet, ist die Burg Hohnstein. Wie sehen Sie die Zukunft?

Mit Burg Hohnstein bin ich optimistisch. Wir sind im Jahr 2020 einen deutlichen Schritt vorangekommen. Der Betrieb wurde den Corona-Bedingungen angepasst. Dank der Finanzierungsregelung mit dem Landkreis können nun die Bauplanungen zur Burgsanierung starten. Hier geht ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden in Stadt und Landkreis.

Was passiert, wenn die Fördermittel nicht kommen? Bleibt die Stadt dann auch auf den Planungskosten sitzen?

Nein. Dann geben wir die vom Landkreis bezahlten Planungsergebnisse an das Landratsamt ab. Zur Förderung bin ich auch sehr optimistisch. Die Bundesförderung steht bereits. Die Städtebauförderung des Freistaates ist in Aussicht. Wenn ich an die Situation des Insolvenzabschlusses im Jahr 2017 zurückdenke, dann haben wir bis jetzt viel erreicht.

In Hohnsteins Stadtkern gibt es drei Häuser, die zwar alle einen Besitzer haben, die sich aber nicht oder zu wenig darum kümmern. Wie soll es da weiter gehen?

Mit dem Eigentümer Obere Straße 6 und 8 sind wir im Kontakt. Hier gibt es auch eine Baugenehmigung. Dem Italiener schienen jedoch die Mittel zur Umsetzung zu fehlen. Der Hohe Stein am Markt hat seit einem Jahr einen neuen Eigentümer aus Dresden. Dieser arbeitet an einem Bauantrag. Das neue Stadtsanierungsgebiet könnte hier privaten Hausbesitzern finanziell helfen. Aber es gibt noch ein weiteres, neues Problem. Das ist die Teichgasse 5, ebenfalls in Hohnstein. Die Eigentümerin aus dem Allgäu verweigert sich bislang einem Dialog.

Tourismus ist Hohnsteins einziger Wirtschaftsfaktor. Der Supersommer 2020 brachte der Stadt viele Touristen. Die meisten kommen mit dem eigenen Pkw. Da braucht es Parkplätze. Im Ortsteil Waitzdorf, einem bei Touristen beliebten Ausflugsziel ist ein Parkplatz in Planung. Wie konkret ist das Vorhaben?

Ja, es ist richtig, wie brauchen Parkflächen. Hier muss aufgrund der speziellen Lage von Hohnstein der Naturschutz zurücktreten und Flächen bereit stellen, denn es ist fünf nach zwölf. Wir können hier ganz einfach nicht mehr warten. Ich bin kein Freund dieser langatmigen Konzepte und Studien, die dann nicht umgesetzt werden. Wir stellen uns zum Beispiel weitere Parkplätze an der Hocksteinschänke vor oder auch an der Schandauer Straße in Hohnstein. Allerdings muss bei beiden Vorhaben noch einiges naturschutzrechtlich geregelt werden. Ich hoffe, das funktioniert genauso wie in Waitzdorf. Dort konnten wir auch Kompromisse finden. Für den Parkplatz sind wir in der Vorplanung. Wir dürfen dort eine Grünfläche bebauen. In diesem Jahr soll das Gestaltungskonzept fertig sein, mit dem wir Fördermittel beantragen.

Was ist Ihnen noch wichtig?

Unser Konzept der Dorfgemeinschaftsräume als öffentliche Treffpunkte in den Dörfern umzusetzen. Wir hoffen auf die Leader-Förderung für die Sanierung des Klubhauses in Zeschnig. In Cunnersdorf soll auf der Schulwiese ein neues Haus als Ersatz für die Alte Schule entstehen. Und in Ehrenberg zeichnet sich auch eine neue Lösung ab. Die Stadt will die geschlossene Gaststätte Am Hutberg als Dorfgemeinschaftshaus erwerben. Damit würde dann das einstige Vorhaben entfallen, der Ausbau der Erdgeschossräume der Turnhalle in Ehrenberg.

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